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Döbeln Ostrau: Wilder-Mann-Verein bangt um Zuschüsse aus Dresden
Region Döbeln Ostrau: Wilder-Mann-Verein bangt um Zuschüsse aus Dresden
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00:18 05.11.2016
Viel ist geschafft – gerät die Sanierung des „Wilden Mann“ nun ins Stocken? Quelle: Foto: Sven Bartsch
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Ostrau

Rund 12.000 Euro Fördergeld hat der Verein Kulturdenkmal Gasthof Wilder Mann Ostrau für das kommende Jahr bei der Denkmalschutzbehörde des Landkreises beantragt. Damit soll die Fassade an der Durchfahrt inklusive Fenstereinfassungen und Dachrinnen saniert werden. Jahr für Jahr hat der Verein seit 2014 Geld aus der Landesdenkmalförderung über den Landkreis erhalten. Doch nun fürchtet die Vereinsvorsitzende Monika Fischer um den Fortgang der Arbeiten im kommenden Jahr. Denn im Entwurf des sächsischen Doppelhaushaltes für 2017 und 2018 sind die Mittel der direkten Verausgabung über den Landkreis von zuletzt fünf Millionen Euro auf Null zurückgefahren worden. Das liegt daran, dass die so genannten investiven Zweckzuweisungen um mehr als die Hälfte gekürzt wurden, um das Investitionsprogramm „Brücken in die Zukunft“ aufzulegen. Darunter leidet im Haushaltsentwurf nun der Denkmalschutz. „Wenn die Mittel wegfallen würden, ginge es außen erstmal nicht weiter. Alles in freiwilliger Leistung können wir nicht schaffen“, sagt Fischer.

Wie ernst dies für das historische Gebäude ist, erklärt der zuständige Architekt Thorsten Kühnrich, der seit Langem mit dem Verein zusammenarbeitet. „Die Fenstereinfassungen sind aus Sandstein, die Stürze zum Teil schon durchgebrochen. Das hält irgendwie, es kann auch noch ein oder zwei Jahre gehen, aber dann kann es erhebliche Schäden geben“, meint er. „Es sind kleine Ursachen mit großer Wirkung. Die Dachrinnen sind undicht, keine Bleche auf den Fensterbänken. Schon wird das Mauerwerk feucht und Balkenköpfe angegriffen.“

Dass es nach dem aktuellen Planentwurf zwei Jahre lang keine Fördermittel über den jahrelang angebotenen Topf geben soll, aus dem Einzelmaßnahmen mit einem Volumen von bis zu 25 000 Euro gefördert wurden, will Kühnrich nicht in den Kopf. „Das ist ja das Schizophrene. Wer im Finanzamt das ausgerechnet hat, wird von der Materie keine Ahnung haben. Da wurde es so hingerechnet, dass es aufgeht oder schön aussieht“, schimpft er. Zumal der Fördertopf regelmäßig voll ausgeschöpft wurde, während andere Programme wie die Brachflächensanierung nicht mal zur Hälfte genutzt wurden, wie er sagt. „Von den fünf Millionen, die für Sachsen ohnehin zu gering angesetzt waren, auf Null zu setzen, ist eine Frechheit“, meint Kühnrich. Darum haben er, der Ostrauer Verein Kulturdenkmal Gasthof Wilder Mann und 28 weitere Vereine, Besitzer von Schlössern und alten Mehrseithöfen einen offenen Brief an Ministerpräsident Stanislaw Tillich unterzeichnet.

„Am Jahrestag der Deutschen Einheit hat Herr Tillich das Ehrenamt noch so hervorgehoben. Er wird den Brief ja nicht direkt lesen, aber vielleicht gibt es eine Antwort über den Landkreis“, hofft Monika Fischer. Auch Thorsten Kühnrich ist vorsichtig optimistisch, dass dennoch Fördergeld fließt. „Wir stehen in Kontakt mit der Denkmalbehörde und unsere Landtagsabgeordneten setzen sich stark ein. Es gibt positive Signale, dass es doch Fördergeld geben könnte“, berichtet er.

Auch die Döbelner Landtagsabgeordneten Sven Liebhauser (CDU) und Henning Homann (SPD) sehen das letzte Wort noch nicht gesprochen. „Die Landtagsabgeordneten befinden sich gerade in der Haushaltsverhandlung. Dabei wird auch der Punkt ,Denkmalschutz’ intensiv besprochen“, schrieb Liebhauser auf DAZ-Anfrage. Er werde sich für den Denkmalschutz in seiner Heimatregion einbringen.

„Es wird wie so oft bei Haushaltsverhandlungen darum gehen, einen tragfähigen und finanziell soliden Kompromiss zu finden, für den ich mich gern einsetze.“ Henning Homann sieht das ähnlich und erwartet eine Einigung mit möglichem positiven Ausgang in Kürze. „Das letzte Wort hat das Parlament und es ist durchaus möglich, dass sich da in Sachen Denkmalschutz noch etwas tut. Im Laufe der Woche soll es koalitionsintern eine Einigung über den Haushalt geben“, sagte er der DAZ.

Von Sebastian Fink

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