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Rasoma-Maschinenbauer bleiben in Döbeln

Gehören jetzt zu Chemnitzer Firmen-Gruppe Rasoma-Maschinenbauer bleiben in Döbeln

Rasoma-Geschäftsführer Marcus Kamm (53) hatte in der zurückliegende Woche kaum eine freie Minute. Nach dem er am 1. Juli verkündete, dass der Döbelner Maschinenbau-Betrieb jetzt zur Chemnitzer Niles-Simmons-Hegenscheidt Gruppe gehört, gab es viele Gespräche und Reaktionen. „Alle durchweg positiv“, sagt Kamm.

Rasoma-Geschäftsführer Marcus Kamm vor einer im Betrieb neu produzierten CNC-Werkzeugmaschine.
 

Quelle: Sven Bartsch

Döbeln.  Rasoma-Geschäftsführer Marcus Kamm (53) hatte in der zurückliegende Woche kaum eine freie Minute. Nach dem er am 1. Juli verkündete, dass der Döbelner Maschinenbau-Betrieb jetzt zur Chemnitzer Niles-Simmons-Hegenscheidt (NSH) Gruppe gehört, gab es viele Gespräche und Reaktionen. „Alle durchweg positiv“, sagt Kamm.

Das betrifft sowohl die Belegschaft, als auch die Kunden und Wirtschaftspartner von Rasoma. Das Wichtigste für die 91 Mitarbeiter des Betriebes: „Es gibt keinerlei Bestrebungen, Rasoma nach Chemnitz zu holen. Der Standort Döbeln ist gesichert. Das ist fair geregelt und auch vertraglich so festgehalten“, erklärte Marcus Kamm am Freitag. Dass sich die NSH Gruppe an solche Abmachungen halte, habe sie an anderer Stelle bewiesen. Kamm berichtet von der Übernahme einer Glauchauer Werkzeugmaschinenfabrik durch NSH vor drei Jahren. Die produziere nach wie vor in Glauchau. Der schon 81-jährige Seniorchef der Unternehmensgruppe, Hans Jürgen Naumann, war vor einer Woche selbst zur Belegschaftsversammlung von Rasoma gekommen. Macus Kamm: „Er ist der Meinung, Firmen wie diese an ihrem angestammten Platz zu belassen, weil sie sonst an Identität verlieren.“

Nachdem sich der Rasoma-Mitbegründer Peter Kaiser zum Jahreswechsel dazu entschieden hatte, sich im Alter von nunmehr 75 Jahren zurückzuziehen, kümmerte sich ein Makler darum, Übernahmeinteressenten zu finden. Warum wollte der verbleibende Geschäftsführer und Gesellschafter Marcus Kamm die Firma nicht ganz alleine stemmen? Seine Antwort: „Das hätte Rasoma nicht weiter gebracht.“ Es gab viele Angebote zur Übernahme. Darunter auch Bankhäuser und Privataktionäre, „die im Geld schwimmen. Doch das hätte dem Betrieb wenig gebracht“, sagt Kamm. Am Ende blieben drei Bewerber übrig, davon zwei ausländische Firmen, unter denen der Standort Döbeln wohl nicht hätte gehalten werden können. Schließlich gab es mit der NSH-Gruppe, die ihren Hauptsitz in Chemnitz hat, eine „sächsische Lösung“, die laut Kamm bestens zu Rasoma passt. Die Gruppe hat bereits mehrere Werkzeugmaschinenbetriebe im Portfolio. Mit Niles-Simmons gab es schon Lieferbeziehungen und in der DDR gehörten die Betriebe sogar zu ein und demselben Kombinat.

Kamm, der jetzt 40 Prozent der Anteile von Rasoma hält, verspricht sich mit NSH als Hauptanteilseigner einen Schub für den Döbelner Betrieb. So sollen sich hinsichtlich des Vertriebsnetzes Vorteile ergeben, den NSH ist mit Vertriebsfirmen in Südafrika, Südamerika, Indien und Australien weltweit gut aufgestellt. „Mit NSH wird es andere Messeauftritte geben und auch die Einkaufskonditionen verbessern sich für uns im Vergleich zum Einzelkämpferdasein“, zählt Kamm weitere Pluspunkte auf.

Der Geschäftsführer konnte vorige Woche drei neue Mitarbeiter für Konstruktion und Service vorstellen. Ab August soll es zudem drei neue Lehrlinge geben, um Kontinuität beim Nachwuchs zu wahren. Der Umsatz lag 2015 mit rund acht Millionen Euro unter dem der Vorjahre. Dieses Jahr sind elf bis zwölf Millionen Euro angepeilt. Und 2017? Marcus Kamm zeigt nach oben: „Rasoma entwickelt sich positiv weiter. Wir werden eher wachsen als schrumpfen.“

Von Olaf Büchel

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