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Döbeln Osterlämmchen geboren: „Topflappen“ darf in Auterwitz bleiben
Region Döbeln Osterlämmchen geboren: „Topflappen“ darf in Auterwitz bleiben
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20:00 19.02.2016
„Topflappen“ steht schon nach einem tag auf eigenen beinen, bleibt aber meist bei ihrer Mama, von der sie noch zwölf Wochen großgezogen wird.  Quelle: Gerhard Dörner
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Auterwitz

 Mit Schafbock „Bockbock“ sollte man sich dieser Tage auf dem Kinderbauernhof in Auterwitz besser nicht anlegen. Der Chef im Schafstall von Anke Vogel ist derzeit gestresst, wird täglich mehrmals Vater kleiner Osterlämmchen und verteidigt seine 15 Damen samt Nachkommen energisch. „Wenn er einen in vollem Galopp trifft, ist das wie mit 70 km/h gegen eine Mauer zu fahren“, warnt Anke Vogel, die selbst schon unsanft vom Schafbock umgestoßen wurde.

Ein ganz spezielles Kind hat Bockbock am Donnerstag auf die Welt kommen sehen. Obwohl weder er noch die Schafmama mehrfarbiges Fell tragen, kam ein Einling mit weiß-karamell-farbenem Fleckenpelz daher. Anke Vogel nannte das Lämmchen „Topflappen“ und hat sich sofort verliebt. „Das ist bei reinrassigen Eltern sehr selten. Da kann man sich später auch nur schwer trennen“, blickt sie voraus.

Denn nachdem Stand Freitagmittag fünf von erwarteten rund 20 Lämmchen da sind, wird Anke Vogel wieder einige verkaufen. „Vier bis fünf weibliche Lämmer behalte ich“, sagt sie, darunter wird auch Topflappen sein. Doch die anderen enden nicht etwa als Osterlämmer auf dem Tisch am Ostersonntag, wie es beim jüdischen Passafest der Brauch ist, sondern haben als vollbiologische Rasenmäher bei ihren Käufern einen schönen Sommer und Herbst vor sich. „Die meisten Leute holen sie sich als Rasenmäherschafe für ein Jahr und schlachten sie dann im Herbst, um keine Winterfütterung zu haben. Das gibt exzellentes Fleisch, denn sie stehen meist draußen und man weiß immer, was sie gefressen haben“, sagt die 52-Jährige.

Schaf gibt es bei ihr dennoch zu Ostern – eine eigene Schlachtung vom Vorjahr. „Die Milchlämmer wie beim Passafest müssen es nicht sein. Früher wollte man nach der langen Fastenzeit ein bekömmliches Fleisch essen, nicht gleich so schwer“, erklärt sie.

Über solche und andere Gepflogenheiten klärt sie auch Kitagruppen und Schulklassen auf, die regelmäßig auf den Bauernhof kommen. Es gibt Projektunterricht, wie aus Schaffell Wolle wird oder Seminare zu ethischen Themen wie „Nein, meine Tiere ess’ ich nicht“.

Wer Osterlämmchen Topflappen und seine täglich wachsende Zahl von Geschwistern einmal auf dem Hof besuchen will, sollte sich vorher bei Anke Vogel telefonisch unter 0174/4500596 ankündigen. Es lohnt sich: neben den Lämmern gibt es noch Schafpudelhündin Smilla oder Ziege Mechthild Maggie McMeckerchen sowie fünf clevere Mäusejäger und fünf Kleinpferde zu sehen.

Von Sebastian Fink

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