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Döbeln Plastiksterne gegen Güllegeruch – Pilotprojekt am Stall Oberranschütz
Region Döbeln Plastiksterne gegen Güllegeruch – Pilotprojekt am Stall Oberranschütz
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00:19 16.06.2017
Rico Krause, Prokurist der Agrö Frankenthal, zeigt am Güllebecken der Schweinzuchtanlage Oberranschütz die schwarzen Plastiksterne der neuen Schwimmabdeckung.  Quelle: Sven Bartsch
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Döbeln

 Schwarze, sechseckige Plastiksterne schwimmen seit neuesten auf dem Gülleteich der Schweinezuchtanlage in Oberranschutz. Die Schwimmkörper sind Teil eines außergewöhnlichen neuen Abdeckungssystemes, mit dem die Agrö Frankenthal GmbH mit Sitz in Döbeln-Zschäschütz, das Miteinander mit den Anwohnern von Oberranschütz und umliegender Ortschaften verbessern will. Das sagt Prokurist Rico Krause, der das System gestern der Öffentlichkeit vorstellte. 20 000 Euro lässt sich der Betrieb die Schwimmkörper aus Hart-Polyethylen mit etwa 30 Zentimeter Durchmesser und sieben Zentimeter Höhe kosten. Tausende dieser 700 Gramm schweren Sechsecke bilden eine geschlossene auf der Schweinegülle schwimmende Abdeckung. So soll es künftig im Umfeld der Anlage weniger streng riechen.

In den Gülleteich werden die tierischen Restprodukte der 1200 Muttersauen und etwa 36 000 Ferkel des Oberranschützer Betriebes gepumpt. In der Vergangenheit wurde der riesige Gülleteich mit gehäckseltem Stroh abgedeckt. Das half auch gegen den Geruch. Doch bei starkem Wind riss die Strohabdeckung an der Oberfläche auf. Zudem muss die Gülle ja irgendwann auf die Felder gebracht werden. „Dann hatten die Pumpen mit dem Strohhäcksel regelmäßig ihre Not“, erinnert sich Prokurist Rico Krause. Die neue aufschwimmende Kunststoffabdeckung in der Oberranschützer Anlage, ist jetzt ein Pilotprojekt innerhalb der Firmengruppe der Landwirtschaftsbetriebe Gröbner und der Agrö Frankenthal im Speziellen. Im Raum Döbeln bewirtschaftet das Familienunternehmen Gröbner etwa 2500 Hektar Ackerland. Auf die kann die in Oberranschütz anfallende Gülle der Düngeverordnung entsprechend im Frühjahr und im Herbst aufgebracht werden. Die Agrö unterhält weitere Schweinezucht- und Schweinemastbetriebe in Großröda in Thüringen, in Krebs bei Pirna und in Badrina in Nordsachsen.

Rico Krause stammt selbst aus Oberranschütz und kennt die Schweinezuchtanlage von Kindesbeinen an. Sein Elternhaus steht in Sichtweite und auch der mit dem Westwind kommende Geruch ist ihm bekannt. Die in DDR-Zeiten gebaute Anlage steht ungünstig zur Wohnbebauung. Die heutigen Eigentümer investieren seit Jahren immer wieder in Anlagen, welche die Geruchsbelästigungen in Grenzen halten. „Wir wollen mit den Anwohnern ein gutes Miteinander. Ich denke, dass dies auch von der Umgebung wertgeschätzt wird“, so der Prokurist. Investiert wird derzeit auch in den Ställen. Rund eine halbe Million Euro steckt das Unternehmen in den Umbau der Warteställe. Das ist bildlich gesprochen eine Art Laufsteg mit Logen. Darin stehen die rauschenden Sauen. Während die Eber in einer Art Piepshow mit ihrem für die Sauen anregenden Geruch über den Laufsteg vor den Tieren geführt werden, sind die Damen für eine künstliche Besamung empfänglich. Ein aktuelles Gerichtsurteil legt neue Maße für die Kästen fest, in denen die Sauen besamt werden. Deshalb wird umgebaut. Danach kommen die tragenden Tiere in andere Abteilungen, bis sie nach 115 Tagen abferkeln und der Zyklus von vorn beginnt. Die Ferkel aus Oberranschütz werden größtenteils in Aufzuchtbetrieben der Gruppe weiter aufgezogen. Der Fleischpreis hat sich in den letzten Monaten wieder stabilisiert, so dass die Ferkelproduktion wieder anzieht.

Von Thomas Sparrer

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