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Döbeln Patt beim Abwasser: Hartha Spielball zwischen Leisnig und Waldheim
Region Döbeln Patt beim Abwasser: Hartha Spielball zwischen Leisnig und Waldheim
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14:15 05.10.2016
Leisnig stellt sich quer und lässt Hartha nicht aus dem Abwasserzweckverband. Quelle: Steffi Robak
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Hartha/Leisnig/Waldheim

Im Ringen um eine gesicherte Zukunft des Abwasserverbandes Leisnig gelang den Leisniger Ratsmitgliedern zu ihrer jüngsten Sitzung ein mächtiger Schlag ins Wasser: Dem Ansinnen aus Hartha, die Gersdorfer Ortsteile und damit perspektivisch die Kommune Hartha aus dem Verband zu entlassen, diesen damit überflüssig zu machen und die Leisniger Abwasserbeseitigung in kommunale Eigenregie zu nehmen, stimmten die Ratsmitglieder nicht zu (DAZ berichtete). Das hat für die beteiligten Kommunen Leisnig sowie Hartha und deren Bürger, nicht zuletzt für die interkommunale Zusammenarbeit auch mit Waldheim, weitreichende wenngleich nicht sofort offensichtliche Folgen.

Mitglied in zwei Verbänden: Für Hartha mehr Aufwand

Den Hauptbeteiligten, den Bürgermeistern und im Zweckverband Stimmberechtigten, ist kein Statement abzuringen: Leisnigs Stadtoberhaupt Tobias Goth (CDU) verabschiedet sich nach der Donnerstagssitzung in die Urlaubsabwesenheit. Sein Amtsbruder Ronald Kunze (parteilos) aus Hartha erfährt nach eigenem Bekunden aus der Döbelner Allgemeinen Zeitung den Ausgang des Leisniger Beschlusses vom Vorabend.

Dieser beschert dem Stadtoberhaupt sowie diversen weiteren Harthaer Rathausmitarbeitern durch die Präsenz der Kommune in zwei Abwasserverbänden – Waldheim und Leisnig - den doppelten Arbeits-, Zeit- und damit finanziellen Aufwand. Diesen Zustand hätten die Harthaer Räte und ihr Bürgermeister gern wegen der Kostenersparnis zum Wohle von Hartha aus der Welt geschafft, indem die Gersdorfer Orte mit zum AZV Waldheim wechseln. Dass die Leisniger Stadträte das durchkreuzen, sei für Kunze nicht zu erwarten gewesen. Er könne es deshalb auch nicht kommentieren.

Leisnig will gleich mit in Verband „Untere Zschopau“ wechseln

Die nun entstandene Diskrepanz basiert auf sehr unterschiedlichen Interessenlagen, wobei auch der Zweckverband „Untere Zschopau“, mit den Mitgliedern Hartha und Waldheim, in Betracht gezogen werden muss: Auf Leisniger Seite, wo die Geschäftsführung des Abwasserzweckverbandes seit diesem Sommer in den Händen der KEM (Kommunalentwicklung Mittelsachsen) liegt, drängen die Ratsmitglieder darauf, der Verband „Untere Zschopau“ solle doch gleich Leisnig kurzerhand aufnehmen.

Leisnig vertraut offenbar darauf, dass dies dem in Waldheim ansässigen Verband von alleine so sinnvoll und zwingend erscheint, dass bedenkenlos zugestimmt wird. Weil Leisnig für eine etwaige Eigenbetriebsgründung den „mühseligen Zwischenmist“ scheut, wie dies jemand in der Ratssitzung formulierte, wird dieser den Harthaern weiterhin zugemutet - eine Pattsituation. In Waldheim und Hartha ist der Wechsel der Gersdorfer Ortsteile in den Verband „Untere Zschopau“ positiv beschieden.

Waldheimer Ratsmitglieder eher reserviert

Für die große Rundumlösung – alle drei Kommunen in einen Verband – lässt sich Waldheim keinesfalls von den gegenwärtigen Leisniger Problemen hetzen. Und Hartha badet das aus. Alles andere ist mehr oder minder lautstarke Begleitmusik: Dass sich für einige Anschlussarten im Leisniger Verbandsgebiet die Abwassergebühr ein wenig erhöht, für andere Anschlussarten wiederum sinkt; dass Leisnig noch immer keinen Wirtschaftsplan für 2017 hat oder die Niederschlagswassergebühr noch einführen muss – woran im Übrigen kein Weg vorbei führt. Dazwischen sitzt KEM-Geschäftsführer Jens Burkersrode, der den Zweckverband „Untere Zschopau“ seit fünf Jahren und seit diesem Jahr auch den Leisniger begleitet. Sein Gesichtsausdruck nach der Leisniger Ratssitzung lässt auf eine gewisse Art Verzweiflung schließen.

Von Steffi Robak

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