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Döbeln Planer finden alternative Ideen für Mühlstraßen-Quartier
Region Döbeln Planer finden alternative Ideen für Mühlstraßen-Quartier
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13:47 09.02.2017
Mühlstraße im Jahr 2025? Quelle: WGS
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Rosswein

Viel Leerstand, teilweise abrissreife Gebäudesubstanz und dennoch Zwänge, die sich aus dem Denkmalschutz ergeben. Das ist die aktuelle Situation für das Mühlstraßen-Quartier – eines der Sorgenkinder der Stadt Roßwein. Jetzt liegt eine Nutzungsstudie vor, die aufzeigt, wohin die Reise mit der Mühlstraße gehen könnte. Auf jeden Fall wird es ein langer Weg.

Erarbeitet hat die Studie die Westsächsische Gesellschaft für Stadterneuerung (WGS) Chemnitz. Anke Otto, Bereichsleiterin Städtebauliche Erneuerung, stellte die Ergebnisse am Mittwochabend beim Zukunftsworkshop im Rathaus vor. Anerkennendes Nicken gab es von den Teilnehmern. „Das sieht doch gar nicht schlecht aus, könnte mir gefallen“, sagte Reisedienst-Unternehmer Reinhard Hennig. Und Ursula Mehner vom Kirchenvorstand stimmte zu, als Anke Otto die ersten Bilder von einer möglichen Mühlstraßenzukunft zeigte. Eines stellte Bürgermeister Veit Lindner (parteilos) allerdings noch voran: „Es handelt sich hier um grundsätzliche Ideen, wie das Ganze einmal aussehen könnte. Dabei darf nicht der Eindruck entstehen, dass es schon morgen los geht.“ Bis es so weit ist, seien noch zahlreiche Voraussetzungen zu schaffen.

Die Studie befasst sich mit dem linken Teil der Mühlstraße (in Richtung Süden), also den Häusern Nummer 7 bis 17, die unbewohnt sind. Für die künftige Entwicklung setzt die Denkmalschutzbehörde zwei Zwangspunkte: 1. Die geschützten Gebäude 15 und 17, die noch eine halbwegs intakte Struktur aufweisen, müssen stehen bleiben und sollen für die erwünschte Neubebauung eine Ankerfunktion ausüben. 2. Der Straßenzug soll geschlossen bleiben, Lücken zwischen möglichen neuen Häusern sind nicht erwünscht. „Die Stadt hat bereits einige Gebäude gekauft und der Plan war eigentlich, ab der Nummer 7 die alte Bebauung komplett abzureißen. Da lässt das Denkmalamt aber nicht mit sich reden“, erklärte der Bürgermeister. Somit stünde der Abriss nur noch für die Gebäude 7 bis 13 zur Debatte. „Diese sind sehr desolat und teilweise einsturzgefährdet oder bereits eingestürzt. In einem kritischen Zustand befinden sich vor allem die Hinter- und Nebengebäude“, bescheinigte Planerin Anke Otto.

Für die neuen Häuser, die auf den frei werdenden Flächen entstehen könnten, legte Otto drei verschiedene Varianten vor. Bei der ersten Variante handelt es sich um eine so genannte traufständige Bebauung. Das heißt, die Dachtraufen der Gebäude verlaufen an der Straße entlang, so wie im jetzigen Zustand, die Architektur wäre traditionell, zum Teil mit Dachgauben und geschlossener Bebauung. Vier aneinandergereihte Häuser würde es geben. Durch eine Toreinfahrt könnten Pkw auf einen gemeinsamen Parkplatz gelangen, der im weiträumigen Innenhofbereich Platz finden würde. Die zweite Variante sieht eine giebelständige Ausrichtung der Häuser vor, die Giebel würden also zur Straße zeigen. Die Gebäude mit Stadthauscharakter wären relativ unabhängig und hätten einen gewissen Abstand zum Nachbarn. Für die geforderte Geschlossenheit könnten Zwischenbebauungen sorgen, wie Garagen, ein flacher Anbau mit Terrasse oder auch eine Mauer, hinter der sich ein Garten verbirgt. Variante drei ist eine Kombination aus den beiden ersten Varianten. Diese kommt für Anke Otto von der WGS aber nicht in Frage, da sie zu unruhig wirkt und kein richtiges Bild ergibt. Sie fasst zusammen: „Die Mühlstraße ist ein wichtiger Bereich der Stadt. Eine Entwicklung ist behutsam, aber auch nachfrageorientiert anzugehen. Wir haben alternative Ideenansätze gesucht, damit sich das Quartier einmal abhebt von dem, was es schon gibt.“

Auch die Ecke Mühlstraße/Gerbergasse und die dort vorhandene Brachfläche ist in der Studie berücksichtigt. Balkone am Süd-Giebel von Haus Nummer 17 würden ein deutlich freundlicheres Gesamtbild schaffen. Aus der Brach- könnte eine Grünfläche, ein Spielplatz oder ein anderer Treffpunkt für die Bewohner des Quartiers werden. Für die Gebergasse 3 und 5 besteht der Ansatz, eine Neubebauung zu schaffen – für altersgerechtes Wohnen oder ein Mehrgenerationenhaus.

Bürgermeister Veit Lindner sieht in der Studie eine gute Grundlage für weitere Schritte. Dazu gehörten das Aufstellen eines Bebauungsplanes, das Beschaffen von Fördermitteln für den Abriss, das Finden interessierter Häuslebauer beziehungsweise von Investoren und Gespräche mit den Eigentümern der Häuser, die laut Denkmalschutz stehen bleiben müssen. Lindner: „Bis neu gebaut werden kann, ist es also noch ein ganz langer Weg.“

Von Olaf Büchel

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