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Ostrauer Flüchtlingsfamilie freiwillig ausgereist

Drei Väter treten Jobs im Bauhof an Ostrauer Flüchtlingsfamilie freiwillig ausgereist

Die erste von fünf Ostrauer Flüchtlingsfamilien hat die Gemeinde auch als erste wieder verlassen. Wie Bürgermeister Dirk Schilling (CDU) berichtet, ist die vierköpfige Familie aus Tschetschenien freiwillig ausgereist. Derweil gibt es bei zwei anderen Familien Nachwuchs. Drei 80-Cent-Jobs im Bauhof werden bald besetzt sein.

Eine tschetschenische Familie hat Ostrau kürzlich freiwillig verlassen. Drei andere und eine Familie aus Afghanistan wollen bleiben.

Quelle: picture-alliance / dpa (Archiv)

Ostrau. Sie waren die ersten Geflüchteten, die vergangenen Sommer nach Ostrau kamen – eine vierköpfige Familie aus dem zur Russischen Föderation gehörenden Tschetschenien. Nun haben sie die Gemeinde auch als erste wieder verlassen. „Die Familie ist freiwillig gegangen“, bestätigte Ostraus Bürgermeister Dirk Schilling (CDU) der DAZ.

Die genauen Hintergründe kennt auch das Gemeindeoberhaupt nicht. Jedoch hatte es am 16. Januar den Versuch einer Abschiebung bei einer anderen tschetschenischen Familie gegeben (die DAZ berichtete), die wie alle Ostrauer Asylbewerber bisher in der Ernst-Thälmann-Straße untergebracht ist. Dass Familien ohne dauerhafte Bleibeperspektive unter diesem Eindruck das Angebot der freiwilligen Ausreise annehmen, ist denkbar.

Für das Gefüge der Flüchtlingsfamilien untereinander und den Kontakt zur Verwaltung habe die Ausreise keine Auswirkungen, meint Schilling. „Diese Familie war die eine, die sich hier nicht wirklich eingebracht hat“, sagte er. Seine Hauptkontakte zu den Familien – zwei tschetschenische Familienväter – werden dagegen wohl noch etwas länger mit ihren Angehörigen in Ostrau bleiben. Der eine sei bereits jüngst frisch gebackener Vater geworden, beim anderen stehe die erneute Vaterschaft kurz bevor.

Somit muss auch die Familie, bei der im Januar schon die Polizei zur Abholung vor der Tür stand, in den nächsten Monaten nicht um den Aufenthalt in Ostrau bangen. Eine Entscheidung über die Asylanträge ist aber bisher nicht gefallen. Sollte diese für die Familien negativ ausfallen, müssten sie das Land nach einer Schonfrist nach der Geburt der Kinder dennoch verlassen.

Bis dahin ist für die beiden genannten tschetschenischen und den afghanischen Familienvater für Beschäftigung gesorgt. Die schon Ende 2016 bewilligten 80-Cent-Jobs im Gemeindebauhof werden jetzt mit den Dreien besetzt. Der afghanische Vater fängt bereits in diesen Tagen an. Die Tschetschenen sollen ihre im Januar begonnene Tätigkeit wieder aufnehmen, sobald die ersten Nachgeburtswochen überstanden sind. Im Mai könnten alle drei schon zusammen im Dienst sein.

Derweil geht auch die sprachliche Integration der verbliebenen 30 Geflüchteten gut voran. Während der Unterricht für die russischsprachigen Erwachsenen von der Gemeinde organisiert wird, ist inzwischen auch der Sprachkurs für die Afghanen voll angelaufen.

Von Sebastian Fink

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