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Polenz in Mockritz angekommen

Polenz in Mockritz angekommen

"Am Freitag haben wir das Büro umverlagert, seit Montag sind wir richtig hier. Ein immenser Aufwand liegt hinter uns, noch dazu schadensfrei", freut sich Andreas Voigt.

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Mit viel Witz zum 60.

Werkzeugmechaniker Stefan Werner aus Döbeln hat im Unternehmen Albert Polenz gelernt und wurde übernommen. Hier arbeitet er an der sogenannten 5-Achs-CNC-­Fräse.

Quelle: Natasha Allner

Hinter dem Inhaber der Firma Albert Polenz Werkzeug und Formenbau GmbH & Co. KG und deren Mitarbeiter liegt ein Umzug, der es in sich hatte. Nach 115 Jahren in Döbeln zog das Unternehmen, welches Spritzgießwerkzeuge vorrangig für die Automobilindustrie konstruiert und baut, in das Gewerbegebiet Mockritz in die Gemeinde Großweitzschen um (die DAZ berichtete). Hintergrund: Zwei Mal hatte das Muldehochwasser großen Schaden angerichtet, Investitionen zunichte gemacht und die Geduld von Kunden auf die Probe gestellt. So etwas verträgt die Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens einmal, vielleicht noch ein zweites Mal, dann aber muss verantwortlich reagiert werden: "Ich wäre gern geblieben. Letztendlich haben uns die Flut und der Kundenwunsch nach absoluter Zuverlässigkeit gezwungen, zu reagieren", betont der 60-jährige Geschäftsführer.

 

Der erste Spatenstich erfolgte am 23. Mai 2014, am 10. Juni starteten die Bagger an der Baugrube. Das Wetter spielte dem Projekt in die Hände, schnell ging es voran. Nun beginnt die nächste Ära am neuen Standtort. Für Ende Februar oder Anfang März sei eine Eröffnung mit Baufirmen, Lieferanten und Kunden denkbar, eventuell sogar in der Art eines "Tages der offenen Tür", denkt Voigt über den Plan laut nach. Diese Gelegenheit könnten eventuell auch zukünftige Lehrlinge nutzen, denn: nach Auszubildenden sucht das Unternehmen derzeit auch noch. Es gäbe zwar ein paar Bewerbungen, allerdings reichten diese noch nicht aus. Potenzielle Azubis werden zu einem Eignungsgespräch eingeladen. Momentan stecken fünf junge Menschen in der Berufsausbildung zum Werkzeugmechaniker, darunter auch eine Frau. Entwicklungschancen, zum Beispiel zum Techniker oder Meister bieten sich dabei ebenso und die Albert Polenz KG ist bekannt dafür, eigene Azubis auch einzustellen. Die kämen in ein derzeit 39-köpfiges Team mit einem Durchschnittsalter von knapp über 30 Jahren. "Wir sind da sehr familiär", sagt Voigt, der einen guten Draht zu seinen Mitarbeitern hat und von seinem zukünftigen Bürofenster in die Produktionshalle blicken kann.

 

Noch aber stehen in den Fluren Kartons mit Büromaterial, einige lose Kabel schauen aus den Wänden; in der Produktionshalle sind Maschinenteile noch nicht vollständig ausgepackt. Dabei ist die erste Abteilung bereits vor Weihnachten 2014 verlagert worden, die Produktion ging am neuen Standort regulär am 7. Januar weiter. Jetzt fehlen noch die letzten beiden Maschinen - eine Erodiermaschine und das Hermle-Bearbeitungszentrum. Andere Gerät werden derzeit justiert oder sind schon wieder im vollen Einsatz. Wenn die Telefone und das Internet noch richtig funktionieren würden, wär's der Chef zu frieden. Das Gros aber ist gemacht.

 

Die Fläche im Mockritzer Gewerbegebiet ist um ein Vielfaches größer als in Döbeln, Möglichkeiten zur Erweiterung bestehen, der Ausbau ist nahe Zukunftsmusik. Moderne Verwaltungs- und Produktionsgebäude sind bereits entstanden. Die Albert Polenz KG hat rund drei Millionen Euro investiert und den Neubau des Firmenstandortes fast ausschließlich mit ortsansässigen Firmen realisiert. "Darauf haben wir großen Wert gelegt. Klimaanlage, Fußbodenheizung, Wasserenthärtungsanlage für den gesamten Betrieb, helle Büroräume und ein großzügiger Beratungsraum runden das Konzept ab. Das kann sich sehen lassen", schwärmt das Firmenoberhaupt. Für positive Energiebilanzen sorgt zudem, dass die gesamte Lichttechnik auf LED umgestellt wurde. Im Übrigen gelte Voigts Dank neben den engagierten Mitarbeitern, welche beim Umzug sehr geholfen haben, der Kommune, allen voran Bürgermeister Ulrich Fleischer, welcher für eine unkomplizierte kaufmännische Abwicklung gesorgt habe. Von Vorteil sei auch die günstige Anbindung über die B 169 zur Autobahn: "Das spielt natürlich eine große logistische Rolle." Trotz des Stresses macht Voigt seinen Job "mit Leib und Seele", die Familie stehe hinter ihm: "Ich mache das auch noch ein paar Jahre." Er war übrigens einer der letzten Aus­zubildenden unter dem Geschäftsführer Wilhelm Schleier, bis er später im Abendstudium sich dem Maschinenbau widmete.

Natasha G. Allner

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