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Döbeln Paragrafen statt Pommes in Leisnig
Region Döbeln Paragrafen statt Pommes in Leisnig
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00:40 12.07.2015
Mario und Annett Müller warten schon lange auf eine Genehmigung für die Eröffnung ihres Imbiss in der Turnastraße 2 in Leisnig Quelle: Oliver Becker
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Seit letztem Jahr plant er die Eröffnung eines Schnellimbiss im Erdgeschoss für bis zu 25 Gäste mit amerikanischem Ambiente im Stil der 60er Jahre samt Jukebox. Annett Müller, Ehefrau mit Gastronomieerfahrung, will ihn führen. Es soll deutsche Kost geben - Pommes, Schnitzel, Bratkartoffel nebst zweier Tagesgerichte. Als Eröffnungstermin war der erste Juni dieses Jahr angedacht. Bislang jedoch scheiterte der Ostrauer an einem langwierigen Genehmigungsverfahren der Behörden - der Stadt Leisnig und dem Landratsamt Mittelsachsen in Freiberg.

Während andere Imbissbetreiber im Zentrum von Leisnig in der Regel bis zu fünf Monate auf eine Genehmigung warten müssen, sind es bei Müller bereits zehn. Und noch ist kein Ende in Sicht. In drei Monaten, spätestens in fünf, will die Freiberger Behörde eine Entscheidung fällen. Problem: Der Unternehmer übernimmt keinen bestehenden Imbiss, sondern muss die Bedingungen dafür erst schaffen. Eine Küche mit Abzug, zwei Notausgänge und drei Toiletten braucht der Laden. Zudem will er 30 Prozent der Kosten für die Erneuerung von Außenfassade und Dach über Fördermittel finanzieren, die es für Baumaßnahmen im Sanierungsgebiet in der Stadtmitte gibt. Der Bauherr muss dafür bestimmte Auflagen erfüllen, ebenso für die Genehmigung zur Imbiss-Eröffnung.

"Seit Antragstellung im September und Dezember 2014 kommen nachträglich immer neue Forderungen für bauliche Veränderungen, anstatt mir gleich eine Liste in die Hand zu drücken, was alles erledigt werden muss" kritisiert Müller die zeitliche Verzögerung durch die Freiberger Behörde. Er hat so etwas in seinem Beruf noch nicht erlebt und hält alles für Schikane. "Nach Antragstellung sollte ich plötzlich Sprossen in die Fenster setzen, den Fettabschalter draußen aufstellen, erst einen Notausgang mit Panikschloss im nur 45 Quadratmeter großen Gastzimmer einbauen, wo wir eine Eingangstür haben. Dann folgte nachträglich der Wunsch nach einem Notausgang für die Küche, wo wir ein neues Fenster rausreißen mussten. Nun sollen die gerade eingebauten weißen Fenster im Gastraum braun sein." Extrakosten: circa 10 000 Euro plus 3000 Euro, wenn die Fenster ersetzt werden müssen.

Das Landratsamt Mittelsachsen weißt jeden Schikane-Vorwurf von sich. "Längere Bearbeitungszeiten hätten sich in dem Fall ergeben, weil sechs Monate lang die Auflagen nicht umgesetzt worden sind", so Pressesprecher René Kaiser. Ein anderer Imbissbetreiber am Markt kommentiert den Vorfall so: "Hätten wir Fördermittel beantragt, stünden wir heute ohne Imbiss da."

Oliver Becker

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