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Döbeln Pfingsten startet die Freibadsaison
Region Döbeln Pfingsten startet die Freibadsaison
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18:10 23.04.2018
Am Pfingstwochenende soll die neue Freibadsaison in Döbeln starten. Quelle: Sven Bartsch
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Döbeln

Am kommenden Montag heißt es Rohr frei im Döbelner Freibad. Dann beginnen die Badmitarbeiter mit dem Einlassen des großen Schwimmbeckens. Etwa zweieinhalb Tage wird es dauern, bis die 2500 Kubikmeter Wasser eingelassen sind. „Pfingsten wollen wir mit der Freibadsaison starten. Wenn es draußen am Pfingstsonnabend mindestens 20 Grad sind, öffnen wir das Freibad“, sagt Simone Jentzsch, die bei den Stadtwerken für das Döbelner Stadtbad verantwortlich ist. „Und wir garantieren an diesen Tag 23 Grad Wassertemperatur“, lehnt sich Stadtwerke-Geschäftsführer Gunnar Fehnle aus dem Fenster. Bis zu den Sommerferien läuft parallel noch der Betrieb der Schwimmhalle für Schulen, Vereine und Kurse. Danach wird die Sommerpause für Fliesenreparaturen und Malerarbeiten in der Halle genutzt.

In den vergangenen zwei Wochen war der Hochdruckreiniger im Freibad im Dauereinsatz. Fliese für Fliese wurde vom Winterdreck befreit. Danach waren die Fliesenleger an der Reihe und mussten zahlreiche Fliesen ausbessern, die über den Winter gerissen waren. „Das ist jedes Jahr eine Menge Arbeit. Aber unser gefliestes Schwimmbecken hat auch etwas“, findet Gunnar Fehnle. Ein Edelstahlbecken im Freibad wäre dagegen keine Alternative. Für das, was solch ein Becken kosten würde, kann man über Jahrzehnte jedes Jahr Fliesen erneuern. Bis Ende der Woche werden nun noch die großen Schwallwasserbehälter gereinigt. Dann kann des Befüllen beginnen. Danach müssen noch Wasserproben genommen und das Schwimmbadwasser abgenommen werden, bevor der Freibadbetrieb starten kann.

Mit einem Wermutstropfen startet die neue Döbelner Freibadsaison an der Kasse. Denn seit 1. Oktober 2017 gelten im Stadtbad höhere Preise. Die bekommen nun erstmals auch die Freibadbesucher zu spüren. Die Tageskarte für Erwachsene kostet künftig 4,50 Euro statt bisher 3,50 Euro. Kinder zahlen für den Tag im Freibad nun 3,50 Euro statt 2,50 Euro. Zum ersten Mal seit zehn Jahren wurden die Preise im Stadtbad im vergangenen Herbst erhöht. Die aus Stadträten und dem Oberbürgermeister bestehende Gesellschafterversammlung stimmte einstimmig zu.

Auch die große Rutsche gehört zum Angebot des Döbelner Freibades. Quelle: Sven Bartsch

„Ich denke, dass wir auch nach der aktuellen Preiserhöhung ein günstiges Preis-Leistungsverhältnis anbieten können“, ist der Stadtwerke-Geschäftsführer überzeugt. Doch um ein solches Kleinod, wie das Döbelner Stadtbad mit Hallenbad, Freibad und Sauna langfristig sicher zu betreiben, seien Preisanpassungen unvermeidlich. „Bei Betriebskosten, Personal, Chemie, Handwerkerkosten und vielem anderen kommen im Durchschnitt drei Prozent Kostensteigerungen pro Jahr zusammen. In den letzten zehn Jahren waren das also rund 30 Prozent. Mit der aktuellen Preiserhöhung gleichen wir davon etwa 18 Prozent aus. So bleibt die Preisanpassung sozial verträglich“, sagt der Stadtwerkechef.

Gemeinsam mit der Stadt und im Auftrag der Stadt betreiben die Stadtwerke das Bad. In einem steuerlichen Querverbund gleichen die Stadtwerke anfallende Verluste des Badbetriebes aus.

Im Vergleich mit den Freibädern der Umgebung ist das Döbelner mit den neuen Preisen allerdings das teuerste. Die Tageskarte im Leisniger Freibad kostet für Erwachsen 3,50 Uhr und für Kinder bis 16 Jahre zwei Euro. Im Roßweiner Wolfstalbad zahlen Erwachsene ab 18 Jahre pro Tag 3,50 Uhr. Jugendliche ab 16 Jahren, Schüler, Studenten, Azubis, Arbeitslose, Hartz-IV-Empfänger zahlen für die Tageskarte 2,50 Euro. Im Freibad in Gebersbach kostet die Tageskarte für Erwachsene drei Euro. Kinder ab vier Jahre und Schüler bis 18 Jahre zahlen zwei Euro.

Kommentar: Ein Freibad kostet viel Geld

Höhere Preise im Freibad sind nie schön. Vor allem Familien mit wenig Geld werden den Euro mehr für die Tageskarte im Döbelner Freibad merken. Das Preis-Leistungsverhältnis stimmt trotzdem noch. Wo sind Kinder und Jugendliche für 3,50 Euro in den Sommerferien den ganzen Tag besser aufgehoben, als im Freibad. Auch für Erwachsene sind 4,50 Euro für einen ganzen Tag kein Wucher. Allerdings fällt auf, dass die umliegenden Freibäder in Gebersbach, Leisnig und Roßwein noch unter den Döbelner Eintrittspreise liegen.

Fakt ist aber auch, dass ein öffentliches Bad nie wirtschaftlich zu betreiben ist und immer Zuschüsse aus kommunalen Kassen bedarf. So kommen im Döbelner Stadtbad mit Schwimmhalle, Freibad und Sauna im Jahr rund eine Million Euro Miese zustande. Unter dem Dach der Döbelner Wirtschaftsbetriebe werden die Verluste des Stadtbades mit den Gewinnen der Stadtwerke ausgeglichen und gehen so nicht zulasten des städtischen Haushaltes. Allerdings müssen die Stadtwerke ihren Kunden auch wettbewerbsfähige Preise bieten, um Gewinne zu erwirtschaften.

th.sparrer@t-online.de

Von Thomas Sparrer

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