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Döbeln Raub und Einbruch in Döbeln: Mutmaßlicher Intensivtäter aus Nordafrika vor Gericht
Region Döbeln Raub und Einbruch in Döbeln: Mutmaßlicher Intensivtäter aus Nordafrika vor Gericht
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Justizwachtmeister führen Yassine B. in den Sitzungssaal. Quelle: Dirk Wurzel
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Döbeln/Chemnitz

Vier Grad Celsius kalt war die Mulde am 12. November 2016. Das hielt einen Marokkaner nicht davon ab, auf der Flucht vor der Polizei in den Fluss zu steigen. Zuvor hatte er einen Polizisten umgerannt und war dann mit Handschellen gefesselt in das Gewässer gestürmt. Die Beamten hatten ihn verhaftet, weil er im Kaufland geklaut und sich gegen den Ladendetektiv sowie einen Sicherheitsdienstler gewehrt haben soll. Weil er nach der Festnahme über Schmerzen klagte, hatte ihn die Polizei ins Krankenhaus gefahren.

Der räuberische Diebstahl (Mindeststrafe: ein Jahr Haft) im Kaufland ist nur einer von elf Anklagepunkten, denen sich der Marokkaner Yassine B. ausgesetzt sieht. Mit ihm steht ein mutmaßlicher Intensivtäter vor Gericht. Und es sind keine Bagatelldelikte, die ihm die Staatsanwaltschaft Chemnitz vorwirft. Sondern Verbrechen, wie etwa schwerer Raub, wo der Strafrahmen bei fünf Jahren Haft beginnt. Aber auch der Nötigung, gefährlichen Körperverletzung und des Wohnungseinbruchdiebstahls hat die Staatsanwaltschaft den 23-jährigen Marokkaner vor der 6. Großen Strafkammer des Landgerichtes Chemnitz angeklagt. Zu den Tatvorwürfen schweigt der Mann, das ist sein gutes Recht.

Radelnden Landsmann ausgeraubt?

Vor allem seine Landsleute und Mitbewohner des Asylheims in Döbeln soll Yassine B. ausgeraubt haben. So zum Beispiel einen 27-jährigen Marokkaner. Dieser radelte gerade von der Schule zurück ins Heim an der Mastener Straße. Auf der Franz-Mehring Straße habe der Angeklagte diesen Mann angehalten, mit dem Messer rumgefuchtelt und ein Mobiltelefon, Marke Samsung Galaxy S 3, für 200 Euro sowie 100 Euro Bargeld geraubt. Weil er dabei das Messer als gefährliches Werkzeug verwendet haben soll, ist das als schwerer Raub angeklagt. Drei dieser Verbrechen legt die Anklagebehörde dem Mann zur Last.

Dieser 27-Jährige hatte zudem Ärger im Asylheim mit dem Angeklagten. Der wollte laut Anklage 30 Euro zurück, die er dem Mann geliehen hatte – es sollten Drogenschulden sein, wie sich später in der öffentlichen Hauptverhandlung herausstellte. Jedenfalls habe der Mann die 30 Euro damals nicht passend gehabt, der Angeklagte wollte herausgeben, das glaubte der 27-jährige nicht. So kam es offenbar zum Gerangel, der 27-jährige Marokkaner hatte keine andere Wahl, als aus dem Fenster zu springen. Er brach sich dabei den Fuß. Das ist als Nötigung angeklagt.

Aber auch Deutsche wurden laut Anklage Opfer von Yassine B.. So soll er in eine Wohnung an der Döbelner Friedrichstraße eingebrochen sein und dort 100 Euro aus einem Holzkästchen gestohlen haben. Einen 32-jährigen Döbelner habe er nach einem Streit auf dem Parkplatz des Lidl mit einem Fahrradschloss geschlagen. Diesen Zeugen lieferten die Wachtmeister der JVA Zwickau an. Das Schöffengericht am Amtsgericht Döbeln hatte ihn im Mai vergangenen Jahres wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Haftstrafe ohne Bewährung verurteilt.

Ist Yassine B. crystalsüchtig?

Strafrechtlich unbeschriebene Blätter sind dagegen die Polizisten, die am 12. November vergangenen Jahres mit Yassine B. zu tun hatten und ihn ins Krankenhaus gebracht hatten. „Wir wollten ihn zurück in den Funkstreifenwagen bringen. Ich habe einen Schlag in den Rücken gespürt und kam zu Fall. Er muss mich umgerannt haben“, schilderte ein 45-jähriger Polizeihauptmeister des Reviers Döbeln. Weit kam Yassine B. nicht. Die Flucht in Fesseln endete in der Mulde. Der Vorfall fand als elfter Tatvorwurf Eingang in die Anklage: Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.

Der Angeklagte soll von Crystal abhängig sein. Diesen Verdacht nährt die Aussage des 27-jährigen Marokkaners, den Yassine B. auf der Franz-Mehring-Straße beraubt haben soll. „Er hat sich das Zeug durch die Nase gezogen und damit gehandelt“, sagte der Mann. Wegen Drogenhandels war Yassine B. bereits am Amtsgericht Döbeln angeklagt. Das Gericht stellte das Verfahren allerdings im Hinblick auf die zu erwartende Strafe im Chemnitzer Verfahren ein. Hier droht dem Angeklagten ein langer Gefängnisaufenthalt. Es ist nicht der erste.

Von Dirk Wurzel

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