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Region Döbeln: Mähdrescher starten später

Region Döbeln: Mähdrescher starten später

Die Landwirte in der Region haben mit der Getreideernte begonnen. Die Gerste ist dabei die Erste, aber die Ernte startet in diesem Jahr mit 14 Tagen Verzug.

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Erst verzögerte der lange Winter die Feldbestellung, dann schädigte der Regen die Gerste: Landwirte der Region beklagen beim Futtergetreide eine schlechte Kornqualität. Zudem setzt die derzeitige Trockenheit den Hackfrüchten wie Rüben und Kartoffeln zu.

Quelle: Gerhard Dörner

Region Döbeln. Die Bauern in der Region müssen sich auf harte Zeiten einstellen, was die Qualität und die Menge des Futtergetreides betrifft. Das ist überwiegend Wintergerste. "Die Qualität und Menge des bisher geernteten Getreides liegt unter dem Durchschnitt", sagt Iris Claassen, Geschäftsführerin des Regionalbauernverbandes Döbeln-Oschatz. Anders ist die Situation in Döbelns Nachbarregion. "Im Altkreis Oschatz ist die Lage entspannter. Dort haben die Landwirte die Gerste bereits eingebracht. Qualität und Menge sind zufriedenstellen", sagt Iris Claassen. Mit Sorge beobachtet sie die Preisentwicklung. Kostete der Doppelzentner Wintergerste, also 100 Kilogramm oder eine Dezitonne, vor einer Woche noch 17,60 Euro, so bekommen die Bauern jetzt 14,60 Euro dafür. "Das trifft diejenigen hart, die keine Kontrakte zu besseren Bedingungen ausgehandelt haben", sagt Iris Claassen. Auch der Doppelzentner-Preis des Weizens fällt. Der Drusch dieser Getreidesorte beginnt hierzulande in ein bis zwei Wochen. Der Weizenpreis fiel in einer Woche um 2,60 Euro pro Doppelzentner von 20 Euro auf 17,40 Euro. Zumindest bei der Gerste könnte der Preisverfall eine positive Seite haben. "Wenn die Erzeugerpreise fallen, könnten auch die Futterpreise fallen, was den Tierhaltern unter den Landwirten zugute kommen würde", sagt Iris Claassen.

"Wir haben bereits die knappe Hälfte der Gerste weg", sagt Wolfram Hirsch, Leiter der Pflanzenproduktion der Ostrauer Agrar AG. "Die Qualität ist relativ schlecht." Als Ursache sieht Wolfram die Starkniederschläge, die die Blüte des Getreides behinderten. Ohne Blüte kein gescheites Korn. Wolfram Hirsch hat den Drusch auf den Gerstenschlägen der Ostrauer Agrar AG vorläufig gestoppt. Am Freitag soll es weitergehen. Stattdessen läuft die Grasmahd auf den Wiesen. Heu machen die Bauern hier aber nicht. "Wir verarbeiten das Gras zu Welksilage", sagt Wolfram Hirsch. Auch das Gerstenstroh dient in gehäckselter Form den 1000 Kühen der Agrar AG als Nahrung. Raufutter für den Winter sagt Wolfram Hirsch dazu. Das Wetter ist derzeit ein zweischneidiges Schwert für die Ostrauer Bauern. Auf der einen Seite müsste es regnen, damit die Hackfrüchte wie Kartoffeln und Rüben besser gedeihen - für die Getreideernte sollte es jedoch trocken sein. "Am besten wäre mal für einen Tag ein schöner Landregen", sagt Wolfram Hirsch. Gerade den Kartoffeln setzen Hitze und Trockenheit zu. Zuerst hat der Starkregen die Erde zusammengeschwemmt. Dann dörrte die Hitze den Boden aus, so dass sich Risse auf den Kronen der Kartoffeldämme bildeten. "Da scheint die Sonne durch und die Knollen werden grün", sagt Wolfram Hirsch. Gut stehen dagegen Weizen und Raps, zumindest nach dem bisherigen Eindruck.

Mit einer verspäteten Maisernte rechtet der Littdorfer Landwirt Dr. Heinz Schönleber. "Der Mais liegt sehr weit zurück", sagt er. So könnte es möglich sein, dass sich die Ernte von Silomais bis in den Oktober zieht. Normalerweise beginnt dessen Ernte um den 20. September. Auf Schönlebers Schlägen wachsen auch Weizen und Raps auf insgesamt rund 1000 Hektar. "Wir wollen in mindestens zehn Tagen mit der Ernte beginnen", sagt der Landwirt. Über die Qualität dieser Feldfrüchte kann er noch nichts sagen. "Noch ist nichts gedroschen."

Dirk Wurzel

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