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Personalabbau in Riesenschritten

Sparen in Leisnig Personalabbau in Riesenschritten

Nie zuvor verließen so viele Mitarbeiter innerhalb kurzer Zeit das Rathaus von Leisnig, gingen in den Ruhestand oder in Rente. 2015 und 2016 hatte die Kernverwaltung der Kommune die meisten Personalabgänge zu verzeichnen. Und das wird noch weiter gehen: Laut Bürgermeister Tobias Goth (CDU) wird das Personalsparkonzept fortgeschrieben.

Geld fehlt in Leisnig. Unter anderem wird im Rathaus personal gespart.

Quelle: Jürgen Kulschewski

Leisnig. In diesem Jahr und in dem davor hatte die Kernverwaltung der Kommune Leisnig die meisten Personalabgänge zu verzeichnen. Zuletzt beendete Petra Müller vom Kulturamt Ende Oktober nach mehr als 40 Jahre langer Arbeit ihren Dienst für die Stadt und ging in Rente (DAZ berichtete). Innerhalb der vergangenen Monate hatten auf anderen Stellen langjährige Arbeitskollegen ihre Tätigkeit beendet, wurden teils aus den eigenen Reihen ersetzt. Neben Petra Müller hatten unter anderem zuletzt die Kämmerin Jutta Schauer und Tomas Schulze vom Liegenschaftsamt ihren Dienst beendet.

„Insgesamt gingen 2015 und 2016 sechs Kollegen in Ruhestand oder Rente“, erläutert Leisnigs Stadtoberhaupt Tobias Goth (CDU). Die Phase mit den schnell aufeinander folgend endenden Arbeitsverhältnissen sei nun beendet. Wie die Arbeit innerhalb der Kernverwaltung umverteilt wird, ist im Personalentwicklungskonzept der Stadt festgehalten. Es war eine Hinweis der Rechtsaufsichtsbehörde beim Landratsamt Mittelsachsen gewesen, dass sich die Verwaltung der Stadt personell verschlanken muss. 2,1 Mitarbeiter, rein rechnerisch bezeichnet als Vollzeitäquivalente, darf eine Kernverwaltung in Sachsen auf 1000 Einwohner haben, wobei für die Vollzeitäquivalente die Arbeitsstunden von auch in Teilzeit beschäftigten Mitarbeitern zusammengerechnet werden. Das Personalentwicklungskonzept ist Bestandteil des Konsolidierungsplanes der Stadt. Mittlerweile liegt die zweite Fortschreibung des Konzeptes im Entwurf vor. Leisnig muss weiter auf die Zahlen schauen. Auch könne nicht mit Gewalt an allen Ecken gespart werden, denn das Arbeitspensum müsse erledigt werden können, so Goth. Aus diesem Grunde gab es auch diverse Neueinstellungen. Zum ersten Mal ist eine junge Frau bei der Leisniger Verwaltung in Lehrausbildung, und die Erfahrungen seien gut, so der Bürgermeister.

Momentan liegt Leisnig bei 2,5 Vollzeit-Äquivalenten pro 1000 Einwohner statt bei den geforderten 2,1 – also noch über dem Limit. Trotz aller Erfordernisse des Sparens sei der Wert von 2,1 auch nur sehr schwer allein durch Personalabbau zu erreichen. Goth: „Das geht schon allein auf den demografischen Faktor zurück: Die Einwohnerzahl Leisnigs sinkt weiter. Mit dem Einsparen von Personal sind wir dieser Entwicklung also immer hinterher. Und die Arbeit darf auch nicht liegen bleiben.“

Wie Aufgaben umverteilt werden im Rathaus, machte zuletzt das Beispiel Petra Müller deutlich. Jahrelang im Kulturamt der Stadt unter anderem zuständig für das Organisieren der großen Feste in der Stadt, besetzte sie in den vergangenen Jahren das Bürgerbüro an der Rathauspforte, hatte dort zuletzt die Aufgaben des Meldeamtes mit auf dem Tisch.

Insgesamt hat die Stadtverwaltung momentan rund 23 Mitarbeiter, so Goth. Zur Kernverwaltung gehöre die Bauhofbesatzung. Das sind noch einmal 22 Leute. Drei beim Technologieorientierten Gründer- und Entwicklungszentrum (TGE) beschäftigte Personen erledigen ebenfalls Aufgaben aus dem Bauhofsektor.

Nach Aussagen von Tobias Goth sei in Betracht gezogen worden, Bauhofaufgaben ganz an das TGE auszugliedern. Doch das sei nicht so einfach im Handumdrehen umzustrukturieren: Hoheitliche Aufgaben der Kommune darf diese nicht so einfach in externe Händen abgeben. Die Rahmenbedingungen dafür zu prüfen, sei dennoch sinnvoll. Goth: „Es käme zumindest der dringend nötigen Konsolidierung zu Gute .“

Von Steffi Robak

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