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Region Döbeln: Sturm rüttelt an Weihnachtsbäumen

Region Döbeln: Sturm rüttelt an Weihnachtsbäumen

Schon in den vergangenen Tagen wackelten die Weihnachtsbäume auf den Märkten der Region teilweise bedrohlich. Für den heutigen Freitag sind schwere Sturmböen angesagt.

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Der Wind kann auf den hiesigen Weihnachtsmärkten einiges in Bewegung bringen. Auch die Stadt Döbeln sichert ihren Baum zusätzlich.

Quelle: Wolfgang Sens

Region Döbeln. Es wäre nicht das erste Mal, dass kräftige Winde dem Baum auf einem Weihnachtsmarkt zusetzen (siehe Kasten). Und was da an Böen auf uns zukommt - oder in der Nacht schon auf uns zugekommen ist - das lässt auch die Mitarbeiter des Deutschen Wetterdienstes aufhorchen. Anja Juckeland ist dort technische Assistentin für Meteorologie. "Momentan geht wettertechnisch die Post ab", erklärt Juckeland. "Das jüngste Hoch hat sich endgültig verabschiedet; im 48-Stunden-Takt kommt jetzt ein neues Tief herein gedonnert. Wir werden vor Weihnachten alle noch mal richtig durchgerüttelt."

Das Tiefdruckgebiet, das derzeit unser Wetter bestimmt, hatte sich gestern zwischen Ostfriesland und den Niederlanden gebildet, dann zog es über Niedersachsen und Sachsen-Anhalt weiter Richtung Thüringen und Sachsen. Die Zugbahn umfasst oder beeinflusst auch den Altkreis Döbeln. Am heutigen Freitag sind in hiesigen Breiten schwere Sturmböen bis Windstärke zehn möglich - das bedeutet Windgeschwindigkeiten bis zu 100 Kilometer pro Stunde. Im Bergland kann es auch zu Orkanböen kommen. Und: Auch der Mittelwind kann deutlich stärker sein - das ist sozusagen die normale durchschnittliche Windgeschwindigkeit. "Alles was lose herumliegt, sollte gesichert werden", warnt Anja Juckeland. Weihnachtsbäume müssten auf den Sturm vorbereitet werden. Nach Stand von gestern Nachmittag könnte der Altkreis Döbeln allerdings auch verschont bleiben.

Gestern waren Mitarbeiter des Döbelner Bauhofes bereits unterwegs, um für noch mehr Sicherheit zu sorgen, erklärt Thomas Mettcher von der Stadtverwaltung. Der Baum an sich sei aber ohnehin recht stabil aufgestellt. Er steckt in einer 40 Zentimeter breiten und 1,50 Meter tiefen Stahlhülse, die im Pflaster des Obermarktes versenkt ist. In dieser Stahlhülse wurde die zwölf Meter hohe Colorado-Tanne während des Aufbaus verkeilt.

Standsicherheit spiele eine große Rolle, betont Mettcher. Schon bei der Auswahl des Weihnachtsbaumes gehe es deshalb nicht nur nach Schönheit. Zudem seien die Mitarbeiter entsprechend qualifiziert und wüssten, worauf beim Aufbau zu achten sei.

Verwunderlich: Die sonst so regulierungswütige Bürokratie hält keine Vorgaben für den Aufbau von Weihnachtsbäumen auf öffentlichen Plätzen bereit. Auch der Tüv, der sonst jedes Schräubchen und jeden Holzbalken abnickt, schert sich nicht um Weihnachtsbäume. "Abnahmen oder Vorgaben gibt es nicht", sagt Thomas Mettcher.

"Jeder macht das anders", erklärt auch der Waldheimer Bauamtsleiter Michael Wittig. "Jeder hat seine eigene technische Lösung, den Baum zu verankern." In Waldheim wurde im Rahmen der Marktsanierung ein Riesengestell mit T-Träger und Ankerschiene im Pflaster eingebaut. "Der Baum wird täglich von uns kontrolliert und die Halterung nachgezogen", sagt Wittig. Denn: Der Baum trocknet, das Holz verändert sich.

In Waldheim ist man bei der Auswahl ebenfalls vorsichtig - und nimmt lieber eine Nummer kleiner, sagt der Bauamtsleiter. "Bei der Größe sollte man zurückhaltend sein und keinen falschen Ehrgeiz walten lassen", meint Wittig. Zwischen acht und zehn Metern hoch sei der Baum in der Zschopaustadt. Auch in Waldheim habe es vor vielen Jahren schon einmal Schwierigkeiten gegeben. "Man lernt aus so etwas."

Wittig meint, dass es auf vielen Weihnachtsmärkten in diesen stürmischen Tagen durchaus Probleme geben könnte. Er ist aber guter Dinge, dass Waldheim verschont bleibt. Eins sei aber klar: Hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht.

Bei allen Sturmwarnungen stellt sich mit Blick auf das Wetter im Altkreis Döbeln natürlich noch eine ganz andere Frage: Wie ist es denn nun mit weißer Weihnacht? - Nach den derzeitigen Berechnungen bleibt es bis kurz vor Weihnachten relativ kühl - tagsüber etwa vier bis fünf Grad. Und dann gibt es nach aktueller Prognose einen Warmlufteinschub. "Das würde grüne Weihnachten bedeuten", erklärt Anja Juckeland vom Deutschen Wetterdienst in Leipzig. "Aber das kann sich noch ändern."

Björn Meine

q Am ersten Adventswochenende stürzte die Tanne auf dem Weihnachtsmarkt in Dahlen (Nordsachsen) um. Vermutlich war der Baum von einer Windböe erfasst worden. Menschen wurden nicht verletzt.

q Am Dienstag dieser Woche wurde die Tanne auf dem Weihnachtsmarkt in Werdau (Kreis Zwickau) notgefällt. Stürmische Winde hatten Risse im Stamm verursacht.

q Eine Windböe hat den 13 Meter hohen Weihnachtsbaum in Quedlinburg gefällt. Verletzt wurde niemand; eine Glühweinhütte sowie die drei Meter hohe Statue des Quedlinburger Roland am Rathaus wurden leicht beschädigt.

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