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Döbeln Friedliche Ostexpansion erlebbar gemacht
Region Döbeln Friedliche Ostexpansion erlebbar gemacht
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17:28 02.07.2018
Besiedlungszug startet Sonnabend in Klosterbuch. Quelle: Miskus
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Klosterbuch

Erst kamen die Krieger, dann die Siedler – wie wurde das heutige, vormals bewaldete Land in Mittelsachsen eigentlich bewohnbar gemacht? Insgesamt dauerte die organisierte Ansiedlung der deutschen Bevölkerung auf dem ursprünglich slawischem Gebiet mehr als 200 Jahre.

Wie ehemals bewaldetes Land bewohnbar gemacht wurde

In den ersten Jahrzehnten ging dies einher mit der Auslöschung beziehungsweise Unterdrückung der ursprünglichen Bevölkerung. Die zweite Phase der deutschen Ostexpansion, insbesondere unter dem Wettiner Markgraf Otto dem Reichen, verlief zuletzt vergleichsweise friedlich: Die slawische Bevölkerung war größtenteils bereits christianisiert.

Friedlicher Teil der Besiedlung erlebbar gemacht

Das wird heute zum Anlass genommen, mit dem jährlichen Besiedlungszug den friedlichen Teil der Besiedlung lebendig werden zu lassen. Zum 25. Mal veranstaltet der Verein Mittelsächsischer Kultursommer den Historischen Besiedlungszug, und zwar vom 7. bis 15. Juli. Start ist in Klosterbuch. Männer, Frauen, Kinder, ja ganze Familien starten eine Reise der besonderen Art.

Dort geht es dieses Jahr lang beim historischen Besiedlungszug. Quelle: Miskus

Heute unterwegs wie die Siedler von damals

Bis zu 150 Personen bilden für neun Tage das Siedlervolk. Angeführt von Lokator Michael Ehnert, sind die Menschen wie anno 1156 in der heute mittelsächsischen Gegend auf der Suche nach einer neuen Heimat. Sie empfinden die Strecken nach, die einst ihre Vorfahren gegangen sein könnten, um die Wälder des Miriquidi, des undurchdringlichen Urwaldes, urbar zu machen. Damals folgten sie dem Ruf des Markgrafen Otto von Wettin.

Versprechungen der Herrscher gefolgt

Der sächsische Herrscher versprach den Neuankömmlingen dafür Land, Auskommen und Steuerfreiheit. Die Kolonne der neuzeitlichen Siedler besteht aus etwa 15 Planwagen, die 50 bis 100 Jahre alt sind und von 50 Pferden gezogen werden. Des Weiteren reihen sich Esel, Ziegen und Hunde ein. Für alle Beteiligten ist es ein Urlaubsereignis, bei dem nicht zuletzt das Gemeinschaftsleben im Vordergrund steht. Während der bei jedem Wetter stattfindenden Fußmärsche wird sich über Gott und die Welt unterhalten oder einfach die Ruhe und die Natur genossen.

Einzigartiges Kulturspektakel

Der Verwaltung und des Erlebbarmachens dieses Stückes mittelsächsischer Geschichte hat sich der Verein Historischer Besiedlungszug A.D. 1156 angenommen. Dieses Kulturspektakel im Rahmen des Mittelsächsischen Kultursommers ist sei 1994 deutschlandweit – wenn nicht sogar in Europa – das einzige seiner Art. Start und feierliche Eröffnung sind in diesem Jahr im Kloster Buch bei Leisnig.

Schaulustige im Lager willkommen

Auf ihrer Wegstrecke in den Tälern von Chemnitz, Zschopau, kleiner und großer Striegis sowie der Mulde legen sie insgesamt über 100 Kilometer zurück. Täglich trifft der Tross gegen 14 Uhr an den Tagesstationen ein und ab 16 Uhr können Gäste und Schaulustige das Lagerleben beschnuppern. Auch in diesem Jahr sorgen Musiker, Gaukler und allerhand unterhaltsame Programmpunkte für Kurzweil der Siedler und Besucher. Am Sonnabend ist 10 Uhr Start in Klosterbuch.

Quelle: Sven Bartsch

Über Gleisberg bis nach Sachsenburg

Einen Tag später lagert der Zug in Moosheim, am 9. Juli in Gleisberg in der Nähe des Bahnhofes, am 10. Juli in Berthelsdorf, am 11. und 12. Juli in Hartha an der Räuberschänke, am 13. Juli in Braunsdorf an der Fünferbrücke, am 14. Juli in Auerswalde, am 15. Juli in Sachsenburg. Start ist jeweils etwa 10 Uhr, Ankunft jeweils etwa 14 Uhr.

Von Steffi Robak

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