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Pechsträhne bringt Ladendieb hinter Gitter

Pechsträhne bringt Ladendieb hinter Gitter

Ladendiebstahl lohnt sich nicht. Insbesondere dann nicht, wenn man sich dabei erwischen lässt. Und ganz besonders dann nicht, wenn der Dieb nach einer Verurteilung wegen dieses Delikts aus dem Gerichtssaal direkt in den Baumarkt steuert, dort Waren im Wert von rund 400 Euro einsteckt, um am Ausgang dem Ladendetektiv in die Arme zu laufen.

Döbeln. Ladendiebstahl lohnt sich nicht. Insbesondere dann nicht, wenn man sich dabei erwischen lässt. Und ganz besonders dann nicht, wenn der Dieb nach einer Verurteilung wegen dieses Delikts aus dem Gerichtssaal direkt in den Baumarkt steuert, dort Waren im Wert von rund 400 Euro einsteckt, um am Ausgang dem Ladendetektiv in die Arme zu laufen. So geschehen im vergangenen Sommer in Döbeln. Aber erst recht dann nicht, wenn er sich ein paar Monate später und wenige Tage vor der nächsten Gerichtsverhandlung vom selben Kaufhausdetektiv erneut beim Klauen erwischen lässt - und der auch noch als Zeuge im Verfahren aussagen soll.

 

Die kleinkriminelle Laufbahn von Mirko W. ist von dem gekennzeichnet, was ihn offenbar seit seiner Kindheit begleitet: Pech. Gestern konnte das Amtsgericht Döbeln nicht mehr anders, als ihn zu einer Haftstrafe von einem Jahr und zwei Monaten wegen räuberischen Diebstahls zu verurteilen.

Dort, auf der Anklagebank, saß der vorbestrafte Döbelner auch schon Ende Juli. Derselben Richterin gegenüber wie gestern - Christa Weik. Wieder eine Laune des Pechs. Weik konnte sich nämlich "noch sehr gut daran erinnern, wie ich sie zu den Bewährungsauflagen belehrt und ihnen die Konsequenzen weiterer Verfehlungen erklärt habe." Weik hatte dem Knaben eine sechsmonatige Jugendhaftstrafe, ausgesetzt auf zwei Jahre Bewährung mit Auflagen erteilt. Dass er nach dem Urteilsspruch in einen Baumarkt ging, um LED-Dekoleuchten zu stehlen, "kann ich nicht fassen", so Weik gestern. Was nicht der letzte Fehltritt des jungen Mannes blieb. Die Staatsanwaltschaft Chemnitz hatte ihm in der gestrigen Verhandlung zudem des Diebstahls einer Tastatur in einem Döbelner Elektrofachgeschäft und des Einbruchsdiebstahls in eine Laube der Gartenanlage "An der Sandgrube" zur Last gelegt. Beide Male flog er auf.

Spätestens als dann der Ladendetektiv im Zeugenstuhl saß und berichtete, dass er Mirko W. erst vor wenigen Tagen beim Ladendiebstahl in Döbeln erwischte, waren die letzten Hoffnungen auf eine Bewährungsstrafe passé. Auch wenn Verteidiger-Anwältin Kristin Böhme in ihrem Schlussvortrag auf eine nochmalige Chance in Form einer Strafaussetzung auf Bewährung plädierte. "Das umfassende Geständnis und ihre Reumütigkeit reichen nicht mehr aus, um besondere Gründe feststellen zu können, die die Bewährung rechtfertigen würden", erklärte Christa Weik.

Auch die Unzuverlässigkeit von Mirko W. sei kein Hinweis darauf, dass er auf einem besseren Weg wäre. Beim Bewährungshelfer meldete sich der 21-Jährige nicht, Diebstähle beging er auch nach Absitzen eines einmonatigen Jugendarrests weiter und Arbeitsstunden leistete er nicht ab. Mirko W. bedauerte die Taten und sich selbst. "Es läuft bei mir alles drunter und drüber. Ich bekomme das ohne Hilfe nicht auf die Reihe. Ich habe weder Überblick über meine Schulden, noch sind meine behördlichen Dinge irgendwie geregelt. Ich würde damit jetzt gern beginnen, eine Lehre anfangen und vor allem zu Ende bringen und weg vom Klauen kommen", erklärte er dem Gericht. Zuletzt ist er wegen Mietschulden aus seiner Wohnung geflogen. Die Diebstähle habe er vor allem begangen, um sich mit dem Verkauf der Beute über Wasser zu halten.

Jetzt muss Mirko W. hinter Gitter. Für ihn womöglich der geeigneteste Ort, um mit Hilfe von Sozialpädagogen ein straffreies und geordnetes Leben vorzubereiten.

Thomas Lieb

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