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Ostraus Gasthof Wilder Mann: Eine Ahnung vom alten Glanz

Deckengestaltung Ostraus Gasthof Wilder Mann: Eine Ahnung vom alten Glanz

Ein wenig des alten Glanzes im Saal des Gasthofs Wilder Mann in Ostrau ist schon wieder zu sehen: Bei einer Besichtigung zeigten Vereinschefin Monika Fischer und Architekt Thorsten Kühnrich dem Landtagsabgeordneten Henning Homann (SPD), welche Fortschritte durch die Denkmalförderung im Freistaat erzielt wurden.

Blick nach oben: Das weiße Viereck an der Decke zeigt Vereinschefin Monika Fischer (2.v.l.) und SPD-Landtagsvize Henning Homann (2.v.r.) wie die Decke des Saals nach der Restaurierung aussehen könnte.

Quelle: Sebastian Fink

Ostrau. Vier Millionen Euro, meinte vor zehn Jahren die Gemeinde Ostrau, seien notwendig, um dem Gasthof Wilder Mann wieder zu altem Glanz zu verhelfen. Monika Fischer und der Verein Kulturdenkmal Wilder Mann haben in wenigen Jahren das Gegenteil bewiesen: Weniger als 50 000 Euro sind bislang als Fördermittel aus dem sächsischen Denkmalschutz, von der Stiftung Denkmalschutz und der Gemeinde Ostrau geflossen und etwa nochmal so viel durch Spenden und den Verein selbst. Dazu kommen unzählige Arbeitsstunden der Vereinsmitglieder. Dafür hat das Ostrauer Wahrzeichen einen großen Teil dieses Glanzes zurückerhalten.

Gestern konnte auch im Saal etwas davon wiedererblickt werden. Monika Fischer und Architekt Thorsten Kühnrich hatten den Vizevorsitzenden der SPD-Landtagsfraktion, Henning Homann, sowie Vertreter der Denkmalbehörde zu einer Besichtigung eingeladen. Denn nach rund 320 Arbeitsstunden haben die Leisniger Restauratoren Thomas Höhne und Matthias Steude mehrere Sichtachsen freigelegt und Muster erstellt, die erahnen lassen, wie schön der Saal einmal aussehen wird. Mit dem Skalpell haben sie die 1984/85 aufgetragene grüne und braune Dispersionsfarbe von der Decke gelöst und einige Malereien von etwa 1850 zum Vorschein gebracht, darunter das sehr gut erhaltene Bild einer französischen Champagnerflasche. „Das Weingut gibt es sogar noch. Über die Denkmalbehörde haben wir einen Händler in Dresden gefunden, der die Sorte noch vertreibt“, sagte Monika Fischer. Die erste Flasche sei bereits geleert.

Zwei große Rechtecke an der Decke haben die Restauratoren in verschiedenen Farben neu gestaltet, den Stuck mit Rotgold verziert. „Die endgültige Farbe wird mit dem Denkmalamt abgestimmt. Weiß, gelb oder beige könnten es werden“, erklärte Fischer. Dadurch werde der Saal wesentlich heller, während die Bühne eine kräftige Farbe erhalten soll.

Henning Homann hatte sich in den Haushaltsverhandlungen Ende 2016 dafür eingesetzt, dass das im ersten Entwurf gestrichene Budget für die Denkmalsanierung erhalten bleibt. Anlass war ein offener Brief Kühnrichs und Fischers an den Ministerpräsidenten, in dem sie die Wichtigkeit der fünf Millionen Euro jährlich hervorgehoben hatten. „Ein ganz großes Stück weit ist es Ihnen zu verdanken, dass es noch Fördermittel im Freistaat für den Denkmalschutz gibt“, lobte Homann in Richtung der beiden. „Und auf diese Art darauf hinzuweisen, mit Entschiedenheit und Anstand“, das habe im Parlament geholfen.

So darf der Verein auch für 2017 wieder auf Förderung hoffen. Bereits zugesagt hat die Stiftung Denkmalschutz nach der Anschubfinanzierung von 4000 Euro im vergangenen Jahr weitere 5000 Euro für 2017. Die Gemeinde Ostrau schießt ebenfalls 3500 Euro zu.

Damit können die Restauratoren nach Ostern wieder loslegen, den rund 160 Quadratmeter großen Saal komplett wieder herzurichten. Der Parkettfußboden soll schon bis Ende des Jahres aufgearbeitet sein. Heizung und Wasser sollen angeschlossen werden. Im kommenden Jahr könnte der Saal schon wieder genutzt werden, auch wenn er dann noch nicht ganz fertig ist. Draußen geht es an der Fassade auf der Ostseite weiter. Alle 14 Tage rücken die Vereinsmitglieder zum Arbeitseinsatz an. Die Mühe lohnt sich: Elf Familienfeste sind für dieses Jahr schon im Erdgeschoss angemeldet. Und erste Anfragen für den Saal gibt es auch schon.

Von Sebastian Fink

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