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Ostrauer Jugendliche vom Schicksal der Flüchtlinge berührt

Ostrauer Jugendliche vom Schicksal der Flüchtlinge berührt

Es ist vollbracht! Entspannt und mit nicht geringem Stolz schauen die sechs jungen Frauen auf das Ende ihres großen Projektes zurück: Seit der siebenten Klasse an der Goethe-Oberschule beschäftigen sie sich im Neigungskurs Geschichte, unterstützt von Andreas Lobe (Heimatverein Mügeln) und Lehrerin Hedwig Theisinger, mit den Geschehnissen rund um den Zweiten Weltkrieg in Mügeln.

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Dürfen stolz auf ihre Arbeit und die Ergebnisse des Neigungskurses an der Mügelner Goethe-Oberschule sein: Theresa, Sanela, Sabrina, Lucie, Hedwig Theisinger, Leonie und Andreas Lobe (v.l.). Drei Jahre forschten die Schülerinnen in einer rund zehnköpfigen Gruppe zur Geschichte rund um den Zweiten Weltkrieg in Mügeln. Die Ausstellung im Rathaussaal zieht jetzt teilweise in die Oberschule um. Requisiten gehen ins Schrebitzer und Mügelner Heimatmuseum zurück.

Quelle: Sven Bartsch

Einmal in der Woche beschäftigten sie sich für zwei Stunden mit den Geschehnissen und deren lokalen Auswirkungen.

 

Noch einmal besuchte die Truppe, welche zuletzt zehn aktive Schüler umfasste, gestern die Ausstellung im Rathaussaal, freuten sich über Einträge ins Gästebuch und sprachen abschließend über die Schaustücke, bevor die Infotafeln demnächst in der Schule aufgestellt und die Requisiten sowohl in das Mügelner Heimatmuseum als auch die Schrebitzer Kulturschule zurückkehren werden. Unter den jungen Geschichtsforschern befinden sich zahlreiche Schüler aus der Gemeinde Ostrau. Beispielsweise Sarah aus Schrebitz, sie recherchierte vorrangig das damalige Alltagsgeschehen. "Ich hatte den Eindruck, dass es den Menschen auf dem Dorf etwas besser ging als in der Stadt. Außerdem haben sie aus wenig viel gemacht. Das sollte uns heute im Bezug auf das Wegwerfen von Nahrungsmitteln zu denken geben", so das Resümee der Neuntklässlerin.

 

Die Delmschützerin Lucie berührte vor allem das Schicksal der Flüchtlinge: "Schon beeindruckend, wie es da zuging, vieles war neu und teilweise entsetzte mich, wie sie leben mussten." Leonie aus Lützschera, die mit ihr in der Gruppe "Flucht und Vertreibung" arbeitete, fand einige Dinge besonders krass: "Im Gespräch mit Zeitzeugen habe ich von einem toten Kind erfahren, welches auf dem Rückweg noch tagelang im Flüchtlingszug mitgeschleppt wurde, bevor es begraben werden konnte." Die Schülerin der neunten Klasse habe viel mit Freunden über ihre Zeitzeugenbefragung gesprochen, um die Erkenntnisse zu verarbeiten. Als Quintessenz nimmt sie für sich und ihr Leben heute mit, dass wir "sehr viel reichhaltiger leben, als damals".

 

Sanela und Sabrina oblag die Vorstellung des Projektes und deren Dokumentation. Für beide steht die Wichtigkeit der Auseinandersetzung mit dem Zweiten Weltkrieg fest: "Das Thema ist auch heute noch aktuell. Unserer Meinung nach fehlt es an Aufklärung, unsere heutige Generation muss erfahren, was wirklich passiert ist. Durch die Zeitzeugen bekam das Ganze eine stark lokale und emotionale Komponente. Und das war gut so."

Allner Natasha

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