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Döbeln Partzsch-Gruppe nach schwerer Krise wieder im Aufwind
Region Döbeln Partzsch-Gruppe nach schwerer Krise wieder im Aufwind
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10:51 26.01.2016
Es sind die großen Motoren und Generatoren, auf welche die Partzsch-Gruppe (im Bild Mitarbeiter Martin Frank) besonders spezialisiert ist. Quelle: Sven Bartsch
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Döbeln

Für die Unternehmensgruppe Partzsch in Döbeln war 2015 das zweiterfolgreichste Jahr der Firmengeschichte. Döbelns größter Arbeitgeber mit 683 Beschäftigten in 35 Werkhallen in der Region Döbeln und einem Unternehmensteil in Bitterfeld hat sich nach der schweren Krise in den Jahren 2012/13neu aufgestellt. Die Vertriebsstrategie wurde geändert und ganz aktiv auf Westdeutschland ausgerichtet. Der Vertrieb wurde gestärkt. Vielen potenziellen Kunden hat das Döbelner Unternehmenin den letzten Monaten vor Ort seine Möglichkeiten gezeigt. Das trägt in den Auftragsbüchern Früchte. „Es geht bei uns nicht nur um den Preis, sondern vor allem um Vertrauen und Qualität“, umreißt Firmenchef Thomas Partzsch (69) die Strategie. Weitere Partnerschaften mit großen Firmen laufen an. Unterschrieben sind auch die Verträge mit einem Maschinenbauunternehmen aus Taiwan, deren Umrichter und Motoren die Partzsch-Gruppe mit in ihr Sortiment nimmt. Forschung und Entwicklung betreibt die Unternehmensgruppe gerade zur Energieeffizienz. Für Thomas Partzsch ist Energieeinsparung ein großes Zukunftsthema. Dafür will die Gruppe weitere Leistungen und Produkte am Markt etablieren. Deshalb wird die Stelle eines Entwicklungsingenieurs für diese Thema geschaffen und wurde in Bitterfeld ein Doktorand eingestellt, der die Energieeffizienz des magnetischen Kreises erforscht. „Oberstes Ziel ist es den Wirkungsgrad unsere Elektromaschinen weiter zu verbessern“, so der Firmenchef.

Seine einzelnen Firmenbereiche hat Thomas Partzsch im vergangenen Jahr neu strukturiert und geschäftliche Verantwortung abgegeben. Er selbst trägt als Chef einer Art Holding die strategische Verantwortung, Den Bereich Elektro-Motoren mit etwa 400 Mitarbeitern in Döbeln verantwortet Thomas Götze. Die Spezialdrahtfertigung in Ossig mit 55 Leuten wird von Remo Nitzschmann geleitet. Den Elektromaschinenbau mit 75 Mitarbeitern in Mochau führt Christian Partzsch. Die Windgeneratorenfertigung mit 18 Leuten in Döbeln lenken Thomas Müller und Holger Klotsche und die Firma PAMO in Bitterfeld mit 135 Mitarbeitern leitet Horst Thonfeld zusammen mit drei Prokuristen.

Elektromotoren bis zu 30 Tonnen Stückgewicht konstruieren und bauten die Partzsch-Leute. Ein Großauftrag eines Windkraftanlagenbauers über 30 Sechs-Megawatt-Windgeneratoren allein in diesem Jahr sichert die Jobs. Zudem gibt es eine Partnerschaft mit einem Konstruktionsbüro für Generatoren bis 20 Megawatt, welche dann bei Partzsch gefertigt werden. Im Bereich Elektromotoren hat Unternehmer Thomas Partzsch gerade die größten Pläne. „15 Millionen Elektromotoren sind allein in Deutschland im Einsatz und alle müssen irgendwann gewartet werden“, sagt er. Ihm schwebt vor Montagelinien umzukehren und die Demontage der Motoren zu automatisieren. Eine eigens gegründete Arbeitsgruppe wird im Sommer dazu in Halle 21 im Gewerbegebiet an den Start gehen und Versuche starten. Ziel ist es Elektromotoren optimierter auseinanderzunehmen, zu reinigen und zu warten und schnellstmöglichst wieder beim Kunden in Betrieb gehen zu lassen.

Im Bereich Spezialdrähte in Ossig werden 2016 etwa drei Millionen Euro in neue Drahtlackieranlagen, Glühöfen und Umbandelungsmaschinen investiert. Erstmals in der Firmengeschichte hat Partzsch Spezialdraht 2015 glatte 400 Tonnen Draht pro Monat ausgeliefert. Die Hälfte davon wird in den Werkhallen der Firmengruppe weiterverarbeitet. Die andere Hälfte europaweit verkauft. Diese Drahtmenge soll 2016 wieder erreicht und noch gesteigert werden. Dank des Engagements der Mitarbeiter konnten die Produktionsausfälle nach einem Anlagenbrand in Ossig deutlich eingedämmt und dennoch dieses gute Betriebsergebnis eingefahren werden.

Im Bereich Elektromaschinenbau wurde gerade der Rahmenvertrag mit einem Windkraftanlagenhersteller über drei Jahre abgeschlossen. 30 Windkraftgeneratoren werden in Mochau in diesem Jahr neu gebaut und ausgeliefert.

Geschlossen und in Teilen nach Döbeln verlagert wird dagegen der Standort Leisnig (ehemals Mechanik Leisnig). Die Unternehmensgruppe Partzsch stellt die Spindel-und Unterwalzenfertigung für Textilmaschinen ein und wird nur noch Teilleistungen in dem Bereich im Mochauer Werk ansiedeln.

In der Partzsch Windgeneratoren GmbH sollen in diesem Jahr weitere Mitarbeiter eingestellt werden. Gerade wurde die Mannschaft von 13 auf 17 aufgestockt und mit neuen Autos ausgestattet. Bundesweit sind die Leute in Zweierteams unterwegs, um Windkraftanlagen zu warten. Die Zahl der Revisionen an solchen Anlagen steigt. Thomas Partzsch verspricht sich davon Wachstum in dem Firmenbereich.

Im Bitterfelder Pamo Werk werden Elektromotoren von Schienenfahrzeugen repariert. Dazu hat die Partzsch-Gruppe Rahmenverträge etwa mit der S-Bahn Hamburg und der Stuttgarter Straßenbahn abgeschlossen.

Von Thomas Sparrer

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