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Ostrauer lehnen Spielothek im einstigen Schlecker-Markt ab

Investor plant zwölf Automaten Ostrauer lehnen Spielothek im einstigen Schlecker-Markt ab

Olaf Krahl will in den leerstehenden Ostrauer Schlecker-Markt im Gewerbegebiet eine Spielothek einbauen. Diese soll bis 23 Uhr geöffnet haben. Das stört Eigentümer und Mieter der Wohnungen über dem Laden. Die Gemeindeverwaltung will die Umnutzung nicht so einfach zulassen. Dafür müsse eine Ausnahmegenehmigung her.

Hier war die Drogeriewelt in Ostrau noch in Ordnung. Jetzt steht das Gebäude leer, in dem eine Spielothek mit zwölf Automaten eingerichtet werden soll. (Archivfoto)

Quelle: Sven Bartsch

Ostrau. eit der Schlecker-Pleite steht der ehemalige Markt im Ostrauer Gewerbegebiet leer. Versuche, der knapp 200 Quadratmeter großen Verkaufsfläche wieder Leben einzuhauchen, schlugen bislang fehl. Den Wohnungseigentümern und Mietern, die über dem Geschäft im Obergeschoss wohnen, war das in den letzten Jahren nicht unrecht. „Wir sind froh, dass wir ein bisschen unsere Ruhe haben“, sagte Klaus Vester während des Tagesordnungspunktes 10b der jüngsten Gemeinderatssitzung am Dienstagabend.

Dieser behandelte das Vorhaben von Olaf Krahl aus Grimma, den leeren Markt mit einer Automaten-Spielothek zu füllen. Der Plan: Der Verkaufsraum, in dem sich noch eine Mitarbeiter-Toilette und eine Teeküche befinden, wird entkernt und neu aufgeteilt. Auf einer Fläche von 144 Quadratmetern sollen zwölf Automaten sowie diverse Sitzgelegenheiten geschaffen werden. Die restliche Fläche wird für einen Raucherraum, Empfang, Büro und Gästetoiletten genutzt. Dafür sollen neue Wände eingezogen werden. So weit, so klar.

Was Klaus Vester und Werner Nickel, die die Sitzung für die Eigentümerversammlung des Hauses besuchten, sauer aufstieß, waren die geplanten Öffnungszeiten. Unter der Woche soll die Spielothek von 8 bis 23 Uhr und am Wochenende sowie an Feiertagen von 9 bis 23 Uhr geöffnet haben, erklärte Olaf Krahl, der zur Unterstützung und Erläuterung des Umbauvorhabens Ina Hollmann vom Freiberger Planungsbüro Phase 10 mitgebracht hatte. „Diese Zeiten sind im Glücksspielstaatsvertrag festgeschrieben“, erklärte Hollmann.

„Wir sind ein Wohnhaus, wie soll das werden mit der Ruhestörung oder der Parkplatzsituation?“, fragte Fester den Investor. „Es gibt nur zwölf Automaten, also werden auch maximal zwölf Spieler gleichzeitig drin sein. Die Automaten haben einen Lärmpegel von 56 bis 58 Dezibel und ein Ausschank oder laute Spiele wie Billard sind nicht vorgesehen“, versuchte Krahl zu beschwichtigen. Dazu werden, so Ina Hollmann, laut Vorschrift für diese Größe der Spielothek sieben Parkplätze verlangt, die vor dem Haus bereits bestehen und früher auch von Schlecker benutzt wurden. Für eine Nutzung darüber hinaus sei der Betreiber nicht zuständig.

Zweifel am Vorhaben kamen auch aus der Runde der Gemeinderäte. „Ich habe Bedenken über den äußeren Lärm – ganz unabhängig vom Klientel, das dort hingezogen wird“, sagte beispielsweise Torsten Boin (Freie Wähler). Auch Bürgermeister Dirk Schilling (CDU) machte deutlich, wie die Gemeindeverwaltung dem Ansinnen Krahls gegenübersteht. „Es ist so, dass wir eigentlich ein leerstehendes Objekt belegt sehen wollen, aber die angedachte Nutzung nicht unseren Vorstellungen entspricht“, erklärte er.

Normalerweise hätte die Gemeinde auf einen Umnutzungsantrag im Gewerbegebiet keinen größeren Einfluss. Allerdings habe die Gemeinde im Bebauungsplan des Gewerbegebiets keine Spielstätten ausgewiesen, wodurch für die Umnutzung ein Antrag auf Ausnahmegenehmigung beim Landratsamt gestellt werden müsse. „Alles ist mit dem Bauplanungsamt abgesprochen. Es wird Nachforderungen für den Antrag geben. Die Beurteilung ist dann für die Gemeinderatssitzung im April vorgesehen“, erklärte Schilling.

Von Sebastian Finke

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