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Randale am 1.Mai in Weimar: Döbelner NPD-Stadtrat war dabei

Randale am 1.Mai in Weimar: Döbelner NPD-Stadtrat war dabei

Der Döbelner NPD-Stadtrat Stefan Trautmann ist jetzt in Weimar unangenehm aufgefallen. Er war Teil einer etwa 50 Mann starken Gruppe, die am 1. Mai eine Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) auf dem Weimarer Markt attackiert hatte.

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Neonazis attackierten am 1. Mai in Weimar eine Gewerkschafts-Kundgebung. Unter ihnen der Döbelner NPD-Stadtrat Stefan Trautmann (Kreis).

Quelle: Thorsten Büker/TLZ

Döbeln/Weimar. Fotos der Thüringischen Landeszeitung (TLZ) zeigen Trautmann in Angriffspose, den Arm nach vorne gestreckt. Die Polizei nahm am Freitag 29 der 50 Angreifer vorläufig fest. "Wir ermitteln derzeit gegen 27 Personen wegen Landfriedensbruchs ", sagt Oberstaatsanwältin Anette Schmitt-ter Hell, stellvertretende Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Erfurt. Ob Trautmann unter den Personen ist, gegen die ermittelt wird, konnte sie nicht mitteilen.

 

"Ich war am 1. Mai auch in Thüringen zugegen", bestätigte der Döbelner NPD-Stadtrat gestern per E-Mail auf eine Anfrage der DAZ. Er gehöre jedoch nicht zu den 27 Personen, gegen die Ermittlungsverfahren eingeleitet wurden, so Trautmann selbst.

 

Es wäre aber nicht das erste Mal, dass NPD-Kader Trautmann mit dem Gesetz in Konflikt gerät. Vor Gericht stand er schon als Jugendlicher und kassierte Jugendstrafen, unter anderem wegen Wohnungseinbruchsdiebstahls, versuchtem und vollendeten Diebstahls, Fahrens ohne Fahrerlaubnis und später als Erwachsener Bewährungsstrafen wegen vorsätzlicher Körperverletzung, unerlaubten Waffenbesitzes und Sachbeschädigung. Seine letzte bekannte rechtskräftige Verurteilung stammt vom 19. Februar vergangenen Jahres. Strafrichter René Stitterich verurteilte ihn gemeinsam mit einem weiteren Döbelner Neonazi wegen Sachbeschädigung zu 70 Tagessätzen á 30 Euro Geldstrafe. Die beiden hatten den ehemaligen Penny in Döbeln-Nord beschmiert. "Sie haben die Kurve einigermaßen gekriegt und es würde mich freuen, wenn das ihr letzter Besuch bei Gericht wäre", sagte der Richter damals.

 

Etwa ein Jahr später bekam Trautmann eine Anzeige wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte. Er sei als Versammlungsleiter einer Rechten-Kundgebung auf dem Döbelner Obermarkt gegenüber der Polizei handgreiflich geworden, hieß es zur Begründung. Die Polizei im Haus hatte Trautmann Ende März. Es ging um die Anti-Drogen-Kampagne der NPD-Nachwuchsorganisation "Junge Nationaldemokraten". Diese waren in Schulen eingedrungen, was ihnen Anzeigen wegen Hausfriedensbruchs eintrug. Darum durchsuchten die Beamten im März Trautmanns Wohnung an der Döbelner Bahnhofstraße.

 

Hausfriedensbruch, Widerstand gegen Vollstreckungbeamte - seine Mandate im Döbelner Stadtrat und im Mittelsächsischen Kreistag wird Trautmann wohl behalten. Selbst wenn aus diesen Beschuldigungen Strafprozesse mit Schuldsprüchen folgen, reicht das nicht, um ihn von Amts wegen aus diesen Gremien zu entfernen. Denn diese Delikte sind Vergehen. Sein Mandat würde er aber laut Paragraf 45 des Strafgesetzbuchs erst verlieren, wer wegen eines Verbrechens rechtskräftig verurteilt wird. Das sind Straftaten, auf die mindestens ein Jahr Haft steht.

Dirk Wurzel

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