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Döbeln Prozess im Amtsgericht endet mit Freispruch
Region Döbeln Prozess im Amtsgericht endet mit Freispruch
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17:29 19.04.2016
Eine Geldkassette mit 1300 Euro soll eine 19-Jährige aus einer Döbelner Wohnung gestohlen haben. Im Prozess am Jugendgericht kommen große Zweifel an ihrer Schuld auf. Quelle: Wolfgang Sens
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Döbeln

Er ließ eine junge Frau bei sich wohnen und sie klaute ihm zum Dank im September vergangenen Jahres 1300 Euro aus seiner Döbelner Wohnung. Seine Aussage bei der Polizei legt das nahe. So sieht es auch die Staatsanwaltschaft Chemnitz und klagt die 19-Jährige vor dem Jugendgericht an. Also verhandelte Richterin Christa Weik am Dienstag gegen die junge Frau. Der Prozess sollte zeigen, dass nicht jede Anklage zu Schuldspruch und Strafe führt.

„Ich habe ihm beim Umzug geholfen. Da waren auch noch vier weitere Personen. Die wussten auch alle, wo die Geldkassette ist“, sagte die Angeklagte und wies den Tatvorwurf zurück. Der Geschädigte habe das Geld herumgezeigt, darum wussten alle Umzugshelfer Bescheid, was es zu holen gäbe.

Auch andere Täter möglich

Der junge Mann, der sich die 1300 Euro für seinen Führerschein zusammengespart hatte, sagte bei der Polizei so aus, dass der Tatverdacht auf die 19-Jährige fiel. Vor Gericht machte er zunächst ähnliche Angaben: „Einen Tag nach dem Umzug habe ich noch Geld aus der Kassette genommen und bin in den Netto gegangen um einen Kasten Bier zu kaufen. Die Angeklagte war solange in meiner Wohnung“, sagte er. Zusammen mit der Angeklagten habe er dann noch einen Freund besucht. Am darauffolgenden Tage habe er festgestellt, dass das Geld fehlte.

Was der 21-Jährige bei der Polizei verschwieg und auch im Gericht nicht gleich erzählte, war jedoch dazu angetan, den Tatverdacht auf andere Personen zu lenken. Nach dem Diebstahl seines Ersparten, machte er recht viel Wind, suchte über das soziale Netzwerk Facebook im Internet nach dem Dieb. Dem Gericht berichtete er auch von einem merkwürdigen Vorfall einige Zeit nach dem Diebstahl. Beim Umzug war wohl sein Ersatzschlüssel weggekommen. Den fand dann ein Kumpel in einem Gelben Sack zusammen mit 40 Euro.

Zweifel an der Schuld

Also hätte es auch sein können, dass jemand von der Umzugshelfertruppe in die Wohnung ging, als der junge Mann mit der Angeklagten nicht da war. Den Ersatzschlüssel beim Umzug geklaut, dann in die Wohnung gegangen und die Geldkassette gestohlen, den Ersatz-Schlüssel bei der erstbesten Gelegenheit im Gelben Sack deponiert – das ist ein möglicher Tatablauf, bei dem die Angeklagte aus dem Spiel wäre. Warum er das nicht bei der Polizei erzählt habe, wollte Richterin Weik wissen? „Weil ich bedroht wurde, als ich die Facebook-Gruppe gründete, um nach meinem Geld zu suchen“, sagte der Geschädigte. „Wenn sie vor ihren Freunden mit dem Geld prahlen, da kriegen die ja gleich Dollarzeichen in den Augen“, hielt die Richterin dem Zeugen vor und hörte keinen Widerspruch.

Die Angeklagte sprach sie frei. „Nach der Einvernahme des Geschädigten wurde klar, dass sich dieser Fall nicht wird aufklären lassen. Es gibt große Zweifel, dass die Angeklagte die Tat begangen hat“, begründete die Richterin das Urteil.

Von Dirk Wurzel

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