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Papageien-Wetter in Döbeln

Papageien-Wetter in Döbeln

Kein Sommer, nie wieder in diesen Breitengraden. Lange Zeit wagte kaum einer noch auf warme Temperaturen zu hoffen. Während in Amerika, Spanien oder Griechenland Dürre- und Trockenperioden herrschten, floss in Döbeln und Sachsen das Wasser vom Himmel und das Thermometer zeigte Herbst an - in Grad Celsius.

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Zwei Aras, mitten in Döbeln. Das konnte gestern Nachmittag nicht übersehen werden. Jacqueline und Lucas Jünger haben mit den beiden Papageien einen Spaziergang unternommen. "Das tut den Tieren gut", sagt sie.

Quelle: Matthias Pöls

öbeln. Kein Sommer, nie wieder in diesen Breitengraden. Lange Zeit wagte kaum einer noch auf warme Temperaturen zu hoffen. Während in Amerika, Spanien oder Griechenland Dürre- und Trockenperioden herrschten, floss in Döbeln und Sachsen das Wasser vom Himmel und das Thermometer zeigte Herbst an - in Grad Celsius. Doch dann, dann kam die Sonne. Das Thermometer stößt nun fast an seine Belastungsgrenze und die ersten mögen schon wieder stöhnen: zu heiß.

  Doch selbst die Papageien hecheln bei über 30 Grad - wie Hunde um ihre Körpertemperatur abzukühlen. Zwei Gelbbrustaras gingen gestern Nachmittag mit Jacqueline Jünger und ihrem Sohn Lucas in der Döbelner Innenstadt spazieren. Trotz der Hitze rissen die anderen Marktbesucher ihre Köpfe herum - spätestens wenn ein lautes Krächzen quer über die Straße flog. Das gelb bis türkisblaue Gefieder fällt neben der stattlichen Größe von knapp einem Meter auf. Zudem flößt der kantige Schnabel ordentlich Respekt ein. Mit diesem kräftigen Werkzeug könnten die Tiere locker eine Hand brechen. Normalerweise knacken die Aras damit aber ihre Nahrung, etwa Nüsse.

 Familie Jünger macht sich darüber keine Sorgen. "Wenn ihnen etwas nicht passt, dann könnten sie mal zwacken. Aber daran gewöhnt man sich", sagt der 14-jährige Lucas. Und Carlo, so heißt ihr Papagei, habe ohnehin noch nie gezwackt. Sollte sich der zweieinhalbjährige Ara einmal nicht wohlfühlen, "dann merkt man das", erzählt Jacqueline Jünger. Er werde nervös, laufe herum.

 "Es ist der erste Stadt-Ausflug für Bruno", berichtet Jaqueline Jünger. Die 37-Jährige hat den dreieinhalb Jahre alten Ara seit Mittwoch in ihre Obhut genommen. Die Besitzer befinden sich für zwei Wochen im Urlaub. Doch bis zum in Obhut nehmen war es eine kleine Tortur: Denn Bruno war ausgebüxt. "Ich bin mit Carlo hin um ihn anzulocken", erzählt sie. In der Döbelner Muldenstraße hockte der Ausreißer auf einer Birke. Auf das Locken des Artgenossen sprang der Vogel nicht an. Also kam die Feuerwehr hinzu, doch auch die Kameraden hatten keine Chance. Also wurde der Papagei mit Wasser besprenkelt. Er reagierte verschnupft und flog eine Runde bis zum nächsten Baum. "Dann konnte ich ihn mit einer Banane runter locken", erzählt Jacqueline Jünger. Es sei kein Problem gewesen, die Füße zu fesseln. Der bereits zum dritten Mal ausgebüxte Ara habe offenbar schnell Vertrauen gefasst.

 So können die beiden Jüngers mit jeweils einem Papagei auf der Schulter durch Döbeln laufen. Am Fuß der beiden Vögel liegt jeweils eine Leine - wie beim Hund. Carlo könne zwar frei fliegen, ihm sei alles beigebracht worden. Aber nach ihrem Umzug vom Land nach Döbeln, ist es Jacqueline Jünger doch zu gefährlich, mit den vielen Häusern und Autos. "Der Freigang ist gut für das Gefieder. Die Vögel müssen raus", erklärt die Tierfreundin. Bei diesen südamerikanischen Temperaturen müssten sich die Aras momentan pudelwohl fühlen. Auch, wenn sie ein bisschen hecheln.

Matthias Pöls

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