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Polizei ermittelt wegen Misshandlung in Waldheimer Kita

Gezerre, Geschrei und Essenszwang Polizei ermittelt wegen Misshandlung in Waldheimer Kita

In der Kita Tierhäuschen der Arbeiterwohlfahrt (Awo) sollen Erzieherinnen recht rabiat mit Kindern umgehen. Die Polizei ist eingeschaltet. "Wir ermitteln gegen unbekannt wegen des Verdachts der Misshandlung Schutzbefohlener", sagt Heidi Hennig, Pressesprecherin der Polizeidirektion Chemnitz.

In der Kita Tierhäuschen der Arbeiterwohlfahrt (Awo) sollen Erzieherinnen recht rabiat mit Kindern umgehen. Die Polizei ist eingeschaltet.

Quelle: Sven Bartsch

Waldheim. Auch das Landesjugendamt sei über die Vorwürfe informiert, sagt Daniel Schippan, Geschäftsführer der Awo-Kinderwelt gGmbH, dem Träger der Einrichtung. Aus dessen Sicht hätten sich die Vorwürfe aber nicht bestätigt.

Eine Mutter hatte bemerkt, dass sich ihre vierjährige Tochter seltsam verhält. "Sie wollte nicht mehr in die Kita und sagte, sie wünsche sich, dass die Erzieherinnen wieder lieb sind", berichtet die Frau (Name ist der DAZ bekannt). Außerdem wolle die Kleine manchmal nicht in den Kindergarten, täusche Bauchschmerzen vor. Bei der Erziehungsberatung des Jugendamtes in Döbeln haben Mutter und Tochter ein Rollenspiel absolviert, das Anhaltspunkte dafür lieferte, dass es in der Kita recht rau zugehen könnte. Eine ehemalige Praktikantin (Name ist der DAZ bekannt) berichtet von Gezerre, Geschrei und dem Zwang zum Aufessen. "Ich habe beobachtet, wie eine Erzieherin ein Kind vom Klettergerüst weg über die Wiese gezerrt hat", sagt die junge Frau. Nach ihren Angaben müssten die Kinder solange am Tisch sitzen bleiben, bis sie aufgegessen haben. Laute Worte gegenüber den Kindern habe sie ebenfalls regelmäßig gehört. Die Schilderungen der ehemaligen Praktikantin lieferten der betroffenen Mutter weitere Anhaltspunkte dafür, weshalb sich ihre kleine Tochter seltsam verhält.

Auf die Vorwürfe angesprochen, verweist Kita-Leiterin Ines Hebenstreit an den Träger, die Kinderwelt gGmbH der Awo mit Sitz in Grimma. "Nach erfolgter intensiver Überprüfung, mehreren Hospitationen und Gesprächen mit den Beteiligten, mit den Fachkräften und verschiedenen Eltern der Einrichtung sowie einer Erklärung des Elternrates, haben sich unserer Einschätzung nach die dargebrachten Vorwürfe nicht bestätigt", sagt dessen Geschäftsführer Daniel Schippan. "Als Träger nehmen wir jede Beschwerde, insbesondere wenn es um das Wohl der uns anvertrauten Kinder geht, sehr ernst", so Daniel Schippan weiter. Die betroffene Mutter äußert gegenüber der DAZ den Verdacht, dass der Träger die Geschichte vielleicht nicht gerade an die große Glocke hängen will.

Kinder haben in Deutschland einen Anspruch auf eine gewaltfreie Erziehung. Das regelt Paragraph 1631 des Bürgerlichen Gesetzbuches. "Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig", heißt es dort. Ob sich auch ein strafrechtlich relevantes Handeln wird nachweisen lassen, ist fraglich. Um sich der Misshandlung Schutzbefohlener strafbar zu machen, bedarf es einer konkreten Schädigung der Gesundheit der betroffenen Kinder. Und darüber lässt sich nicht zuletzt vor Gericht trefflich streiten.

Von Vorwürfen der rabiaten Erziehungsmethoden war zuletzt die Kita "Spatzennest" im Döbelner Ortsteil Ziegra betroffen, deren Träger die Stadt Döbeln ist. Die Verantwortlichen reagierten auf die Vorwürfe, indem sie das Personal der Kita ausgetauscht und den Fall der Staatsanwaltschaft übergeben haben.

Dirk Wurzel

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