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Ostrau kämpft mit Beate Wolf gegen den Blutkrebs

Typisierungsaktion Ostrau kämpft mit Beate Wolf gegen den Blutkrebs

Die an Blutkrebs erkrankte 46-jährige Ostrauerin Beate Wolf benötigt einen Knochenmarkspender. Am 10. April läuft in Zusammenarbeit mit der Deutschen Knochenmarkspendegesellschaft (DKMS) eine Typisierungsaktion an der Schule ihres Heimatortes. Zur jüngsten öffentlichen Probe der Jahnataler Blasmusik spendeten die Probenbesucher rund 600 Euro.

Für die an Leukämie erkrankte Beate Wolf aus Ostrau wird in Knochenmarkspender gesucht.

Quelle: Wolf

Ostrau. Ob es der passende Rahmen ist – ich war mir nicht sicher. Aber es war richtig so“. Ostraus Bürgermeister Dirk Schilling hatte am Sonntag nicht allein die Live-Probe der Jahnataler Blasmusik zu moderieren, und es ging nicht allein darum, die Zuhörer zum Schunkeln und Klatschen zu motivieren. Schilling trat auch als Schirmherr auf für eine Typisierungsaktion am 10. April für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS). Beate Wolf heißt die Frau, die unbedingt eine Knochenmarkspende benötigt. In Ostrau kennt sie fast jeder, und zwar von der Supermarktkasse im Penny. Dass Schilling mit dem Spendenaufruf und der Werbung für den Typisierungstag während der Blasmusikprobe an die Öffentlichkeit ging, hat sich als richtig erwiesen: „Nach der Probe haben mich viele angesprochen und signalisiert, dass das es in Ordnung war.“

Beate Wolf, 46 Jahre alt, ist sehr bekannt im Ort. Mit ihrem Mann geht sie gern tanzen, genießt die Zeit mit ihrer Tochter und dem kleinen Enkelsohn. Die Diagnose Leukämie veränderte von einen Tag auf den anderen alles. Nur eine Stammzellentransplantation kann Beate Wolfs Leben retten. Die Typisierung ist der erste Schritt auf der Suche nach einem passenden Knochenmarkspender.

Nach Blasmusikprobe 600 Euro Geld gespendet

Nach der Blasmusikprobe traf sich Schilling mit dem Unterstützerkreis, der vorrangig aus ihren Angehörigen besteht. Schilling sagt: „Ich bin ungeheuer beeindruckt von der Anteilnahme der Menschen aus der Region. Die Angehörigen von Beate Wolf sind hervorragend vernetzt, mobilisieren jetzt schon Leute im Freundes- und Bekanntenkreis, um auf die Aktion aufmerksam zu machen und Teilnehmer dafür zu gewinnen.“ Und ihn persönlich berührt das Schicksal ebenso: Beate Wolfs Bruder spielt bei der Jahnataler Blasmusik das Flügelhorn.

So funktioniert die Typisierung

So funktioniert die Typisierung: Von der Mundschleimhaut wird ein Speichelabstrich genommen.

Quelle: Sven Bartsch

Für die Typisierungsaktion am 10. April in Ostrau fungiert Dirk Schilling als Schirmherr. Auch deshalb nutzt er die Chance, zur öffentlichen Probe der Blasmusiker die Anwesenden anzusprechen. „Wer sich typisieren lassen möchte als potenzieller Knochenmarkspender, darf zwischen 11 und 55 Jahren alt sein. Da liegen Fans von Blasmusik erfahrungsgemäß darüber.“ Er freut sich deshalb um so mehr, dass allein am Sonntag rund 600 Euro Spendengeld zusammen gekommen sind. Es ist ein Anfang. Das Geld wird an die Deutsche Knochenmarkspendegesellschaft überwiesen.

Typisieren kostet 40 Euro

Schilling erläutert: „Eine Typisierung, verbunden mit einem Speichelabstrich im Mund und der anschließenden Registrierung in der Knochenmarkspenderdatei kostet 40 Euro. Die Krankenkassen tragen diese Kosten nicht, was bedeutet: Die DKMS, organisiert als gemeinnützige GmbH, muss die Typisierungsaktionen selbst finanzieren. Sie ruft deshalb zu Geldspenden auf.“ Theoretisch werden 40 000 Euro für die Ostrauer Aktion benötigt, denn – so lautet Schillings Ziel – es sollen sich 1000 Menschen am 10. April typisieren und als Knochenmarktspender registrieren lassen. „Es ist eine gigantische Summe, das schaffen wir nie. Natürlich finanziert die DKMS das Typisieren. Mit den Geldspenden zeigen wir Ostrauer aber auch, das wir das Anliegen der DKMS unterstützen. Und darauf kommt es mir besonders an – gerade mit dem Hintergrund, dass wir Beate alle gut kennen und sehr schätzen.“

Schilling hat in die Wege geleitet, was als Bürgermeister von Ostrau in seiner Macht steht. Für den 10. April, 11 bis 16 Uhr, öffnen sich die Türen der Ostrauer Grundschule für die Typisierungsaktion all jenen, die ihren Speichel untersuchen und sich als Knochenmarkspender registrieren lassen möchten. Feuerwehr und Bauhof werden eingesetzt, dass mit dem fahrenden sowie ruhenden Verkehr im Bereich um die Schule alles unaufgeregt und ohne Störungen ablaufen kann. Unter anderem werden die Fußballer und ihre Fans für diesen Tag darum gebeten, etwas weiter entfernt im Ort zu parken statt an der Schule. Es laufen nämlich am 10. April zwei Punktspiele. Es werde eine Einbahnstraßenregelung eingerichtet, damit der Verkehr ungehindert zur Schule hin- und von dort wieder abfließen kann. Schilling sagt: „Wer aus Alters- oder gesundheitlichen Gründen für eine Knochenmarkspende nicht in Frage kommt, stattdessen aber ein paar Euro oder einen Kuchen beisteuern kann, ist uns ebenso willkommen.“ Ein Volksfest solle der Typisierungstag nicht werden, deshalb wird zum Beispiel kein Bier ausgeschenkt. Wer zum Typisieren komme, werde in der Ostrauer Schule auf jeden Fall einen Kaffee und etwas zu essen bekommen.

Registrierungsaktion in Ostrau

Beate hat Blutkrebs. Sie kann nur überleben, wenn es – irgendwo auf der Welt – einen Menschen mit nahezu den gleichen Gewebemerkmalen gibt, der zur Stammzellspende bereit ist. Es kommt nur sehr selten vor, dass zwei Menschen nahezu identische Gewebemerkmale haben. Im günstigsten Fall liegt die Wahrscheinlichkeit bei 1:20.000, bei

seltenen Gewebemerkmalen findet sich eventuell unter mehreren Millionen kein ’genetischer Zwilling’. Die Suche ist aber auch deshalb so schwer, weil noch immer viel zu wenig Menschen als potenzielle Stammzellspender zur Verfügung stehen. Denn: Wer sich nicht in eine Spenderdatei aufnehmen lässt, kann nicht gefunden werden. Um für an Blutkrebs erkrankte Menschen wie Beate noch mehr potenzielle Lebensretter zu gewinnen, organisieren ihre Familie und Familie gemeinsam mit der DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei eine Registrierungsaktion am Sonntag, den 10. April, von 11 bis 16 Uhr Grundschule Ostrau, Ernst-Thälmann-Straße 29.

Von Steffi Robak

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