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Döbeln Perle an die Autobahn – Waldheim will werben und darf nicht
Region Döbeln Perle an die Autobahn – Waldheim will werben und darf nicht
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11:18 24.02.2016
Waldheim, die Perle des Zschopautals, will an der Autobahn auf sich aufmerksam machen. Allerdings fehlen derzeit noch die Touristenströme, um die braunen Tafeln aufstellen zu dürfen. Quelle: Sven Bartsch
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Waldheim

„Perle des Zschopautals“ – das könnte auf Schildern stehen, die die Kraftfahrer an der Autobahn grüßen und auf Waldheim als touristisches Ziel hinweisen. So wie die braunen Tafeln das bereits für Döbeln tun, mit den Motiven Pferdebahn, Riesenstiefel und Rathaus. Die Lommatzscher Pflege hat solche Schilder, die Burg Kriebstein ebenso und auch das Burgen- und Heideland.

Warum also nicht auch Waldheim, findet die Arbeitsgruppe Tourismusentwicklung der Zschopaustadt. Die Idee gab es bereits 2011. CDU-Stadträtin Kathrin Schneider hatte bei der Stadtverwaltung angefragt, was daraus geworden ist. „2011 wurden die Schilder nicht beantragt, diese müssen neu beantragt werden“, sagte Bürgermeister Steffen Ernst (FDP) zur jüngsten Stadtratssitzung. Vor drei Jahren hatte der damalige sächsische Verkehrsminister Sven Morlock (FDP) die Bestimmungen gelockert, die das Aufstellen solcher touristischer Hinweistafeln an Autobahnen regeln. Zwischen zwei Anschlussstellen können bis zu vier solcher Tafeln stehen. Es gilt jedoch ein Mindestabstand von 250 Metern. Aber es gibt eine Hürde. Und die heißt „Übernachtungszahlen“. Damit eine Stadt oder Gemeinde ein solches touristisches Schmäckerchen ist, das an der Autobahn beworben gehört, muss die jeweilige Kommune viele Gäste haben. „Wir brauchen mindestens 25 000 Übernachtungen“, sagt Bürgermeister Ernst, der sich bereits mit dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) in Verbindung gesetzt hat. „Die Richtlinie für touristische Hinweisschilder regelt, dass ein Ort mindestens 25 000  Übernachtungen oder 10 000 Besucher pro Jahr haben muss, um eine solche Tafel aufstellen zu dürfen“, erläutert Nicole Wernicke, Sachbearbeiterin im Lasuv, die Rechtslage.

Von beiden Zahlen ist Waldheim deutlich entfernt. Stadträtin Kathrin Schneider, ebenfalls in der Arbeitsgruppe Tourismusentwicklung engagiert, schätzt die jährlichen Übernachtungszahlen auf etwa 20 000. „Auf 10 000 Tagestouristen zu kommen, wird wahrscheinlich noch schwieriger, als auf 25 000 Übernachtungen. Auf den ersten Blick klingt das besser, als es eigentlich ist“, sagt sie.

Und kündigt an, weiter für die Schilder zu kämpfen. Noch nicht ganz klar ist, was auf diesen Tafeln stehen soll. Nahe läge ein Motiv mit dem in Waldheim geborenen Bildhauer Georg Kolbe, dessen Enkelin der Stadt viele Plastiken ihres berühmten Großvaters hinterlassen hat. Für diese baut die Stadt gerade das als „Napoleonhaus“ bekannte Gebäude am Niedermarkt zum Stadt- und Museumshaus aus. „Die Kolbe-Euphorie ist vielleicht schon vorbei. Ich finde Perle des Zschopautals schöner“, sagt Kathrin Schneider.

Von Dirk Wurzel

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