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Döbeln Polizei holt gestohlenen Peugeot aus der Mulde bei Westewitz
Region Döbeln Polizei holt gestohlenen Peugeot aus der Mulde bei Westewitz
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15:55 06.09.2018
Gestohlener und wieder aufgetauchter Peugeot am Haken. Am Hochwehr bei Westwitz holte die Polizei das Auto aus der Mulde. Quelle: Sven Bartsch
Westewitz/Wendishain

Ein gestohlener Pkw Peugeot ist bei Westewitz wieder aufgetaucht – im wahrsten Sinne des Wortes. Polizisten der Tauchergruppe Sachsen und des Bergedienstes der Bereitschaftspolizei holten das Auto Donnerstagvormittag aus der Freiberger Mulde. Unbekannte hatten es offenbar wenige Meter vor dem Westewitzer Hochwehr versenkt.

Autowrack in der Mulde

Das Fahrzeug – ein acht Jahre alter, weißer Peugeot 206 mit Döbelner Kennzeichen – ist Mitte August von einem Autohandel in Waldheim gestohlen worden und war seit dem verschwunden, wie Steve Berger von der Polizeidirektion Chemnitz bestätigte.

Auto wegen Niedrigwassers entdeckt

Entdeckt wurde das Auto am Wochenanfang nur deshalb, weil wegen Wartungsarbeiten an der Wasserkraftanlage Scheergrund die Stauklappen am Hochwehr gezogen wurden. Dadurch sank der Wasserspiegel der Mulde vor dem Wehr um etwa zwei Meter. So ragte auf einmal ein Autorad aus dem Fließgewässer. Der Flussmeister informierte die Polizei.

Die rückte am Donnerstag früh mit einigen Spezialkräften an, um das – zu diesem Zeitpunkt noch unbekannte Auto – aus der Mulde zu bergen. Zunächst kamen Froschmänner der in Leipzig stationierten sächsischen Polizei-Tauchergruppe zum Einsatz. „Wir erkunden die Lage, schauen, ob sich noch ein Kennzeichen am Fahrzeug befindet und finden heraus, wie es am besten aus dem Fluss geholt werden kann“, erklärte Polizeihauptkommissar Dieter Trischler von der Tauchergruppe. Klar war, dass das Auto auf dem Dach lag. Schnell stellten die Taucher ein Kennzeichen mit „DL“ fest.

Feuerwehr legt Ölsperre

Die Freiwillige Feuerwehr Leisnig rückte samt Schlauchboot des Katastrophenschutzes an. Die Kameraden paddelten auf den Fluss und legten zwischen dem versenkten Auto und dem Hochwehr eine Ölsperre an. „Das Fahrzeug soll für die Bergung umgedreht werden. Da Betriebsstoffe auslaufen könnten, ist die Ölsperre notwendig“, sagte Polizeihauptkommissar Jürgen Grimpe vom Döbelner Revier. Danach konnten die Bereitschaftspolizisten das Auto aus dem Wasser ziehen. Mit Hilfe der Motorwinde eines Unimogs und Seilen, die die Taucher befestigt hatten, wurde das Auto gedreht und ans steinige Muldeufer bugsiert. Da der Polizei-Unimog ebenfalls mit einem Kran ausgestattet ist, konnte der Bergedienst mit diesem das Auto über die abschüssige Uferböschung heben. Um 11.15 Uhr stand das mittlerweile als Peugeot erkennbare Fahrzeug tropfend auf dem schmalen Bitumenweg, der neben der Mulde bis zum Hochwehr führt. Es wies sichtbare Schäden an Karosse und Frontscheibe auf. Kurioses Detail: Inzwischen hatten sich Flusskrebse und kleine Fische die Karosse als Behausung ausgesucht.

Ein Abschleppdienst brachte das Auto in eine Halle, wo es zunächst abtrocknen soll. Dann können weitere Untersuchungen durch die Kriminalpolizei erfolgen. Nach Aussage eines Beamten vor Ort bestehen noch Chancen, Spuren zu entdecken, obwohl der Peugeot möglicherweise schon mehrere Wochen lang in der Mulde lag. Wann genau, durch wen und warum er versenkt wurde, ist allerdings noch unklar.

Etliche Schaulustige aus Westewitz und Wendishain fanden sich am Muldeufer ein, um die Bergung zu verfolgen. Einige wussten, dass vor ein paar Jahren direkt vor dem Hochwehr schon mal ein Kleintransporter herausgeholt werden musste.

Erst vor kurzem – am 4. August – war mit Unterstützung des Technischen Hilfswerkes aus dem Zschopau-Mühlgraben am Meinsberger Kurt-Schwabe-Institut ein Pkw geborgen worden. „Bei dem Fahrzeug handelt es sich um einen Pkw Volvo V 50. Gestohlen wurde dieses in der Nacht zum 18. Juli ebenfalls von einem Firmengrundstück an der Landsberger Straße in Waldheim“, bestätigte Steve Berger von der PD Chemnitz auf Anfrage.

Ob es einen Zusammenhang zwischen dem am Donnerstag in der Mulde bei Westewitz gefundenem Auto und dem aus dem Meinsberger Mühlgraben geborgenen Fahrzeug gibt, ist laut Berger nun Teil der polizeilichen Ermittlungen.

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Von Olaf Büchel

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