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Döbeln Platzt Prozess um mutmaßlichen Staupi-Stecher aus Döbeln?
Region Döbeln Platzt Prozess um mutmaßlichen Staupi-Stecher aus Döbeln?
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16:17 09.05.2018
Im Prozess um eine Messerattacke im Staupitzbad könnte eine Schöffin ausfallen. Das hat womöglich strafprozessrechtliche Folgen, die der Verteidigung in die Hände spielen würden. Quelle: picture alliance / dpa
Döbeln/Chemnitz

Dramatik pur neulich im Amtsgericht Chemnitz: Im Prozess des mutmaßlichen Messerstechers aus dem Staupitzbad in Döbeln ließ eine Schöffin auf sich warten. Die Sorge war sehr groß, dass sie überhaupt nicht mehr zu dem Verhandlungstermin erscheint. Damit wäre der Prozess geplatzt, hätte von neuem beginnen müssen. „Am Männertag sind die drei Wochen vorbei“, stellte Rechtsanwalt Thomas H. Fischer fest, der den Rumänen verteidigt. Innerhalb dieser Zeitspanne muss ein Gericht eine Hauptverhandlung fortsetzen. Schließlich kam die Schöffin aber doch noch, hatte einen guten Grund für ihre Verspätung.

Grüne Minna hat Verspätung

Die ehrenamtliche Richterin war aber nicht die einzige, die das Gericht warten ließ. Auch der Angeklagte selbst kam später. Was aber nicht an ihm lag, sondern am Fahrdienst der JVA Leipzig, wo der 25-Jährige in Untersuchungshaft sitzt. 12.45 Uhr sollte der Prozess beginnen. 12.15 Uhr fuhr die Grüne Minna mit Florinell P. in Leipzig los.

Zeugen haben nichts mitgekriegt

Da musste eine Zeugin lange warten, bis sie endlich aussagen konnte, dass sie nichts gehört hat. Die Polizei hatte die 18-Jährige angeliefert, weil sie am vorangegangenen Sitzungstag nicht erschienen war. Florinell P. liegt nicht nur zur Last, am 22. Januar einen seiner Bekannten mit einem Messer verletzt zu haben. Auch die Beleidigung einer Ex-Freundin auf dem Parkplatz eines Lidl-Marktes Ende 2016 liegt ihm zur Last. Er soll sie rassistisch beschimpft haben. „Wir standen auf dem Parkplatz und haben uns unterhalten. Er hat bestimmt gedacht, wir reden über ihn. Da kam er auf uns zu. Ich sagte ihm, er sollte gehen. Gesagt hat er nichts zu uns“, so die 18-Jährige.

Ladendiebstahl gestanden

Auch ein weiterer Zeuge hatte nicht viel mitbekommen. Er sollte zu Vorwürfen aussagen, die Vorfälle in einem Döbelner Weiterbildungsinstitut betreffen. Dort soll der Angeklagte eine junge Frau geschlagen haben. Das Schöffengericht unter Vorsitz von Richterin Gudrun Trautmann hatte diese Anklagepunkte bereits weitgehend abgearbeitet und Zeugen dazu gehört.

Mit Baseballschläger gewütet

Noch keine Zeugen hat das Gericht zu den Anklagen gehört, die eine Sachbeschädigung an der Albertstraße betreffen. Dort soll der Angeklagte Anfang Oktober 2017 mit einem Baseballschläger gewütet und ein Fenster eingeschlagen haben. Als ihn die Polizei einkassiert hatte, habe er den Beamten Widerstand geleistet, einen Polizeikommissar verletzt, einen weiteren Beamten einen Kopfstoß versetzt. In der Arrest-Zelle habe er einen Polizisten bespuckt und beschimpft. Auch dazu muss das Gericht noch Zeugen hören.

Schwulitäten wegen schwangerer Schöffin

Am 22. Mai will es die Hauptverhandlung fortsetzen. Und könnte dabei möglicherweise in Schwulitäten kommen, weil die hochschwangere Schöffin diesmal richtig ausfallen könnte. Dann muss die Vorsitzende die Hauptverhandlung aussetzen und komplett neu starten. Fraglich ist dabei, ob Florinell P. solange in Untersuchungshaft gehalten werden kann.

Geschädigter will 11 000 Euro Schmerzensgeld

Zum Tatvorwurf der gefährlichen Körperverletzung im Staupi schweigt Florinell P.. Dafür hat er einige Ladendiebstähle gestanden. Im Raum steht zudem noch eine sogenannte Adhäsionsklage. So heißt es, wenn Geschädigte von Straftaten zivilrechtliche Forderungen im Strafprozess durchsetzen. Der junge Mann, den der Rumäne mit dem Messer verletzt haben soll, will 11 000 Euro Schmerzensgeld von Florinell P.

Von Dirk Wurzel

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