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Region Döbeln: Schnee macht langsam

Region Döbeln: Schnee macht langsam

Wenn Mitarbeiter von Rettungs- und Pflegediensten im Schnee stecken bleiben, kann das mitunter fatale Folgen haben. Der Supergau ist im Altkreis bislang ausgeblieben.

Region Döbeln.

 

 

 

 

Tino Gaumnitz, Leiter des Rettungsdienstes Döbeln beim DRK-Kreisverband Döbeln-Hainichen hat schon Winter erlebt, "wo wir das letzte Stück Weg zu Einsätzen zu Fuß zurücklegen. Wir haben schon Patienten mit dem Schlitten geholt". Derartige Herausforderungen hat der Schnee der vergangenen Tage noch nicht an die Rettungssanitäter gestellt. Schlechtwetterperioden gibt's beim DRK nicht. Wenn der Pieper geht, "müssen wir raus", so Gaumnitz. "Auf das Wetter stellen wir uns entsprechend ein. Wir haben Schneeketten in den Einsatzwagen. Und die Schichtwechsel ziehen wir etwas vor, um zeitlich Puffer zu haben", erklärte der Chef des Döbelner Rettungsdienstes. Die Fahrzeuge werden zudem mit zusätzlichen Versorgungsmitteln aufgefüllt, um längere Fahrtzeiten zu kompensieren und Anfahrten in die Zentrale zu sparen. Und dann wären da noch die Schneeberge auf dem DRK-Gelände, in der Mastener Straße. Gaumnitz: "Den Hof müssen wir selbstständig freihalten. Das bindet natürlich zusätzlich Kraft."

Die medizinische Versorgung der Patienten stehe im Vordergrund. Wie Benjamin Brambor vom Pflegedienst Brambor in Roßwein, Waldheim und Döbeln berichtet, kann es bei Engpässen auf den Straßen vorkommen, dass weniger dringende Versorgungen umgeplant werden. "Bislang waren aber selbst die entlegensten Orte wie beispielsweise Auerschütz oder Rauschental gut erreichbar. Allerdings passen wir unsere Tourenpläne dem Wetter an und fahren zeitiger los, um die Versorgungszeiten so gut es geht einhalten zu können." Es gab aber schon Witterungslagen, in denen man als Pflegedienst an die Grenzen stoße. "Dann sprechen wir mit Angehörigen unserer Klienten Notvarianten ab. Hauswirtschaftliche oder Betreuungsleistungen, bei denen die medizinische Versorgung nicht im Vordergrund steht, werden dann auch mal verschoben", so Brambor weiter.

Zu Zeiten, in denen für gewöhnlich noch keiner Schnee geschippt hat, sind die Zeitungszusteller unterwegs. Bei dieser Witterungslage ein echter Kraftakt. "Ich lasse mein Auto am Rande meines Verteilungsgebietes stehen und laufe dann. Spart mir das Fitnessstudio und kalte Füße bekomme ich auch nicht", erzählte eine DAZ-Zustellerin, die auf ihrer Tour eher andere Hindernisse, als (noch) nicht geräumte Wege und Straßen bemerkte. "Es ist nicht selten so, dass der geräumte Schnee vor den Briefkästen gesammelt wird. Da kommen wir dann schlecht ran und stecken mitunter knietief im Schnee. Wenn darauf mehr geachtet würde, käme uns das sehr gelegen", erzählt die Frau. Zwischen 4 und 6 Uhr sind die Zusteller unterwegs. Und auch nur dann, wenn die Zeitungen aus der Druckerei in Stahmeln pünktlich geliefert werden konnten. "Bislang gab es keine Probleme. Aber bei dem Wetter kann es schnell passieren, dass die Fahrzeuge auf der Autobahn ihre Probleme bekommen."

Angespannt bleibt die Lage bei den Abfallentsorgern in der Region Döbeln und im gesamten Landkreis. Auch Müllfahrzeuge haben Räder. Auch die kommen nicht überall hin, wo sie hinkommen wollen. "Es ist momentan relativ schwierig für die Entsorgungsunternehmen, alle Tourenpläne vollumfänglich zu erfüllen. Es wird alles Menschenmögliche unternommen. Es gibt aber Stellen, wo einfach kein Durchkommen ist", schätzte Thomas Kranz, Abteilungsleiter für Abfallwirtschaft bei der Entsorgungsdienste Kreis Mittelsachsen GmbH (EKM) die Situation ein. Verschiedene Touren (siehe Kasten) konnten nicht gefahren werden, auch die geplanten Nachentsorgungen fallen zum Teil dem Schnee zum Opfer. In Döbeln steht an verschiedenen Stellen der Sperrmüll am Straßenrand - "das wird gezwungenermaßen auch noch so bleiben müssen. Wir hoffen aber, dass sich die Lage schnell entspannt", so Kranz, der sich für einen reibungsloseren Ablauf ebenso das Entgegenkommen der Verbraucher wünscht. Kranz: "Es wäre hilfreich, wenn der Zugang zu den Mülltonnen freigeräumt ist, damit die Mitarbeiter auch an die Tonnen kommen. Nicht selten ist es so, dass die Behälter hinter hohen Schneewehen stehen - da kommt keiner ran."

Während Kräfte des Technischen Hilfswerkes (THW) bereits zur Unterstützung der Autobahnmeisterei auf der A 4 im Einsatz waren, blieben die Mitglieder des Döbelner THW-Ortsverbandes noch verschont. "Wir sind aber darauf vorbereitet. Wir werden insbesondere dann gerufen, wenn irgendwo große Sattelschlepper querstehen oder die kommunalen und städtischen Winterdienste nicht mehr aus eigener Kraft weiterkommen", erklärte Ortsverbandschef Christian Winkler.

Das Kreuz Chemnitz der Autobahn 4 war in der Nacht zu gestern Schwerpunkt für die Polizeidirektion Chemnitz-Erzgebirge. Auf A 4 und A 72 rund um das Kreuz saßen Autofahrer stundenlang in den Fahrzeugen fest, weil nichts mehr ging. Dort arbeiteten die Autobahnmeisterei und das Technische Hilfswerk (THW) noch gestern Vormittag daran, die Strecken zu beräumen. Aufgrund des schleppenden Fortschritts der Räumarbeiten während der Nacht zum Dienstag mussten über die Rettungsleitstellen Chemnitz und Zwickau der Betreuungszug der Johanniter Aue/Schlema und der ASB-Betreuungszug Chemnitz aktiviert werden. Diese Helfer übernahmen eine Versorgung der im Stau steckenden Personen. Kalt lief es Polizisten gestern Morgen in Chemnitz über den Rücken. Am Südring steckte ein sommerbereifter Lkw mit Anhänger in einem Schneehaufen fest. Die Straße musste daraufhin kurz gesperrt werden.

 

 

-Seiten 16 und 17

 

-Kommentar

Thomas Lieb

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