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Döbeln Regiobus braucht mehr Geld – und bekommt es vom Landkreis
Region Döbeln Regiobus braucht mehr Geld – und bekommt es vom Landkreis
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14:30 30.08.2018
Keine einzige Fahrt musste Regiobus bislang in diesem Jahr ausfallen lassen. Auch, weil in Krankheitsfällen die Kollegen Überstunden machen. Quelle: Sven Bartsch
Mittelsachsen/Döbeln

An einem Wendepunkt sieht der Geschäftsführer von Regiobus, Michael Tanne, den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und damit auch das Busunternehmen des Landkreises. „Es geht um den Erhalt der Infrastruktur des ÖPNV in Mittelsachsen und um dessen Wirtschaftlichkeit“, sagte Tanne in der Sitzung des Technischen Ausschusses des Kreistages am Mittwoch in Döbeln.

10,2 statt 9,6 Millionen Euro

Dieser Wendepunkt zeigt sich auch in deutlich gestiegenen Kosten für den Busverkehr und im Rückgang von Einnahmen, die gerade im ländlichen Raum zu verzeichnen sind.

Die Regiobus Mittelsachsen GmbH ist ein Unternehmen des Landkreises, weshalb es einen Vertrag zwischen beiden für die Verkehrsleistungen mit Linienbussen gibt. Dieser regelt auch, dass das Verkehrsunternehmen Ausgleichszahlungen vom Landkreis für die erbrachten Leistungen erhält. Ursprünglich geplant war für dieses Jahr eine Summe von 9,6 Millionen Euro. Doch das reicht bei weitem nicht. Regiobus benötigt weitere 610 000 Euro, die der Technische Ausschuss jetzt als überplanmäßige Auszahlung bewilligte.

Höhere Personalkosten

Drei Schwerpunkte führt Geschäftsführer Michael Tanne für die Kostensteigerung an. Den größten Posten machen mit rund 300 000 Euro die Mehraufwendungen fürs Personal aus. „Unser Unternehmen bleibt von den allgemeinen tariflichen Entwicklungen nicht verschont. Zudem gibt es höheren Personalbedarf“, nennt der Geschäftsführer einige Gründe. Mehr Personal werde unter anderem deshalb benötigt, weil die Anforderungen an die Nahverkehrsplanung gestiegen seien, zum Beispiel was die Taktung der Buslinien betreffe. Eine veränderte Krankenstruktur sei eine weitere Ursache. Vor allem die Zahl der langfristig erkrankten Mitarbeiter wachse. Tanne: „Der Job geht eben auf die Knochen.“ Der Regiobus-Chef bricht aber eine Lanze für seine Belegschaft: „In diesem Jahr musste bislang keine einzige Busfahrt ausfallen. Obwohl auch wir zum Beispiel mit Grippefällen zu kämpfen hatten. Andere Kollegen haben das mit Überstunden kompensiert“, erklärt Michael Tanne und der dem Ausschuss vorsitzende Landrat Matthias Damm (CDU) würdigte diesen Einsatz.

Teure Reparaturen

Problematisch ist für Regiobus auch die Zunahme kostenintensiver Großreparaturen an Bussen. Zirka 100 000 Euro mehr als ursprünglich vorgesehen schießt der Landkreis dafür zu. Das betrifft die Reparatur von Motoren ebenso, wie die der Fahrzeugelektronik. Auch was die Technik für Abgasreinigung und für die Beförderung von schwerbehinderten Fahrgästen betrifft, würden Wartungs- und Reparaturkosten steigen.

Schwieriger ländlicher Raum

Ein Minus von rund 200 000 Euro wird aus dem Kreishaushalt ausgeglichen, weil es einen Rückgang der sogenannten Einnahmeaufteilung gibt. Während es im Raum Chemnitz einen Zuwachs an Personen gebe, die vom ÖPNV befördert werden und offenbar auch wieder mehr Menschen mit dem Zug fahren, trifft das für die Buslinien im ländlichen Raum nicht zu. Das ist eine vorher nicht planbare Verschiebung, so Michael Tanne. Zwar fließt dafür bereits ein Demografieausgleich. Doch der deckt nicht die kompletten Einbußen ab.

Insgesamt stand also ein Negativbetrag von 610 000 Euro zu Buche. Möglich sind diese zusätzlichen Ausgleichszahlungen, weil bei Sozialleistungen, die der Landkreis für Unterkunft und Heizung von Bedürftigen aufbringen muss, die Kosten niedriger sind, als vorgesehen.

Zahlen und Fakten

-Regiobus Mittelsachsen hat derzeit 467 Beschäftigte und 237 Busse;

-Es gibt fünf Betriebshöfe im Kreisgebiet, davon befindet sich einer an der B 169 bei Döbeln-Neudorf;

-Regiobus befördert jährlich rund zwölf Millionen Personen auf einem über 4 000 Kilometer langen Liniennetz;

-die Busse legen dabei aktuell rund zwölf Millionen Kilometer entsprechend des Fahrplanes zurück;

-die Zahl der Fahrplankilometer geht aber offenbar zurück – lag diese im vergangenen Jahr bei 12 172 068, sind für dieses Jahr 12 076 417 Fahrplankilometer angesetzt und für nächstes Jahr nur noch 11 876 417;

-Regiobus bedient sich verschiedener Subunternehmen, die im Jahr zirka 2,9 Millionen Fahrplankilometer absichern

Von Olaf Büchel

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