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Döbeln Region Döbeln: Lieferengpässe bei Grippeschutz-Impfstoff
Region Döbeln Region Döbeln: Lieferengpässe bei Grippeschutz-Impfstoff
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23:00 01.11.2012
In der Region Döbeln kann es wegen Verzögerungen bei den Impfstoffen gegen die Grippe zu Wartezeiten kommen. Quelle: DAZ-Archiv

Lieferengpässe und eine "Holterdipolter"-Versorgung: Die Rückholaktion des Grippe-Impfstoffes der Firma Novartis wirkt sich indirekt auf die Region Döbeln aus, obwohl die Ärzte hier Impf-Sera anderer Hersteller spritzen. Vor allem aber verschärft die Bindung an das Produkt eines bestimmten Pharmakonzerns die Lage. So haben einige Apotheken in Döbeln zurzeit keine Impf-Dosen vorrätig.

Ärzte und Apotheker fürchten, dass sich die ursprünglich von Novartis belieferten Gebiete jetzt mit dem Impfstoff "Influvac" eindecken und so das Angebot zusätzlich verknappen. "Influvac" verabreichen die Mediziner vor allem in Sachsen. Es ist der einzige Wirkstoff, den die Apotheken an die Arztpraxen im Landkreis abgeben dürfen. Denn die AOK Plus listet nur dieses Produkt. Das liegt an der Rabattverordnung für Medikamente. Die Krankenkasse bezahlt die Praxismedikamente der Ärzte, die diese wiederum aus den Apotheken beziehen.

"Einen wirklichen Engpass gibt es nicht, aber Spaß macht die Geschichte auch nicht gerade", sagt Dr. Sebastian Michael, Chef der Löwen-Apotheke am Waldheimer Obermarkt. Denn es kann passieren, dass seine Apotheke mal eine Woche lang keinen Grippe-Impfstoff bekommt. "Das bedeutet, dass die Ärzte überhaupt nicht planen können", sagt der Apotheker. Noch im vergangenen Jahr sei die Versorgung wesentlich besser gewesen. "Da haben wir im Frühjahr bestellt und zur Beginn der Grippe-Saison wurden die Impfstoffe geliefert", sagt Michael.

Sein Pharmazeuten-Kollege Dr. Thomas Birnstiel von der Löwen-Apotheke am Leisniger Markt nennt noch einen weiteren Grund für sporadisch Engpässe der Anti-Grippe-Mittel: "Das Robert-Koch-Institut hat in diesem Jahr erst spät Empfehlungen abgegeben, so dass die Hersteller verspätet mit der Produktion beginnen konnten." Problematisch sieht Dr. Birnstiel die verordnete Produkt-Bindung. "Wenn wir diesen Impfstoff nicht bekommen können, müssen wir eine Woche warten. Wenn er dann immer noch nicht verfügbar ist, dürfen wir bei anderen Herstellern bestellen".

Der Döbelner Kinderarzt Dr. Eckhardt Erdmann bekam die problematische Versorgungslage gestern zu spüren. "Wir hatten bis zum Mittag kein Serum. Zum Glück hat sich die Situation eine Stunde später entspannt", sagt er. Er hat die Sorge, Risikopatienten nicht gegen Influenza impfen zu können, weil das Serum gerade fehlt. Die Bindung an einen Hersteller sieht Erdmann als große Einschränkung der Therapiefreiheit. Auch der Kinderarzt fürchtet, dass die von der Rückholaktion betroffenen Novartis-Gebiete in Norddeutschland jetzt auf "Influvac" zurückgreifen und damit die angespannte Situation verschärfen.

Dirk Wurzel

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