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Region Döbeln: Großküchen für einen Tag dicht

Region Döbeln: Großküchen für einen Tag dicht

Mittelsachsen/Region Döbeln. Die schlechte Nachricht: der genaue Infektionsherd für die massiven Brech-Durchfall-Erkrankungen im Landkreis ist noch nicht gefunden, weitere Kinder sind gestern betroffen gewesen, nun auch in Freiberg.

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Kameraleute von Fernsehteams und Fotografen belagerten gestern die Döbelner Betriebstätte von Sodexo. Dort wurde allerdings an die Zentrale in Rüsselsheim verwiesen.

Quelle: Wolfgang Sens

Die Gesamtzahl der gemeldeten erkrankten Personen betrug gestern Nachmittag 411 im Landkreis Mittelsachsen, sagte Elke Kieselbauer vom Hygiene-Referat des Gesundheitsamtes. Schwere Fälle, die eine stationäre Behandlung erforderten, sind nicht bekannt. Am Mittwoch war die Spitze der Neuerkrankungen mit 218 erreicht, gestern lag die Zahl der zusätzlich gemeldeten Erkrankten bei 87, davon 33 neue Fälle an zwei Grundschulen und einer Kindertagesstätte in Freiberg, wo es bislang keine Probleme gab. Die Zahl der betroffenen Einrichtungen in Mittelsachsen ist damit auf 16 angewachsen. Schwerpunkt bleibt Döbeln, wo an allen fünf Grundschulen, den beiden Förderschulen, an der Mittelschule und am Gymnasium sowie in zwei Kindergärten Fälle aufgetreten sind. In Frankenberg waren bis gestern zwei Schulen betroffen.

Der größte Teil der genannten Einrichtungen wird durch den Essenanbieter Sodexo beliefert. Prokop: "Das heißt, dort könnte die Infektionsquelle sitzen." Rund 80 Prozent der im Landkreis erkrankten Personen hätten Essen von Sodexo zu sich genommen. Konsequenzen daraus zog das Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt (LÜVA) des Kreises. Das ordnete laut Vizechefin Dr. Anke Kunze für gestern die vorsorgliche Schließung der Sodexo-Küchen in Döbeln und Hartmannsdorf sowie deren Grundreinigung und Desinfektion an. Nachdem die Freiberger Fälle bekannt wurden, wurden auch für die Freiberger Sodexo-Küche diese Hygienemaßnahmen veranlasst. Alle Mitarbeiter der Küchen und auch jene der Ausgabestellen mussten sich Virenproben unterziehen.

Als Auslöser kommt nach wie vor das Norovirus in Frage, das bei Stichproben an den betroffenen Einrichtungen bei sechs erkrankten Kindern nachgewiesen wurde. Weitere Probeergebnisse werden noch erwartet. Die Zahl der Nachweise erscheint gering, ist aber aussagekräftig: "Wenn in einem Erkrankungskollektiv, also zum Beispiel an einer Schule, das Virus festgestellt wurde, dann ist es für die Einrichtung als Ursache zu werten. Es wird nicht jeder Erkrankte beprobt", erklärt Prokop. Eine Verbreitung des Virus bei der Essenverteilung ist laut Prokop denkbar. "Das Problem sind dabei nicht die durchgegarten oder erhitzten Lebensmittel, sondern eher Rohkost", sagte der Amtsarzt. Es ist also durchaus möglich, dass bestimmte Essenskomponenten, wie Salat oder Obst, die Sodexo von Lieferanten bezogen hat, kontaminiert waren. "Die deutschlandweiten Ermittlungen erstrecken sich deshalb auch auf die genauen Lieferbeziehungen, auch Hersteller von Lebensmitteln werden beprobt", so Martina Neubert vom Fachbereich Lebensmittelüberwachung des LÜVA. Wie kann das hochansteckende Norovirus auf Rohkost gelangen? Zum Beispiel durch unsauberes Wasser oder schon bei der Ernte durch kontaminierte Personen. Lebensmittelproben von Sodexo sind an die Landesuntersuchungsanstalt geschickt worden. "Da der Virennachweis auf Lebensmitteln schwierig ist, ist erst Anfang der nächsten Woche mit Befunden zu rechnen. Wir hoffen, die Infektionsquelle herauszufinden, dass es gelingt, ist aber nicht sicher", so Dr. Anke Kunze.

Neben dem Eintrag des Virus über Lebensmittel ist die Übertragung zwischen den Kindern in Gemeinschaftseinrichtungen wahrscheinlich ein Hauptgrund für die drastische Entwicklung zum Beispiel in Döbeln. Dr. Prokop: "Wir haben gerade am Donnerstag von heftigen Brech-Attacken an den Schulen erfahren. Da beim Erbrechen eine Art Wolke mit Viren entsteht, ist eine schnelle Infizierung dadurch möglich." Deshalb auch das Anraten des Gesundheitsamtes, die betroffenen Schulen am Freitag zu schließen - um einerseits weitere massenhafte Ansteckungen zu vermeiden und andererseits gründliche Reinigungsmaßnahmen in den Gebäuden vorzunehmen. Olaf Büchel

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