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Peter Rother mit 74 Jahren noch lange nicht im Leichtathletik-Ruhestand

Peter Rother mit 74 Jahren noch lange nicht im Leichtathletik-Ruhestand

Diese Woche herrscht noch Ruhe im Hause Rother. Leichtathletik-Ruhe. Doch die ist nächste Woche - Gott sei Dank - auch vorbei, denn dann geht endlich das Training wieder los.

Döbeln.

 

 

 

 

Dieses Alter sieht man ihm nicht an. Peter Rother hat gerade seine erfolgreichste Zeit als Trainer hinter sich, das scheint zu beflügeln. Mit Clemens Pigorsch, Benjamin Bauer und Paul Dewitz durfte er die bislang größten Talente formen, die ihm in seinen 52 Jahren als Übungsleiter und Trainer in die Hände gefallen sind. Zwei der mittlerweile 15-Jährigen hat er jetzt ziehen lassen - Clemens und Benjamin lernen ab kommendem Schuljahr auf der Sportmittelschule Chemnitz und trainieren im Leistungszentrum der Stadt. Für Peter Rother, der die Jungs betreut hat, seit sie neun Jahre alt waren, ein logischer Schritt, weshalb er den Weggang seiner Schützlinge auch nicht bedauert. Stolz ist er auf die "Kerle", die in den zurückliegenden sechs Jahren eine unglaublich gute Entwicklung genommen haben. Und er freut sich, wenn er das auch von anderen zu hören bekommt.

Peter Rother ist ein strenger Trainer. Das sagt er selbst von sich. Und die Zeiten, in denen Clemens, Benjamin - und Paul auch weiterhin - bei ihm übten, übten und nochmals übten, waren für die Jungs nicht immer leicht. Doch nicht nur die beiden Athleten, sondern auch deren Eltern sind dem Senior dankbar für die jahrelange Betreuung und Begleitung auf dem Weg zu vielen Titeln und Medaillen.

Das vergangene Jahr war auch für den Coach ein besonderes. Da wird Clemens Deutscher Meister im Blockmehrkampf Lauf, Benjamin Bauer erkämpft bei der selben Meisterschaft Bronze im Blockmehrkampf Wurf. In diesem Jahr in Wesel am vergangenen Wochenende holt Letzterer Platz fünf, Clemens wird Zweiter. Paul Dewitz wird mit drei Bestleistungen Zwölfter. Natürlich war Peter Rother mit seiner Frau Christel vor Ort - auch, wenn die beiden Jungs die Vorbereitung schon in Chemnitz bestritten haben.

Im Leben der Rothers dreht sich "alles um die Leichtathletik", wie die Frau des Hauses lachend sagt. Dass dem so ist, hat die Familie wahrscheinlich irgendwie auch Heinz Pohl zu verdanken, der Peter Rother 1960 als Übungsleiter für die Leichathletik bei Lok Döbeln verpflichtete. Bis dahin hatte der Döbelner, der als Konstrukteur bei DBM arbeitete, lediglich als Kampfrichter Kontakt zu dem Sport, der heute sein Leben ausfüllt. Nach kurzer Unterbrechung durch die Armeezeit übernahm Peter Rother 1965 wieder eine Übungsgruppe bei der Lok, ab 1971 war er für das Trainingszentrum Döbeln (TZ) tätig, macht 1974 seine Ausbildung zum Trainer mit B-Lizenz. "Damals war die Unterstützung des Sports als gesellschaftliche Arbeit anerkannt", bemerkt der 74-Jährige in Erinnerung an die Zeiten, in denen Betriebe ihre Angestellten noch freistellten, damit diese zum Training gehen konnten. Auch, wenn sich die Zeiten diesbezüglich seiner Ansicht nach stark geändert haben, die Art und Weise seines Trainings hat Peter Rother beibehalten. Noch heute trainiert er seine Schützlinge nach Methoden und Plänen aus seiner TZ-Tätigkeit. Die Einheiten für seine "Kerle" sind zwei Stunden Arbeitszeit - dreimal in der Woche ist Training und zwar auf eigenen Wunsch der Jungs und ihrer Eltern. Murren und Maulen hat Peter Rother von seinem Erfolgs-Trio "schon seit vier Jahren nicht mehr gehört". Seine Augen leuchten und bekommen manchmal einen feuchten Glanz, wenn er von seinen Schützlingen erzählt. "Die Burschen haben das trainiert, was angesagt war." Und sich enorm entwickelt. Clemens Pigorsch, der als ehemaliger Schwimmer zur Leichtathletik kam, war ein "Schlacks". "Er musste alles neu lernen." Zwölf Meter wirft er den Speer als Elfjähriger, mit 13 Jahren sind es schon über 40. Benjamin ist aus Mochau nach Döbeln gekommen, kräftig und schon schnell. "Aber er hat sich auch im Wurf entwickelt." Beide führen heute Sachsens Bestenlisten an, Benjamin Bauer ist Mittelsachsens und Sachsens bester Weitspringer.

Peter Rother hofft, dass sich seine Jungs auch weiterhin gut entwickeln. Dass sie vor allem verletzungsfrei bleiben. Für ihn wird es ab Montag weitergehen wie bisher: Als Trainer steht er dreimal pro Woche im Stadion und versucht, die nächsten Schützlinge voranzubringen. Ab November beginnen die ersten Wettkämpfe, in den Herbstferien steht das traditionelle Trainingslager auf dem Rabenberg an. Es gibt viel zu tun - für ihn und seine Frau, die ihn organisatorisch und in Sachen Computer und Ergebnis-Statistiken seit vielen Jahren tatkräftig unterstützt. Geht es nach Peter Rother, bleibt es noch lange so. "Das ist meine Aufgabe, das ist mehr als nur eine Beschäftigung." Denkt er an die Zukunft, vergisst er sein Alter. Jetzt übernimmt er eine neue kleine Trainingsgruppe mit Achtjährigen. "Mal schauen, was aus denen wird. Und wo ich bin, wenn diese Kinder 15 Jahre alt sind..." Manuela Engelmann

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