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Opernkomponist kommt zu Döbelner Premiere

Opernkomponist kommt zu Döbelner Premiere

Im Alter von zwölf Jahren wurde der heutige und bald aus Mittelsachsen scheidende Generalmusikdirektor (GMD) Jan Michael Horstmann mit diesem dramatischen Stoff zum ersten Mal konfrontiert: Arzt, Wissenschaftler und Verleger Jean-Paul Marat, der die Französische Revolution von 1789 vehement unterstützte und Namen von Konterrevolutionären in seiner Zeitung veröffentlichte, wird von Charlotte Corday, einer zu den gemäßigten Franzosen zählenden Landadligen, ermordet.

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Lilia Milek und Sergio Raonic Lukovic singen am Sonnabend in den Hauptrollen der Oper "Charlotte Corday".

Quelle: René Jungnickel

Döbeln. Corday, so das Drama, meint somit weiteres Blutvergießen unter den Franzosen zu verhindern. Sie bringt Marat mit einem Messer um und stirbt dann selbst unter der Guillotine. Beide werden von ihren Anhängern zu Märtyrern erklärt.

"Dieser Stoff als Oper, das wäre wahnsinnig spannend", dachte ich schon damals als Junge", berichtete Horstmann gestern bei der Matinee im Döbelner Theater. Doch wie das so ist: als Zwölfjähriger hat man anderes zu tun, als eine Oper zu schreiben. Und so war Horstmann, einige Jahre später in einem italienischen Plattengeschäft stöbernd, schon ein bisschen neidisch, als er entdeckte, dass seine Idee inzwischen ein anderer verwirklicht hatte: Der italienische Komponist Lorenzo Ferrero, dessen Oper Charlotte Corday 1989 am Opernhaus in Rom uraufgeführt wurde.

In einer deutschen Übersetzung gab es die Oper bereits in Bremen. Am kommenden Sonnabend nun die Premiere der Inszenierung von Regisseurin Judica Semler am Mittelsächsischen Theater. Die musikalische Leitung hat natürlich Jan Michael Horstmann. Und so geht der große Traum von der Oper über Marat und Corday für ihn am Dirigentenpult doch noch in Erfüllung, kurz bevor er sich komplett nach Radebeul an die Sächsischen Landesbühnen verabschiedet.

Der letzte Tag Marats, also der Tag, an dem er von Corday erdolcht wird, bildet für die Oper den Rahmen des Geschehens. Es geht aber nicht in erster Linie um die Revolution oder um den Mord, wie Semler erklärt. "Es geht um die Emotionen der Hauptfiguren. Die Oper imaginiert sich in diese Figuren hinein und spielt die Möglichkeit durch, wie sie diesen Tag erlebt haben", erklärt die Regisseurin.

In den Hauptrollen singen Lilia Milek als Corday und Sergio Raonic Lukovic als Marat, die bei der gestrigen Matinee bereits einige beeindruckende Kostproben gaben. "Die Oper ist wie geschaffen für Sänger", schwärmt Horstmann. Übrigens: der GMD hat den Mann, auf den er einmal neidisch war, nach Döbeln zur Premiere eingeladen. Komponist Lorenzo Ferrero hat zugesagt. Direkt von einem Symposium in Costa Rica wird er in dieser Woche anreisen. Olaf Büchel

Oper "Charlotte Corday", Premiere 27. April, 19.30 Uhr, Theater Döbeln, weitere Vorstellung in Döbeln: 5. Mai, 14.30 Uhr

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