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Döbeln Region Döbeln: Am Heiligabend alle Register ziehen
Region Döbeln Region Döbeln: Am Heiligabend alle Register ziehen
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21:01 26.12.2011
Damit über Weihnachten in keinem Gottesdienst Musik vom Band kommen musste, sind Dagmar Schmidt (l.) und Hagen Kunze als geprüfte ehrenamtliche Organisten im Einsatz. Mit Gemeindepädagogin Stephanie Hagedorn (r.), die das Krippenspiel zur Vesper in St. Nicolai organisierte, gab es einen Fototermin an der Döbelner Eule-Orgel. Quelle: Sven Bartsch
Döbeln

Allein sechs der Gottesdienste begannen zwischen 15 und 17.30 Uhr. Die beiden Döbelner Pfarrer Stephan Siegmund und Lutz Behrisch konnten bei der Vorbereitung der Krippenspiele noch auf Vikar Björn Fischer und auf Gemeindepädagogin Stephanie Hagedorn bauen. Die Gemeindepädagogin feiert gerade Einjähriges in der Kirchgemeinde Döbeln. Heiligabend war sie fürs Krippenspiel zur Kurrendevesper um 15 Uhr in der Nicolaikirche zuständig. Zwei Stunden später spielte sie in der Beichaer Kirche beim Krippenspiel mit. Denn zu einem Teil ist sie neben der Döbelner Kirchgemeinde auch in Mochau für die Kinder- und Jugendarbeit zuständig. Gegen 19 Uhr begann für die junge Frau der private Heiligabend mit ihrem Mann Zuhause in Döbeln. Dazu gehören für die Kirchenmitarbeiterin neben Geschenken und einem Schokoladenfondue auch das gemeinsame Lesen einer modernen Fassung der Weihnachtsgeschichte.

Apothekerin Dagmar Schmidt aus Döbeln bereitete sich schon ein paar Wochen intensiv auf ihr Orgelspiel am Heiligabend vor. In der Dorfkirche in Ziegra hatte sie als ehrenamtliche Organistin Dienst. Zum Üben hat sie im Warenlager ihrer Apotheke eine elektronische Orgel stehen, an der sie jeden Tag übt. In der neunten Klasse ging Dagmar Schmidt nach dem Klavierunterricht zum Orgelspielen bei Kantor Michael Pöche in die kalte Kirche. In der zwölften Klasse legte sie sogar die D-Prüfung für Organisten im Ehrenamt ab und durfte somit ab da Gottesdienste begleiten. "Das spielen mit Händen und Füßen fiel mir anfangs sehr schwer. Deshalb übe ich auch heute immer recht intensiv", sagt sie. Ab 14.30 Uhr spielte sie sich in Ziegra ein. 15.30 Uhr begann der Gottesdienst. Anschließend eilte sie nach Döbeln, wo sie sich um 16.45 Uhr mit der Kantorei für die Chorvesper in St. Nicolai einsingen musste. Danach begann ihr Heiligabend in Familie. Dazu gehört im Hause Schmidt aber auch, dass sie ihre Brüder beim weihnachtlichen Musizieren am Klavier begleitet. Singen mit der Kantorei im Gottesdienst am ersten Feiertag und Apothekennotdienst in ihrer Löwenapotheke am zweiten Feiertag bestimmten das weitere Geschehen.

Für Hagen Kunze begann der Heiligabend mit seiner Frau und den drei Kindern weit nach 19 Uhr mit der Bescherung. Zuvor ging es in die heiße Badewanne. "Eine kalte Kirche ist der Feind des Organisten", sagt er. Die Technitzer Kirche, in der er zur Vesper mit Krippenspiel um 17.30 Uhr die Orgel spielte ist ziemlich kalt. Spät abends am Heiligabend musste er noch einmal los: Zur Christnacht mit Verkündigungsspiel der Jungen Gemeinde um 22 Uhr in der Jacobikirche. "Wenn ich dort an den Tasten sitze, dann ist Weihnachten. Das gehört für mich dazu, seit wir in Döbeln wohnen. Da freue ich mich immer drauf, denn zum modernen Krippenspiel darf ich am Klavier viel improvisieren", sagt er. Das Improvisieren mag der studierte Musikwissenschaftler auch an der Orgel und am liebsten hat es Hagen Kunze dabei, wenn er alle Register ziehen kann und es richtig laut wird. Deshalb liebt er die große romantische Eule-Orgel in St. Nicolai. Dagmar Schmidt mag mehr die leisen Töne und spielt die kleineren barocken Orgeln der Dorfkirchen sehr gern. "Es ist gewaltig an der Königin der Instrumente zu sitzen und die verschiedensten Instrumente, ja sogar ein ganzes Orchester an einem Instrument nachbilden zu können", sind sich die beiden Organisten einig. Am ersten Weihnachtsfeiertag um 9 Uhr morgens ließ Hagen Kunze in Technitz die Orgel beim Festgottesdienst erklingen und freut sich schon auf seinen nächsten ehrenamtlichen Einsatz zu Silvester beim Orgelspiel.

Thomas Sparrer

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