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Döbeln Presley-Stiftung bleibt in Waldheim
Region Döbeln Presley-Stiftung bleibt in Waldheim
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15:11 09.11.2018
Das Schild am Ehrengrab von Anagarika Govinda Quelle: André Pitz
Waldheim/Hamburg

Die François Maher Presley Stiftung für Kunst und Kultur bleibt weiterhin in Waldheim aktiv. Nach dem im vergangenen Juli entbrannte Streit um die Ehrengrabstätte von Anagarika Govinda stand dies offenbar zunächst zur Debatte.

Bürgermeister räumt Missverständnisse aus

„Nachdem Herr Bürgermeister Steffen Ernst anlässlich unserer Vorstandssitzung in Hamburg die Situation in der Sache ’Ehrengrab Govinda’ persönlich erläuterte und alle Missverständnisse ausräumen konnte, hat der Vorstand sich einstimmig entschlossen, die Aktivitäten unserer Stiftung in Waldheim fortzuführen“, teilt der Stiftungsvorstand mit. Überdies hätten die Stiftung zahlreiche Schreiben von engagierten Waldheimern erreicht, die über diesen Weg ihre Wertschätzung der Stiftungsarbeit zum Ausdruck brachten.

„Entscheidend sind die Kinder. Sie sind unsere Zukunft“, sagt François Maher Presley. „Unser Engagement ist ihnen und den Bürgerinnen und Bürgern Waldheims gewidmet, wie auch den Kindern und Jugendlichen in mehr als zwölf Städten in Mittelsachsen, Hamburg oder Unna.“

Geförderte Projekte bis 2022

Diese Einstellung spiegeln auch die in der Vorstandssitzung gefassten Beschlüsse wider. Was François Maher Presley bereits im Rahmen der Preisverleihung der vergangenen Runde des Malwettbewerbes in Waldheim ankündigte, ist nun auch noch mal offiziell durch den Vorstand abgesegnet: Der kreative Wettbewerb wird bis 2022 finanziert. Gesichert sind für diesen Zeitraum ebenfalls die Stadtrallye auf Napoleons Spuren und die Archäologie-Workshops für die Waldheimer Oberschüler. Ober-, Grund-, und Förderschüler bekommen zudem den Eintritt ins Stadt- und Museumshaus mit Georg-Kolbe- und stadtgeschichtlicher Ausstellung bezahlt. „Zusätzlich und bis 2022 übernehmen wir die Druckkosten des Stadt- und Museumshauses für Flyer, Einladungen und Plakate dessen Veranstaltungen betreffend und erhöhen den bisherigen Etat des Museums für diese Aufgaben um das Vierfache“, heißt es von Seiten der Stiftung. Das Budget wächst demnach von vormals 500 Euro auf 2000 Euro. „Mit den Maßnahmen wird nicht allein das Museum gefördert, dem die Einnahmen oder Kostensenkungen zugute kommen, sondern gleichsam auch die Stadtkasse entlastet“, unterstreicht der Stiftungsvorstand.

Gute Zusammenarbeit

Nach Angaben der Stiftung hat sich die Zusammenarbeit mit der Stadt und Bürgermeister Steffen Ernst (FDP) in den letzten Jahren sehr gut entwickelt und war ein Gewinn für die Zschopaustadt.

Der Streit um das Govinda-Grab – im vergangenen Juli mit der Kritik von Kathrin Schneider losgetreten – ist mittlerweile beigelegt. Der Stiftungsvorstand hat die schriftliche Entschuldigung der CDU-Stadträtin angenommen. Dazu hat der Waldheimer Verwaltungsausschuss die Annahme der Schenkung des Govinda-Grabsteins samt Bronze-Relief wie berichtet im September angenommen.

Kommentar: Klarheit durch Streit

Ein Streit hat sich dann gelohnt, wenn aus ihm gute Dinge entwachsen. Das gilt letztlich auch dann, wenn die ursprüngliche Auseinandersetzung unnötig anmutet – so wie die Kritik am Ehrengrab von Anagarika Govinda in Waldheim.

Unschön bleibt, dass die François Maher Presley Stiftung für Kunst und Kultur dadurch offenbar darüber nachdachte, der Zschopau den Rücken zu kehren. Dieses schwebende Damoklesschwert förderte jedoch eine gehörige Portion Wertschätzung zutage. Der Streit sorgte für Empörung unter den Fürsprechern der Stiftungsaktivitäten und generierte viel Zuspruch. Und auch das trug dazu bei, dass zur jüngsten Sitzung des Stiftungsvorstandes in Hamburg die Entscheidung fiel, das breite Engagement in Waldheim fortzuführen.

Im Endeffekt scheint es wie mit einer seit Jahren eingeschlafenen Beziehung, in dem die Partner ihre Leben nebeneinander her statt miteinander zu führen. Ein heftiger Streit, ob nun wegen einer Lappalie oder nicht, kann Klarheit schaffen – Klarheit darüber, was man eigentlich selbst und vom Partner möchte. Im schlimmsten Fall heißt es danach, getrennte Wege zu gehen. Oder, wie im Fall von Waldheim und Stiftung, geht man gestärkt und mit neuer Verbundenheit daraus hervor.

Von André Pitz

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