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Ostrau: Wappen mit Landmarken und Besonderheiten

Ostrau: Wappen mit Landmarken und Besonderheiten

Ostrau/Großweitzschen/Mochau/Zschaitz-Ottewig. Drei der vier Gemeinden führen ein Wappen, meist verwendet in Briefköpfen, Amtssiegeln und Mitteilungsblättern oder wie in Ostrau am Rathausgiebel.

 

Symbolisch sind markante Gebäude sowie ländliche Besonderheiten aufgegriffen. In Zschaitz-Ottewig gab es Bestrebungen für ein Wappen, die aus Kostengründen eingestellt wurden. Die DAZ sah sich die Heraldik einmal genauer an.

Ostrau

Das Ostrauer Wappen ist das älteste. Im Dresdner Hauptstaatsarchiv ist dessen Einführung in der Akte 10707 unter Nummer 5705 dokumentiert. Demnach wurde es am 15. Juli 1939 "gemäß den damaligen Gepflogenheiten vom Reichsstatthalter in Sachsen Martin Mutschmann verliehen". Auf der Verleihungsurkunde heißt es: "Ich verleihe der Gemeinde Ostrau die Berechtigung, ein Wappen in folgender Form - in geteiltem Schilde oben in goldenem Felde auf flachem grünen Hügel ein roter Kalkofen mit goldenen Flammen, unten in rotem Felde drei goldene Ähren - nach Maßgabe beiliegender Zeichnung zu führen." Außerdem wurde das Recht zur Führung eines Dienstsiegels übertragen.

Diese Symbolik wurde im Wesentlichen einem früheren Bildsiegel mit Bild, ohne Wappenschild und ohne Farbfestlegung entnommen, das 1926 für Ostrau eingeführt wurde. Entwurfsautor des Wappens von 1939 sei der Dresdner Kunstmaler Carl Albin Böhmert gewesen, informiert Dr. Eckhart Leisering vom Sächsischen Hauptstaatsarchiv. 2009 hat die Gemeinde Ostrau die Wappenfassung aktualisieren müssen, da es farbliche Abweichungen gab: Der Hügel war schwarz, die Flammen des Kalkofens rot dargestellt. Darüber hinaus wurde geprüft, ob das zu Zeiten des Nationalsozialismus eingeführte Wappen Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen enthält. Dies war im Falle Ostraus eindeutig zu verneinen, betont Leisering. Hauptamtsleiterin Antje Müller ergänzt: "Ein Verein fragte an, er wollte für ein Fest das Wappen nutzen. Außerdem lag uns bis dahin keine digitale Form des Wappens vor." Die Wappensatzung der Gemeinde wurde schließlich am 27. Oktober 2009 beschlossen. Sie regelt seitdem die Nutzung des Wappens, Antragsverfahren und Gebühren. Laut Müller gab es seither sechs Anträge, vier von Vereinen, zwei von Firmen.

Großweitzschen

"Bereits 2002 gab es erste Entwürfe für unser Wappen, bis dahin nutzte die Gemeinde das sächsische Landeswappen", erklärt Bürgermeister Ulrich Fleischer. Das Wappen vereine Symbolik der drei wichtigsten Orte der Kommune: Die Staupenbrücke Hochweitzschen, das Mockritzer Kornhaus und die Großweitzschener Kirche. Mit einem Beschluss vom Oktober 2004 habe der Gemeinderat einem geänderten Entwurf zugestimmt, so Fleischer weiter.

Aus dem Sächsischen Hauptstaatsarchiv ist darüber hinaus folgendes zu erfahren. Das Wappen von Großweitzschen wurde, nachdem das damalige Sächsische Hauptstaatsarchiv Dresden (jetzt Sächsisches Staatsarchiv, Abteilung Hauptstaatsarchiv Dresden) am 2. Dezember 2004 dazu eine positive Stellungnahme abgegeben hatte, am 7. Januar 2005 durch das damalige Landratsamt Döbeln genehmigt. "Es nimmt Bezug auf wichtige Bauwerke in den Ortsteilen von Großweitzschen, die, wie in Wappen üblich, nicht perspektivisch, sondern im Flachrelief dargestellt werden. Der Wappenschild ist von Rot und Blau durch eine goldene Bogenbrücke geteilt. Im oberen roten Feld befinden sich schwebend ein Kornhaus und eine Kirche, beide ebenfalls golden", so Dr. Eckhart Leisering.

Der Referent des Staatsarchives ergänzt: "Die Bezeichnung schwebend bedeutet, dass die Wappenbilder weder an die Ränder des Schildes noch eines der Wappenfelder anstoßen. Das Metall Gold wird in Wappen aus drucktechnischen Gründen häufig auch mit Gelb wiedergegeben."

Mochau

Im Mochauer Wappenbrief vom März 1988 ist der Aufbau wie folgt beschrieben: "Das Schild trägt im grünen Feld eine goldene Sumpfdotterblume mit goldenem Samen und einem Kopfbalken in Gold belegt mit einer schwarzen Kornähre." Gold und Grün sind die Farben der Kommune. Bürgermeister Gunter Weber erklärt zur Heraldik: "Das grüne Feld mit der goldenen Sumpfdotterblume mit goldenem Samen verweist auf die Wiesen und Auenlandschaften, die heute nur noch an den sichtbaren Wasserläufen anzutreffen sind. In den Ackerflächen, die wir heute vorfinden waren noch vor 50 Jahren viele solcher Wiesen und Auenlandschaften vorhanden." Durch Meliorationen (Bodenverbesserung) sei seit 1970 vieles verschwunden.Die Kornähre weise auf den fruchtbaren Lössboden hin. "Bei uns wachsen Weizen, Zuckerrüben und weitere Brotgetreidesorten besonders gut", so der Mochauer Gemeindechef.

Zschaitz-Ottewig

Die Kommune besitzt kein Wappen. Aus der Gemeindeverwaltung war zu erfahren, dass es Bestrebungen hin, zur Entwicklung eines eigenen Wappen und dafür bereits Vorschläge gegeben habe. Man aber schließlich aus Kostengründen auf die Erstellung eines solchen verzichtete.

Natasha G. Allner

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