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Döbeln Region Döbeln: Mit Holz, Dampf und Muskelkraft beim Denkmalstag
Region Döbeln Region Döbeln: Mit Holz, Dampf und Muskelkraft beim Denkmalstag
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23:17 09.09.2012

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Landrat Volker Uhlig zeichnete den Dampfmaschinenverein Roßwein mit seinen 23 Mitglieden sowie den Freiberger Geologen und Montanhistoriker Professor Dr. Otfried Wagenbreth und den Denkmalsschützer Tobias Neubert aus Halsbrücke aus. Anlass hierfür bot die Eröffnungsveranstaltung des Landkreises in der Brett- und Lohmühle/Sägewerk Mulda. Der Schwerpunkt lag in diesem Jahr auf dem Naturbaustoff Holz. "Denkmalschutz heißt in einigen Fällen immer das Abwägen zwischen Erhalt des Gebäudes beziehungsweise der Fassade und einer zukunftsträchtigen Nutzung, die Umbauten erfordert. Dass beides vereinbar ist, zeigen zahlreiche Beispiele", so Uhlig. Im Landkreis gebe es einige Enthusiasten, die viel auf dem Gebiet getan und erreicht hätten. Sie tragen zur Verschönerung der Ortsbilder und damit Mittelsachsens bei.

Einer dieser Enthusiasten ist Rolf Berndt. Er führte gestern dutzende Besucher in Gruppen durch sein historisches Färberhaus am Oberwerder 7 in Döbeln. Die Ursprünge des Holzfachwerkhauses gehen wahrscheinlich bis in die Mitte des 16. Jahrhunderts zurück. Mit kleinen Anekdoten zum "goldenen Schnitt" und zur Bearbeitung von Holzbalken in den verschiedenen Jahrhunderten fesselte Berndt die Besucher und präsentierte seine neu eingerichteten Pensionzimmer im wahrscheinlich ältesten Haus Döbelns.

Enthusiasmus zwischen Hobelspänen und Holzbalken versprühte gestern auch Barbara Schwabe im 1825 erbauten Gasthof Ziegra. Schritt für Schritt will sie den historischen Gasthof, in dem sie geboren wurde und der bis 1959 betrieben wurde, denkmalgerecht sanieren und zu einem nicht kommerziellen dörflichen Veranstaltungszentrum herrichten. Mittlerweile sind alle schadhaften Balken ersetzt, alle Gefache fachgerecht ausgebessert und mit Lehm verputzt, ein altes Portal freigelegt und erneuert. Jetzt sind Giebel, Außentreppe und Rückseite dran. Doch ein von vielen im Dorf angenommenes Veranstaltungszentrum ist das Gelände bereits. Unzählige Menschen fassten bei der Organisation und Ausgestaltung eines Lindenblütenfestes und des gestrigen zweiten Denkmalstages mit an.

Alles rund ums Holz drehte sich auch in der offene Kulturschule in Schrebitz. Von einer Restauratorin, Intarsienschulungen, dem Herstellen von Holzdachrinnen, Quiz bis Papierschöpfen reichte das Mitmachangebot. In den Kirchturm der Ostrauer Kirche lud Pfarrer Reinhard Mehnert ein, um die alte mechanische Kirchturmuhr vorzustellen, die er selbst jeden Tag aufziehen muss. Viel Holz ist auch in der Paltrockwindmühle in Gersdorf verbaut. Gestern standen speziell Vorführungen des Schrotstuhles auf dem Programm.

Thomas Sparrer

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