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Döbeln Randale im Döbelner Asylheim – Angeklagter schweigt vor Gericht
Region Döbeln Randale im Döbelner Asylheim – Angeklagter schweigt vor Gericht
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14:19 14.04.2016
Der 33-Jährige Palästinenser Rami D. steht wegen Sachbeschädigung vor Gericht. Quelle: Archiv
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Döbeln

Einen tüchtigen Polterabend soll Rami D. im März vergangenen Jahres im Döbelner Asylheim an der Friedrichstraße veranstaltet haben: Laut Anklage der Staatsanwaltschaft Chemnitz riss er fünf Fensterflügel aus den Angeln und warf sie in den Innenhof. Die Scheiben gingen dabei kaputt. Außerdem soll der 33-jährige Palästinenser noch ein Fenster im Flur eingeschmissen haben. Eine weitere Anklage legt dem Mann zur Last, im Oktober vergangenen Jahres mit Hammer und Meißel eine Infotafel im Flur des Heimes bearbeitet und dabei beschädigt zu haben. Er habe zudem Elektroleitungen aus dem Stromkasten gerissen, den er zuvor beschädigt habe. Einem Mitarbeiter des Heimes soll er das schnurlose Telefon aus der Hand gerissen und dieses auf den Boden geworfen haben. Der Batteriedeckel sei abgesprungen, das Telefon selber funktionierte nach dem Sturz noch. Durch diese Taten entstanden insgesamt über 900 Euro Sachschaden.

Bei der Polizei noch geständig

Ob Rami D. diese Randale zuzurechnen sind, versucht Strafrichterin Magdalena Richter seit Donnerstag im Amtsgericht Döbeln herauszufinden. Anfangs sah es so aus, als ob Rami D. den Prozess schwänzen will. Der Mann hat im Döbelner Asylheim Hausverbot, lebt augenscheinlich in Berlin und ist ohne festen Wohnsitz. Es wäre schwierig geworden, ihn für die Verhandlung zu greifen. Aber eine Minute vor Ablauf der viertelstündigen Wartefrist erschien der Palästinenser. Ließ sich vom Dolmetscher kurz die Anklage erläutern und schwieg zu den Tatvorwürfen.

Also rief Richterin Richter eine Mitarbeiterin des Heimes in den Zeugenstand. Problem: Die Frau weiß nur vom Hörensagen, wer den Polterabend im März veranstaltet haben soll. Sie war die einzige Zeugin, die das Gericht am Donnerstag geladen hatte. „Es knallte und scherbelte im Treppenhaus. Als ich nachsehen ging, lagen die Fensterflügel im Hof. Ich selbst habe nicht gesehen, wer das angerichtet hat“, sagte die 66-Jährige. Das reicht natürlich nicht, um einen Schuldspruch zu begründen. Also setzte die Richterin einen neuen Verhandlungstermin mit weiteren Zeugen an. Aber warum hat sie diese nicht gleich geladen? Ihre Antwort ist nachvollziehbar: „Bei der Polizei hat der Angeklagte die Tat gestanden. Deshalb habe ich heute auf weiteren Zeugen verzichtet“, sagte Richterin Magdalena Richter. Der Angeklagte selbst hat bereits Schadenersatz für die zerstörten Fenster bezahlt. Als Eingeständnis der Schuld ist das im aktuellen Strafprozess aber nicht zu werten, denn Straf- und Zivilrecht sind zwei Paar Schuhe. Rami D. wird nun erneut ins Amtsgericht Döbeln kommen müssen. Mindestens bis zum Urteil, das am nächsten Verhandlungstag fallen könnte, gilt er als unschuldig, im Falle eines Freispruchs auch darüber hinaus.

Ähnlichkeiten mit Feuerlöscher-Fall

Vorfälle im Döbelner Flüchtlingsheim beschäftigten das Amtsgericht am Donnerstag nicht zum ersten Mal. Im Februar verurteilte Strafrichterin Marion Zöllner einen Tunesier wegen Sachbeschädigung zu zwei Monaten Haft ohne Bewährung. Amor E. hatte im Juli vergangenen Jahres Feuerlöscher aus den Verankerungen gerissen und durch die Fenster geschmissen, also ebenfalls einen tüchtigen Polterabend veranstaltet.

Von Dirk Wurzel

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