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Döbeln Radweg bei Mügeln: Initiative übergibt 1200 Unterschriften an Ministerium
Region Döbeln Radweg bei Mügeln: Initiative übergibt 1200 Unterschriften an Ministerium
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00:37 27.05.2018
Radweg freigegeben Quelle: Axel Kaminski
Mügeln

„Das war ein großer Erfolg“, resümiert Holger Schilke, als er nach mehr als zwei Stunden das Mügelner Rathaus verlässt. Von einer hitzigen Diskussion kann an diesem Tag höchstens im Hinblick auf das Wetter die Rede sein. Im vergleichsweise kühlen Ratssaal verlief der Austausch hingegen ruhig und sachlich, was der Gesprächsbereitschaft und -kultur aller Parteien zu verdanken war.

Stadt, Initiative und Behörden treffen erstmals zusammen

Grund des Treffens war die seit Jahren bestehende Forderung nach einem Radweg entlang des Staatsstraße 31. Auf Drängen des Landtagsabgeordneten Volkmar Winkler (SPD) war eine Runde bestehend aus Bürgermeister Johannes Ecke (Freie Wähler), Vertretern der Radwegsinitiative und der Straßenbehörden zusammenkommen. Allem voran Bernd Sablotny, Abteilungsleiter Verkehr im Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA).

Hieß es vor einem Jahr vonseiten der Ämter noch, es bestehe keine Notwendigkeit, konstatierte Sablontny am Mittwoch: „Dass ein Radweg erforderlich ist, steht außer Frage.“ Und in Richtung Holger Schilke, dem Schirmherrn der Radwegsinitiative: „Unsere Planungen haben bestätigt, was Sie uns dargelegt haben.“

Übergabe Unterschriften Radwegsinitiative S31 Mügeln; v.l.: Marion Schubert (Lehrerin Neusornzig), Bernd Sablotny und Siglinde Rauch-Liebich (SMWA) und Holger Schilke (Initiative) Quelle: Christian Neffe

Minimum zwei Jahre bis zur Umsetzung

Er kommt also, der Radweg von Mügeln bis nach Bockelwitz, und wird sogar mit der Prioritätsstufe 1 bedacht. Die Planung dafür übernimmt die Gesellschaft LISt. „Wenn wir einen Auftrag bekommen, dann sind wir auch in der Verantwortung, ein Ergebnis hervorzubringen“, so deren Geschäftsführer Frank-Hermann Göpfert. Und man sei bereit zur Zusammenarbeit mit der Initiative. Es müsse aber mit einer Planungs- und Bauzeit von mindestens zwei Jahren gerechnet werden.

Noch länger werde der Ausbau der S 31 von Schweta bis nach Borna dauern: Gut sechs bis acht Jahre werde allein die Planung in Anspruch nehmen. „Das Bauen selbst geht dann immer relativ schnell“, so Sablotny. Ein Radweg soll von Beginn an in das Vorhaben miteinbezogen werden. Hierfür wiederum ist das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (LaSuV) verantwortlich.

Forderungen für Sofortmaßnahmen übergeben

Das Meiste davon war nicht neu für Holger Schilke. Neu war allerdings, dass sich die zuständigen politischen Vertreter erstmals einem echten Dialog stellten. Dass Schilke mal keine Antwort von einem Schreibtisch aus Dresden oder Torgau erhalten habe. Und dass Kommunalpolitik wieder in der Kommune stattfinde.

So konnte Schilke auch die Sofortmaßnahmen, die die Radwegsinitiative fordert, unmittelbar an Sablotny übergeben: Eine durchgängige Tempobegrenzung auf 70 Stundenkilometer von Neusornzig bis Mügeln, die Entfernung beidseitiger Leitplanken außerhalb der Kurvenbereiche, zusätzliche Beschilderungen, das Errichten von Fahrradschutzstreifen.

Sablotny verspricht ausführliche Prüfung

Sablotny könne keine Zusagen für eine Umsetzung dieser Forderungen machen, versicherte aber eine ausführliche Prüfung und Antworten darauf, warum sie gegebenenfalls nicht realisiert werden könnten.

„Wenn es nicht geht, dann möchte ich wenigstens verstehen, warum nicht“, betonte Schilke. Sablotny versprach Aufklärung und gab zugleich Anlass zum Optimismus: Der Blick auf ein Bauprojekt sei – auch innerhalb einer Behörde – nach fünf Jahren manchmal anders als noch zur Zeit der Umsetzung.

Radwegsinitiative wird weiter Druck machen

Doch nicht nur die Forderungen, auch die mehr als 1200 Unterschriften, die die Initiative zuvor gesammelt hatte, konnte Sablotny mit zurück nach Dresden nehmen. „Wir wollten mit der Übergabe auf den richtigen Zeitpunkt warten“, so Harry Beck vom Natur- und Umweltverein Mügeln.

„Wir sind nach wie vor unzufrieden mit den Zeiträumen, die für die Arbeiten eingeplant sind“, sagt Schilke, „und werden deshalb weiterhin unsere Aktionstage durchführen, um Druck zu machen und unsere Forderungen nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.“ Noch ist die Radwegsinitiative nicht am Ziel. Ein großer Schritt aber ist getan.

Von Christian Neffe

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