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Region Döbeln: 29 Hospizhelfer kümmern sich um Sterbende und Angehörige

Region Döbeln: 29 Hospizhelfer kümmern sich um Sterbende und Angehörige

Wer mit einer lebensbedrohlichen Krankheit konfrontiert ist oder im Alter spürt, dass der Abschied naht, dem hilft auf Wunsch ein Beratungsdienst der Caritas Meißen.

Region Döbeln.

 

 

 

 

 

 

 

Diese hauptsächlich ehrenamtliche Tätigkeit wird seit knapp einem Jahr hauptamtlich durch eine Mitarbeiterin der Caritas koordiniert. Dadurch ist der Dienst professioneller und etwas bekannter geworden. Trotzdem bleibt eine große Scheu, ihn anzunehmen. In diesem Jahr waren es bislang 30 Familien beziehungsweise Personen, die von den im Raum Döbeln tätigen 29 Hospizhelfern und deren Koordinatorin Ute Heining beraten und begleitet wurden. Es könnten viel mehr sein, ist sich Heining sicher. "Die Berührungsängste sind nach wie vor groß. Dabei gehört der Tod zum Leben, es geht darum, den Tod ins Leben zu holen", sagt Heining, die elf Jahre lang bei einem Hospizdienst in Duisburg gearbeitet hat und jetzt die Regionen Riesa und Döbeln betreut. Das Problem sei, dass sich die meisten Menschen im Leben kaum mit dem Sterben auseinandersetzen. Wenn das Ende dann kurz bevor steht, sei es umso schwerer, die Schwelle zu überwinden.

Es sind Krankenhaussozialdienste, Pflegeheime und Ärzte, die den Hospizdienst ansprechen und um Hilfe bitten können, natürlich auch Angehörige oder die Sterbenden selbst. "Bei einem Erstbesuch geht es darum, was die Menschen brauchen", erklärt Heining. Allem voran muss gemeinsam mit Haus- oder Fachärzten geklärt werden, wie die körperlichen Schmerzen des Patienten am besten gelindert werden können. "Größtmögliches Wohlbefinden ist Voraussetzung für alles andere." Dann geht es um Gespräche, regelmäßige Besuche, um Ausflüge oder gemeinsame Arztbesuche. Braucht der Angehörige seelischen Beistand? Will der Patient noch mal sein Heimatdorf sehen, legt er auf eine bestimmte Fernsehsendung wert oder will er sich mit seiner Lebensgeschichte auseinandersetzen? Möchte er, dass einfach nur jemand da ist?

Die Hilfe ist kostenlos und richtet sich an alle Menschen, ob gläubig oder nicht. "Wir werden mit den Sterbenden nicht über Glaubensfragen sprechen, wenn sie das nicht wollen. Keiner muss denken, dass er glaubensmäßig überzeugt werden soll", so Heining. Auch der bevorstehende Tod muss nicht Thema sein. Die Koordinatorin: "Man kann nicht jeden Tag im Angesicht des Todes leben. Verdrängung ist ein wichtiger Schutz der Seele vor Überforderung."

Für Heining sind Humor und Kinder wichtige Faktoren in der Sterbebegleitung. Gerade Kinder sollte man nicht vom natürlichen Prozess des Sterbens fernhalten. Wenn sie sehen, was passiert, könnten sie gut damit umgehen.

Der Hospizdienst will in all diesen Fragen mehr Sicherheit geben. Ute Heining spricht aus Erfahrung: "Viele Angehörige und Patienten sagen, dass sie sehr froh sind, sich an uns gewendet zu haben." Olaf Büchel

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