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Döbeln Protest in Döbeler Kita: "Wir haben keine halben Kinder"
Region Döbeln Protest in Döbeler Kita: "Wir haben keine halben Kinder"
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22:29 10.10.2014
In einem Boot beim Thema Betreuungsschüssel: Elternvertreter, Stadträte und Erzieherinnen beider Einrichtungen diskutierten gestern am langen Tisch. Quelle: Wolfgang Sens

Statt der spielenden Kinder gab es Großputz, Dienst- und Fallberatungen. Zudem wurde all das erledigt, was Erzieher ansonsten meist außerhalb ihrer Arbeitszeit noch auf dem Zettel haben, um dem sächsischen Bildungsplan und ihren eigenen hohen Anspruch gerecht zu werden. Der aktuell geltende Betreuungsschlüssel lässt für viele wichtige Dinge außerhalb der Kindergruppen keinen Spielraum. Mit unterschiedlichen Aktionen machten die beiden Döbelner Kindereinrichtungen gestern darauf aufmerksam, dass sich in Sachsen zu wenig Erzieherinnen um zu viele Kinder kümmern müssen.

Die auffälligste Aktion gestern: Die Kinderbetreuung fiel aus. Doch der Aufschrei der Eltern blieb aus. Vor zwei Wochen haben beide Einrichtungen die geplante Aktion mit Eltern und Elternvertretern besprochen und um Verständnis geworben. "Wir sind auf viel Verständnis der Eltern für das Thema gestoßen und haben ein gemeinsames Nachdenken erreicht", sagt Jacqueline Spieler, Leiterin der Awo-Kita "Berta Semmig - Haus der Kleinen Stifte. "Doch die Eltern sollten ja auch nicht überrollt und vor Probleme gestellt sondern für das Thema sensibilisiert werden", sagt auch Ute Behrisch, Leiterin des Evangelischen Kindergartens St. Florian. Für Eltern, die keine familiäre Betreuungslösung für den gestrigen Tag finden konnten, war ein Notdienst in beiden Einrichtungen geplant. Im Haus der kleinen Stifte" wurde eine solche Notlösung nur von einem Kind für eineinhalb Stunden in Anspruch genommen, bis die geplante Eltern-Großelternlogistik einsprang. Im Evangelischen Kindergarten organisierten alle Eltern gestern eine andere Lösung. "Wir sind stolz auf die Unterstützung unserer Eltern", betonen Ute Behrisch und Jacqueline Spieler. Aber auch mancher Arbeitgeber war gestern auf der Seite der Erzieherinnen beim Kampf für einen besseren Betreuungsschlüssel in Sachsen. Physiotherapeutin Donata Porstmann bot zwei Müttern aus ihrem Team an, die Kindergartenkinder gestern ausnahmsweise mit zur Arbeit zu bringen.

Erzieherinnen beider Einrichtungen, Elternvertreter, Eltern und die beiden SPD-Stadträte Sylvio Kolb und Han-Martin Behrisch diskutierten am Nachmittag gemeinsam im Evangelischen Kindergarten das Thema. "Wir haben doch auch keine halben Kinder", brachten es die Erzieher auf den Punkt. Bei der Personalplanung geht es aber um Kommastellen. Doch die Erzieher brauchen mehr Zeit für die Kinder und für die Vor- und Nachbereitung der Arbeit, damit alle Kinder gleiche Chancen haben. Das beginne bereits bei der frühkindlichen Bildung in der Kindertagesstätte.

© Kommentar Seite 13

Thomas Sparrer

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