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Public Viewing lockt hunderte Döbelner

Public Viewing lockt hunderte Döbelner

Allgemeines Fußballfieber ergriff am vergangenen Sonnabend mal wieder viele Döbelner. Bayern gegen Dortmund: Das lang erwartete Championsleague-Finale fand am späten Abend in Wembley statt und wurde allerorts übertragen.

Döbeln.

 

 

 

 

Etwa 400 Zuschauer erlebten das spannende Championsleague-Finale im großen Saal der Döbelner Diskothek Staupitzbad. Inhaber Uwe Prinzing hatte aufgrund des schlechten Wetters die 18 Quadratmeter große Leinwand mit dem gestochen scharfen HD-Bild ins warme Innere geholt. Allein 56 Kilo brachte der riesige Profi-Beamer auf die Waage und mit seiner Optik 16 000 Lumen auf die Linse. "Das ist Hightech fürs Auge", ist Uwe Prinzing ein wenig stolz auf seine Technik.

Im Publikum zwischen 15 und 50 schien es ein paar mehr Dortmund- als Bayern-Fans zu geben. Die Dortmunder Fangesänge: "Zieht den Bayern die Lederhosen aus" waren jedenfalls lautstärker. Und so war der Saal nach dem Bayern-Sieg auch recht schnell ziemlich geleert. Ein Erlebnis war es für die Zuschauer beider Fanlager allemal, neben der technischen Qualität von Bild und Ton wurde jeder Torjubel mit Feuerfontänen untermalt.

Auch im WelWel, dem Sport- und Freizeitzentrum in Döbeln, trafen sich eine Menge Fußballfans zum gemeinsam Mitfiebern. Geschäftsführer Lutz Iwan trug schwarz-gelb. "Auch wenn es eben das DSC-Trikot ist, die Farben stimmen", meint er. Zum Public Viewing verwandelte sich die Halle, in der sonst Badminton- und Tennisspieler schwitzen, in eine riesige Sportbar mit Leinwand, Lautsprechern, langen Tischen und einer Bar.

400 Stühle standen bereit und wurden zum großen Teil besetzt. Das nasskalte Wetter lockte viele Fußballfans in die trockene und warme Sporthalle. Lutz Iwan steht selbst an der Bierzapfanlage und gibt seinen Tipp für den heutigen Abend ab: "Sieben zu sechs für Dortmund", prognostiziert er. "Als Gastwirt bin ich natürlich für Verlängerung und Elfmeterschießen."

Anders sieht das Felix Schroth (22). Der Bennewitzer ist extra nach Döbeln gefahren, um in großer Gruppe Fußball zu schauen. Er hält zwar auch auf Dortmund, sein Tipp fällt aber niedriger aus: "Zwei zu eins, denke ich. Sollte Dortmund aber verlieren, werde ich schon ganz schön traurig sein." Um sich einen guten Platz in erster Reihe zu sichern, ist er extra früh gekommen und hört bis Spielbeginn Oliver Kahns fußballphilosophischen Prognosen zu.

Auch im WelWel waren die Dortmund-Fans in der Überzahl. "Gelb-schwarz ist die Macht", kommentiert Dominic Schlegel (14) diesen Zustand. Gemeinsam mit seinen Kumpels David Zöllner (16) und Pascal Müller (15) schaut er sich das Spiel an. "Wir schauen immer zusammen Fußball", meint David. "Hier im WelWel ist die große Leinwand super, darum sind wir hier." Er und Dominic wünschen sich ein zwei zu null für Dortmund. Pascal dagegen ist Bayernfan. "Zwei zu eins für den FC Bayern München", tippt er - und hat am Ende Recht.

Ein spannendes Spiel mit strittigen Situationen und dann den erlösenden Toren ist es, das die Döbelner am Sonnabend sehen. Gemeinsam mit Jupp Heynckes werden Haare gerauft und ebenso wie Jürgen Klopp verschränkt man die Arme. Die Stimmung ist gut und über die Leinwand wird bis nach Wembley angefeuert, gejubelt oder auch traurig aufgestöhnt. Zum Schluss verlassen die Dortmund-Fans die Public Viewings ein bisschen traurig, die Bayernfans freuen sich. Freundschaftlich geht man aber so oder so miteinander um. Und am Ende war ja alles auch nur Fußball.

T. Sparrer/J. S. Schilling

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