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Döbeln RSV-Chef Wilfried Adolph blickt zufrieden zurück
Region Döbeln RSV-Chef Wilfried Adolph blickt zufrieden zurück
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21:00 19.04.2013
Teil seines Lebenswerkes: Um den neuen Rasen auf dem Roßweiner Stadionplatz hat Wilfried Adolph lange gekämpft. Auch um den Erhalt des Kabinentraktes und die Trockenlegung der Stadtsporthalle. In Zukunft möchte er die Jugend mehr begeistern und die Stadtsportfeste wieder aufleben lassen. Quelle: Wolfgang Sens

Zu schön kann sich der Präsident des Roßweiner Sportvereins noch immer in Rage reden, wenn ihn etwas stört. Zum Beispiel die Jugendlichen, die anstatt zum Sport zu gehen "nur noch mit Stöpseln im Ohr mit dem Handy oder Computer spielen", wie Adolph sagt. Mehr von ihnen möchte er wieder in den derzeit 531 Köpfe starken Sportverein locken, immerhin den drittgrößten im Altkreis Döbeln. "Aber dafür brauchen wir keine Kommission oder Arbeitsgruppe wie die Bundesregierung", fügt Adolph in seiner unnachahmlichen Art an. Wobei er beim nächsten kritischen Punkt angekommen ist: der Politik. "Ich wünschte, dass der verdammte Kampf aufhört, für die Betreuung in unserem Verein Arbeitskräfte zu gewinnen. Jeder will in schöne gepflegte Räume kommen - das geht nicht nur im Ehrenamt. Es gibt so viele Hartz-IV-Empfänger, die etwas tun möchten, aber die bürokratischen Hürden sind so hoch, dass sie sie lieber zu Hause sitzen lassen und bezahlen", ärgert er sich.

Die ganze Zeit über scheinen die Gedanken eher um die aktuellen Probleme und die Zukunft zu kreisen. Zu einer Rückschau muss Wilfried Adolph beinahe gezwungen werden. Ein leichter Einstieg ist dabei der Rückblick auf seine Feier zum 70. Geburtstag am Dienstag. "Die Bude war voll, viele Sportfreunde, mit denen ich jahrzehntelang zusammengearbeitet habe", freut sich der Jubilar, auch wenn ihm große Feiern eigentlich zuwider sind. "Mehr wirtschaften, weniger feiern", lautet sein Motto, das auch in der Gartengruppe Wunderburg in Roßwein gilt, wo er ebenfalls Vorsitzender ist. "Aber man kann sich ja nicht entziehen", sagt er achselzuckend.

Aber wie war das nun mit dem RSV? "Seit 62 Jahren bin ich im Verein, hab mit acht Jahren beim Schwimmen angefangen", erzählt Adolph zuerst. Handball und Tischtennis kommen später dazu. Schon mit 25 Jahren engagiert er sich im Vereinsvorstand. Auch als es den damals 14-Jährigen 1957 zur Lehre als Schuhbodenfacharbeiter nach Weißenfels zieht, bleibt er dem Verein treu. Als Produktionsdirektor des VEB Jugendmode kehrt er nach Roßwein zurück, arbeitet noch bis zwei Jahre nach der Wiedervereinigung als Betriebsleiter in Döbeln. "Damals bin ich noch im Wartburg-Kombi herumgefahren und hab die Klamotten in die Geschäfte gebracht, um Aufträge zu bekommen", erinnert er sich lächelnd.

Doch die Jugendmode geht pleite - und Adolph unter die Weinhändler. Für ein Weingut an der Mosel wird er Verkaufsleiter Thüringen - und verlässt zum ersten Mal den Vorstand des RSV, der vorher noch BSG Motor geheißen hatte. Doch wieder kommt er zurück, 2003 als Präsident. "Der Sportverein bedeutet mir alles. Wenn ich nicht so viel Herzblut hätte, hätte ich längst hingeschmissen", sagt er. Doch das steht auch mit 70 noch nicht an. "So lange es mir Freude macht und ihr mir nicht auf den Keks geht", sagt Adolph am Ende und meint die Medien, fügt aber schnell noch hinzu: "Und ich euch auch nicht..."

Sebastian Fink

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