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Razzia auch in Mittelsachsen

Razzia auch in Mittelsachsen

Bei einer Razzia gegen Rechtsextreme sind Mitte des Monats auch Wohnungen im Landkreis Mittelsachsen durchsucht worden. Hintergrund sind Demonstrationen, mit denen die Rechtsradikalen offensichtlich gegen das Versammlungsrecht verstoßen.

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Beschlagnahmtes Beweismaterial: Die Polizei zeigt Funde der Razzia. Darunter finden sich Fackeln und Masken.

Quelle: dpa

Mittelsachsen/Leisnig . Wie das Landeskriminalamt jetzt gegenüber der Döbelner Allgemeinen Zeitung bestätigte, waren bei den Durchsuchungen auch Wohnungen in Freiberg und Frankenberg das Ziel der Polizeibeamten.

Sachsens Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft Dresden hatten von einer erfolgreichen Maßnahme im Kampf gegen rechtsextreme Aktionsformen gesprochen. Die Ermittlungen richten sich gegen 40 Männer und eine Frau, die sich an einem nächtlichen Fackelzug unter dem Motto "Werde unsterblich" in der sächsischen Kleinstadt Stolpen beteiligt haben sollen. Der Vorwurf: Verstoß gegen das Versammlungsgesetz.

Bei der großangelegten Durchsuchung in vier Bundesländern gegen die mutmaßlichen Rechtsextremen waren am 12. Januar 44 Wohnungen durchsucht worden. Dabei beschlagnahmten die Beamten unter anderem 250 Fackeln und weiße Masken sowie Propagandamaterial. Zudem stellte die Polizei bei der Aktion in Sachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen Pyrotechnik, Schlagringe und Computertechnik sicher.

"Wohnungen im Gebiet des Altkreises Döbeln waren bei der Durchsuchungsaktion nicht dabei", erklärte gestern der Dresdner Oberstaatsanwalt Lorenz Haase auf Anfrage. Die Vermutung lag zumindest nahe, da es einen ähnlichen Fackelzug im November des vergangenen Jahres in Leisnig gegeben hatte (die DAZ berichtete). Etwa 50 Personen, die schwarz bekleidet waren und weiße Masken trugen, waren durch die nächtliche Leisniger Innenstadt gelaufen. Sie hatten dabei pyrotechnische Artikel gezündet, rechtsradikale Parolen skandiert und Fackeln getragen.

Nach Informationen, die dieser Zeitung vorliegen, sollen Personen, gegen die sich die Razzia richtete, auch in Leisnig dabei gewesen sein. Da es jedoch laut Staatsanwaltschaft keine Wohnungsdurchsuchungen im Raum Döbeln gab, ist davon auszugehen, dass diese Demo-Teilnehmer aus anderen Regionen extra nach Leisnig reisten.

Diese Vorgehensweise ist für rechtsextreme Zusammenrottungen typisch.Neu an dem Auftreten sind hingegen die schnelle und schwer nachvollziehbare Organisationsform sowie die ungewöhnliche Maskierung. Die rechtsextremen Demos werden mittlerweile meist wie ein so genannter Flashmob ins Leben gerufen - zum Beispiel über Online-Communitys, Weblogs oder Newsgroups. Typisch sind die blitzartige Bildung des Mobs aus dem Nichts und die abrupte Auflösung nach wenigen Minuten.

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