Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Döbeln Premiere geglückt: „Dracula“ begeistert Theaterbesucher in Döbeln
Region Döbeln Premiere geglückt: „Dracula“ begeistert Theaterbesucher in Döbeln
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:26 11.04.2018
Blut, Schweiß und Tränen: Das Musical „Dracula“ feierte am Sonnabend im Döbelner Theater Premiere. In den Rollen agieren Laienschauspieler, wie Berno Ploß (l.) als namensgebender Vampir-Graf und Christian Boden als Jonathan Harker. Quelle: Foto: Dirk Wurzel
Döbeln

Keinen Grund zum Fremdschämen bot die Inszenierung des Musicals „Dracula“ im Theater Döbeln. Die Ankündigung eines von Laien dargebotenen Stückes kann im Vorfeld für Skepsis sorgen – dass dies alles so glatt über die Bühne gehen wird, dass starkes Selbstbewusstsein Talentarmut nicht wird überdecken können. Kann man bei der Döbelner Dracula-Inszenierung voll vergessen, solche dunklen Vorahnungen. Und stattdessen staunen, wie talentiert und souverän ganz normale Menschen aus der Region Döbeln auf der Theaterbühne agieren.

Vlad, der Pfähler als historisches Vorbild

Markus Gille, Tenor im Opernchor der Mittelsächsischen Philharmonie, hat nicht zum ersten Mal als Regisseur mit Laien gearbeitet. Mit dem Migranten-Drama „Werther“ reüssierte er auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise mit Darstellern, die auf der Flucht vor Krieg und Verfolgung waren.

Und nun lässt Markus Gille den Vater aller Vampirfiguren aus Siebenbürgen seelenverschlingend und blutsaugend durch ein gespenstisch-düsteres Bühnenbild des Döbelner Theaters spuken. Dessen technischer Leiter Berno Ploß „hauchte“ diesem untoten Fürsten der Finsternis szenisches Leben ein, zunächst mit einem böhmischen Akzent, der wohl die osteuropäische Herkunft des Grafen unterstreichen sollte. Dessen reale Hintergründe bleiben nicht unerwähnt. Die Figur Dracula erzählt selbst über seinen Kampf gegen die Türken, über das Pfählen und Kreuzigen. Mit solchen blutrünstigen Aktionen hatte der wallachische Woiwode Vlad III. Draculea im 15. Jahrhundert von sich Reden gemacht. Er gilt als Inspiration für die Romanfigur Dracula des irischen Autors Bram Stoker. An dessen Roman wiederum orientiert sich Frank Wildhorns Musical, das die Döbelner Theaterbesucher am Sonnabend zu sehen bekamen.

Kampf den vamiren im Döbelner Theater im Döbelner Theater Quelle: Dirk Wurzel

Es ist im Grunde eine Parabel über die Liebe im Gewand einer Schauergeschichte. Es die Geschichte über die Rachsucht des Vampierjägers van Helsing, die in Aktionismus ausartet. Diesen lässt Regisseur Gille die Schauspieler als Hetzjagd mit Vorschlaghammer, Holzpfosten und großen Kruzifixen darstellen.

Genügend Schauspieler für Doppel-Besetzung

Auf der Bühne agierten am Sonnabend Berno Ploß als Dracula, Isabell Otto als Mina Murray, Frederike Brendler als Lucy Westenra, Christian Boden als Jonathan Harker, Dr. Ronny Große-Uhlmann als Professor van Helsing, Anja Fichtner als Renfield, Ramona Reschke als Dr. Jack Seward, Nikou Amir als Arthur Holmwood, Daniela Bierbach, Patricia Hänsel und Anna von der Heide als Vampire. Ausnahmslos alles verkörperten ihre Rollen vor allem schauspielerisch in einer Weise, die über Strecken vergessen ließ, dass keiner der Darsteller den Beruf des Schauspielers gelernt hatte. Sie gehören zur freien Musical-Company „Loge Nr. 5.“ Sie hat sich nach dem Stammplatz benannt, auf dem Christa Lange, die langjährige Vorsitzende des Fördervereins des Döbelner Theaters, immer gesessen hatte. Die Loge hat soviele Mitglieder, dass Regisseur Gille einige Rollen doppelt besetzen kann. Bei den nächsten Aufführung kommen Marius Kühnl (Dracula), Isabell Otto (Mina Murray), Kristina Starke (Lucy Westenra) und Gabriele Langner (Dr. Seward) zum Zuge.

Von Dirk Wurzel

Zwei neue Kunstausstellungen bereichern seit dem Wochenende die Region Döbeln. In Klosterbuch zeigt die Malerin Geri Steinberg, wie vielseitig sich Blumen darstellen lassen. In Döbeln präsentieren Olga Scheck und Ralf Schneider Kontraste, die irgendwie doch miteinander harmonieren.

11.04.2018

Der 34. Sachsen-Dreier zählte 3 410 Wanderer. Die begaben sich am Sonnabend auf die verschiedenen Strecken zwischen Döbeln und Roßwein und konnten dabei richtig Sonne genießen. Ein Novum war, dass die Organisatoren diesmal Döbelns Innenstadt mehr mit eingebunden hatten, was gut ankam.

11.04.2018

Steigende Temperaturen locken nach draußen – auch zum Kaffeetrinken in der Sonne auf der Freifläche vorm Leisniger Stadtcafé. Doch Betreiber Christian Münch will das Café nie wieder öffnen.

09.04.2018