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Döbeln Polizei setzt bei Suche nach Automatensprengern auf Bluthunde
Region Döbeln Polizei setzt bei Suche nach Automatensprengern auf Bluthunde
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16:03 18.03.2016
Bluthunde, offizielle Rassebezeichnung: Bloodhound, werden wegen ihres außerordentlich guten Geruchssinns gern als Spezialsuchhunde ausgebildet. Am Mittwoch waren sie in der Umgebung von Döbeln bei Ermittlungen zu mehreren Automatensprengungen im Einsatz. Quelle: Foto: Sven Bartsch
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Region Döbeln

Knallt es dieser Tage und Wochen irgendwo zwischen Leisnig und Hainichen, wird mit großer Wahrscheinlichkeit gerade ein Fahrkarten- oder Zigarettenautomat gesprengt. Zuletzt flog Sonntagfrüh in Westewitz ein Zigarettenautomat in die Luft. Mit einem Papierkorb in Döbeln fing es im Dezember an. Ob es sich dabei um einen Streich aus Silvestervorfreude handelte oder um einen Testlauf für die darauf folgende Sprengungsserie, ist nicht bekannt. Erstmals krachte es kurz vor Silvester in einem Fahrkartenautomat in Leisnig.

Fakt ist: Seit 29. Dezember setzt sich die Reihe von Sprengungen fort. Nach Angaben von Steffen Wolf von der Polizeidirektion Chemnitz gehen bisher 16 derartige Zerstörungsattacken auf das Konto der Automatensprenger. Jetzt deutet der Einsatz spezieller Suchhunde darauf hin, dass die Polizei einer Spur folgt.

Immer zwei Hunde im Einsatz

Nach Wolfs Worten gibt es Hinweise auf mehrere mögliche Tatverdächtige. Jedem Hinweis wird im Rahmen der Ermittlungen nachgegangen geprüft. Zum Ermittlungsstand würden keine Angaben gemacht. In Verbindung mit den Straftaten wurde ein dunkler Audi an den Tatorten beobachtet. Ein Zusammenhang könne nicht ausgeschlossen werden, so Wolf. Auch das werde noch geprüft. Welche Hinweise der Einsatz von Suchhunden bei derartigen Ermittlungen bringt, will Wolf nicht näher erläutern. Auf dem Territorium der Polizeidirektion Chemnitz gab es jedenfalls bisher keine derartige oder ähnlich gelagerte Folge von Straftaten.

Am Mittwoch konnten Passanten nahe der Dorfstraße von Polkenberg den Einsatz von Beamten der Kriminalpolizei Chemnitz zusammen mit einer Mantrailer-Einsatzgruppe aus Zwickau beobachten. In der Umgebung des dort am 18. Januar gesprengten Zigarettenautomaten wurden die Hunde darauf angesetzt, Spuren individuellen menschlichen Geruchs zu finden. Die Polizeibeamten hatten zwei dieser „Mantrailer“ genannten Spezialhunde im Einsatz. Ein dritter ebenfalls anwesender Hund befindet sich derzeit in der Ausbildung.

Auch in Mockritz wurden die vierbeinigen Schnüffler auf eventuelle Spuren angesetzt. In Roßwein, wo am 12. Januar in der Kirchstraße ein Zigarettenautomat gesprengt wurde, sollten sie ebenfalls zum Einsatz kommen. Dieses Vorhaben wurde abgebrochen: Nach Auskunft eines der Hundeführer (Name der Redaktion bekannt) wären wegen des Roßweiner Markttages die äußeren Eindrücke auf die Hunde zu stark gewesen. Es sind auch deshalb immer zwei Hunde im Einsatz: Damit die Tiere ausgetauscht werden können und der Einsatz über lange Zeit hinweg ihren Geruchssinn nicht überstrapaziert.

Hund orientiert sich an Individualgeruch

Bereits seit 2012 gibt es ein Team von vier Mantrailer-Bluthunden in Sachsen. Stationiert sind sie in Zwickau, an der Ausbildung sind unter anderem amerikanische Hundetrainer beteiligt. In den nächsten Jahren sollen weitere Tiere hinzu kommen. Die Hunderasse Bluthund – die offizielle Rassebezeichnung lautet Bloodhound – ist ebenso unter der Bezeichnung Sankt-Hubertus-Hund, Hubertushund oder Chien de Saint-Hubert bekannt. Seine Geschichte reicht bis ins zweite Jahrhundert nach Christus zurück. Er zählt zu den ältesten Laufhunden, die selbst Hirsche jagen können. Ihr außerordentlich guter Geruchssinn prädestiniert diese Rasse für die Ausbildung zum Mantrailer.

Die Eigenschaften so genannter Mantrailing-Hunde wurden bereits am Institut für Rechtsmedizin der Uni Leipzig wissenschaftlich untersucht. „Das Besondere an diesen spezial-ausgebildeten Hunden ist, dass sie geringe sowie veraltete Spuren aufnehmen und weiter verfolgen können, und das viel besser im Vergleich zu normalen Diensthunden“, so der Leipziger Rechtsmediziner Carsten Hädrich. Bis zu drei Monaten lang können die Hunde noch Geruchsspuren an einem Tatort wahrnehmen. Der Hund orientiert sich am Individualgeruch der zu suchenden Person.

Laut Polizeisprecher Steffen Wolf dauern die Ermittlungen zu der Sprengungsserie weiter an. Die Polizei bittet zudem Zeugen darum, sich zu melden und zu schildern, was sie vor oder nach einer Automatensprengung wahrgenommen haben. Etwaige Bedenken, ein solcher Knall sei von einem Schuss, beispielsweise von einem Jagdgewehr, nicht zu unterscheiden, seien unbegründet: Der Klang einer Sprengung unterscheide sich definitiv von dem einer Jagdwaffe.

Zeugen, die sachdienliche Hinweise geben können, melden sich telefonisch bei der Polizeidirektion Chemnitz unter der Nummer 0371/3873445.

Von Steffi Robak, Sven Bartsch, Krysta Brown

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