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Döbeln Raub in Döbeln: Zeugen belasten angeklagten Marokkaner
Region Döbeln Raub in Döbeln: Zeugen belasten angeklagten Marokkaner
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Die Staatsanwaltschaft legt dem 24-jährigen Marokaner elf Taten zur Last, darunter schweren Raub, gefährliche Körperverletzung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte. Quelle: dpa
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Döbeln/Chemnitz

Recht kurz verhandelte die 6. Große Strafkammer des Landgerichtes Chemnitz am Montag gegen den mutmaßlichen nordafrikanischen Intensivtäter Yassine B.. Nach knapp einer Stunde war die Verhandlung vorbei. Der forensische Psychiater Dr. Thomas Kasten übernahm und stieg in den Haftkeller des Landgerichtes hinab, um mit dem Marokkaner zu sprechen.

Dr. Kasten soll einschätzen, ob der 24-Jährige schuldfähig ist, ob und in welchem seine Taten im Zusammenhang mit der Crystal-Abhängigkeit stehen. Sollte sich ein solcher ergeben, kann die Kammer Yassine B. zusätzlich zur Haft auch in den Maßregelvollzug zur Drogentherapie schicken.

Zeugen bestätigen weitere Tatvorwürfe

Zwei Zeugen sagten in der Verhandlung zu den Tatvorwürfen der Anklage aus, die den versuchten Diebstahl eines Fahrrades am Lidl in Döbeln und einer gefährlichen Körperverletzung auf der Döbelner Bahnhofstraße. Beide Taten sollen sich im Sommer und Herbst 2016 ereignet haben. Auf der Bahnhofstraße habe ihn der Angeklagte zunächst geschubst und geschlagen, sagte der Geschädigte der gefährlichen Körperletzung aus. Dabei hätten auch noch zwei weitere Männer mitgewirkt. Bei dem Gerangel sei ihm das Mobiltelefon aus der Jacke gefallen, welches die Männer an sich nahmen. Später habe es seine Mutter zurückbekommen, sagte der Zeuge. Er kennt den Angeklagten schon längere Zeit, man sei befreundet gewesen. Vor dem Lidl an der Schlachthofstraße habe Yassine B. einem jungen Deutschen das Fahrrad stehlen wollen, was dieser jedoch verhindern konnte und was wohl nicht ohne „das Absingen fröhlicher Gewerkschaftslieder“ abging, wie Rechtsanwalt Thomas H. Fischer die Beleidigungen ironisch bezeichnet, die das Geschehen vorm Lidl wohl begleiteten.

Diese beiden Tatvorwürfe sind nur zwei von elf Anklagepunkten, die die Staatsanwaltschaft Yassine B. vorwirft. Wesentlich schwerer wiegen die Beschuldigungen, die Verbrechen, wie etwa schweren Raub und räuberischen Diebstahl betreffen. Vor allem seine Landsleute und Mitbewohner des Asylheims in Döbeln soll Yassine B. ausgeraubt haben. So zum Beispiel einen 27-jährigen Marokkaner. Dieser radelte gerade von der Schule zurück ins Heim an der Mastener Straße. Auf der Franz-Mehring Straße habe der Angeklagte diesen Mann angehalten, mit dem Messer rumgefuchtelt und ein Mobiltelefon, Marke Samsung Galaxy S 3, für 200 Euro sowie 100 Euro Bargeld geraubt. Weil er dabei das Messer als gefährliches Werkzeug verwendet haben soll, ist das als schwerer Raub angeklagt, Mindeststrafe: Fünf Jahre Haft, in minder schweren Fällen Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr.

Angeklagter sitzt in Untersuchungshaft

Am 12. November 2016 nahm die Polizei in Döbeln fest. Die Beamten hatten den Mann quasi aus der Mulde gezerrt. Er war in die kalten Fluten geflohen, als ihn die Polizisten vom Krankenhaus zurück ins Revier bringen wollten. Der Nordafrikaner kam in die Klinik, weil er nach der Festnahme über Schmerzen geklagt hatte. Yassine B. soll im Kaufland Waren für etwa 40 Euro geklaut haben und Gewalt gegen Ladendetektiv sowie Sicherheitsleute angewendet haben, um sich im Besitz des gestohlenen Gutes zu halten – strafbar als räuberischer Diebstahl. Seit dem 13. November 2016 sitzt der Marokkaner in Untersuchungshaft in der JVA Dresden.

am Mittwoch will die 6. Große Strafkammer das Urteil verkünden. Zuvor hört das Gericht den Bericht des Sachverständigen, dann folgen die Plädoyers der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung.

Von Dirk Wurzel

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