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Ohne Leinenpflicht: Die Spürhunde sind los

Ohne Leinenpflicht: Die Spürhunde sind los

Sich um Kinder mit Migrationshintergrund kümmern, sich für sie Zeit nehmen - das ist das Ziel der "Spürhunde", die seit fast fünf Jahren bestehen. Das Projekt wird durch die Landeskirchliche Gemeinschaft organisiert und durch Spenden finanziert.

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Die "Spürhunde" stammen aus unterschiedlichen Ländern, gehören verschiedenen Religionen an.

Quelle: Hanna Rose Bergmann

Doch auch auf ehrenamtliche Helfer ist das Projekt angewiesen. Darum verbringen freiwillig Jugendliche zweimal pro Woche Zeit mit den Kindern im Gemeindehaus an der Franz-Mehring-Straße.

 

Kinder mit verschiedenen Geschichten

 

"70 Prozent der Kinder sind aus dem Asylbewerberheim. Die restlichen 30 Prozent kommen aus Deutschland und besitzen einen Migrationshintergrund", so Rolf Wittrin, Prediger bei der Landeskirchlichen Gemeinschaft. Die Kinder sind zwischen zwei bis zwölf Jahre alt. Ursprünglich wurde das Programm für Kinder aus sozial schwachen Familien ohne Migrationshintergrund angeboten. Heute wird es immer besser angenommen. Zu jedem Treffen kommen etwa zwölf bis 20 Kinder. Sie stammen aus verschiedenen Ländern, unter anderem aus Mazedonien, Serbien, Irak, Iran oder Syrien. Die Kinder lebten in Kriegsgebieten, sind mit ihren Familien vor politischer Verfolgung geflohen. Andere wurden vertrieben, weil sie einer religiösen Minderheit angehörten. Gerade wegen der unterschiedlichen Hintergründe ist es wichtig, alle Kinder gleichberechtigt zu intrigieren.

 

Wenn sich die "Spürhunde" treffen, werden verschiedene Dinge zusammen unternommen. Die Kinder kochen gemeinsam, machen Hausaufgaben oder spielen. Um die Integration und das Vertrauen zueinander zu fördern, werden besonders Gruppenspiele bevorzugt. Selbst die alltäglichen Dinge, wie gemeinsam an einem Tisch zu sitzen und eine Mahlzeit einzunehmen, kennen die meisten Kinder aufgrund ihrer Geschichte nicht und müssen es deshalb lernen. Um dabei den Zusammenhalt zu stärken, sind gemeinsame größere Unternehmungen wichtig. So werden zum Beispiel Fahrradtouren nach Klosterbuch organisiert, Floßfahrten auf der Mulde oder Winterwanderungen im Erzgebirge gemacht. Die Kinder lernen so auch Döbeln und Umgebung kennen. Besonders mit der Aktion nach der Flut 2013, die Mulde frei von Müll zu machen, sorgten die "Spurhunde" für Aufsehen. Doch mit diesem Projekt wurde den Kindern gezeigt, wie wichtig es ist, Müll zu trennen und ordentlich zu entsorgen.

 

In Döbeln leben etwa 300 Flüchtlinge, teils unter schwierigen sozialen Bedingungen. Integration ist dabei nicht immer einfach, oft fehlt den Kindern Privatsphäre. Sie brauchen Vertrauen und Freundschaften, aber auch Ansprechpartner, um sich hier zurecht zu finden - denn viele leiden am meisten unter der Angst vor einer Abschiebung.

 

Ablenkung vom Alltag

 

Doch die Spürhunde schaffen Ablenkung. "Wir sind immer wieder auf der Suche nach neuen Abenteuern und Erlebnissen, wie Spürhunde", so Rolf Wittrin. Das zeigt auch das Maskottchen des Projektes, der germanische Bärenhund Cornelius. Doch auch der Glaube solle in nächster Zeit weiter in den Vordergrund gerückt werden.

 

Ein Erlebnis steht für die Kinder bereits in naher Zukunft auf dem Programm. Am 27. bis 29.05. und am 31.05. von 15 bis 18 Uhr finden im Gemeinschaftshaus auf der Franz-Mehring-Straße die "Legotage" statt. Alle Abenteurer und Legobegeisterten sind dazu eingeladen.

Hanna Rose Bergmann

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