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Döbeln Region Döbeln: Tannenbäume werden knapp
Region Döbeln Region Döbeln: Tannenbäume werden knapp
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19:24 01.12.2011

Doch was ist mit den waldreicheren Gegenden bei Colditz, Thümmlitz, Klosterbuch oder Wermsdorf? "Die Kapazitäten sind in diesem Jahr stark eingeschränkt. Deshalb gibt es keine großen Ankündigungen für einen Weihnachtsbaumverkauf in unseren Revieren", sagt Tobias Ostendorf, Pressesprecher des Forstbezirkes Leipzig. An anderer Stelle ist hinter vorgehaltender Hand zu erfahren, dass durchaus einige Termine zum "Selberschlagen" geplant sind. Doch auch die Colditzer Revierförsterin Barbara Kotschmar möchte diese nicht an die große Glocke hängen. "Wir haben einfach nicht so viele Bäume. In den direkt angrenzenden Orten sind die Termine bekannt. Darüber hinaus möchte ich das Angebot nicht verbreiten", sagt Kotschmar. Sie hat einfach Angst, dass nicht alle Interessenten zufrieden gestellt werden können, die dann möglicherweise auf der Matte stehen. Die Bäumchen, die vor einigen Jahren gepflanzt wurden, sind noch nicht so weit, geerntet zu werden, erklärt Ostendorf und verspricht gleichzeitig: "Nächstes Jahr wird es wieder besser."

Dass es in punkto heimischen Nadelwaldes wirklich besser wird, das bezweifelt die Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher (AGR). Als Grund dafür wird der vor Jahrzehnten begonnene Umbau des Waldes hin zu mehr Laubholz genannt. Dieser führe dazu, dass der Anteil junger Nadelbäume stark zurückgeht. "Unsere Gesellschaft braucht aber das Nadelholz", sagt Denny Ohnesorge, Geschäftsführer der AGR. Laut der Arbeitsgemeinschaft fehlen den Holz verarbeitenden Unternehmen zunehmend ausreichende Mengen Nadelbäume für die Herstellung von Produkten für den Möbel-, Haus- und Wohnungsbau sowie für Papier und Zellstoff.

"Was nicht gepflanzt wird, kann nicht geerntet werden", bestätigt Revierförster Dirk Tenzler die Entwicklung. Nadelbäume, wie Kiefern oder Fichten, seien tatsächlich gute "Brotbäume" Das heißt, beim Holzverkauf sind sie für den Waldbesitzer eine sichere Bank und man muss bei weitem nicht so lange auf die Ernte warten, wie bei Laubbäumen.

Die Forderung der AGR teilt Tenzler allerdings nicht. Denn: "Standortgerecht ist Nadelwald nicht." Mit dem Waldumbau soll dem Problem der Nadelwald-Monokulturen ein Riegel vorgeschoben werden. "Was bringen uns diese Monokulturen? Den Borkenkäfer, erhebliche Sturmschäden und Waldbrände", erklärt der Forstexperte, weshalb der Trend zu Laubmischwäldern geht. AGR-Chef Ohnesorg mag zwar recht haben, wenn er erklärt, dass Laubhölzer in ihren Eigenschaften nicht so vielseitig sind wie Nadelholz. Doch Tenzler argumentiert: "Warum müssen wir den Wald an den Bedarf der Rohholzverbraucher anpassen? Warum passt sich der Rohholzverbraucher nicht an den Wald an?"

Bei allen Ängsten und Kritiken - eines steht fest: Auf seinen Weihnachtsbaum muss auch in diesem Jahr keiner verzichten. Denn die übergroße Mehrzahl der angebotenen Bäume stammt aus Importen oder von großen Plantagen. Die allseits beliebte Nordmanntanne wächst sowieso nicht in unseren Wäldern. Und wer partout nicht auf die von hier stammende Fichte verzichten will, der kommt auch an die (fast) geheimen Termine einiger Förster heran.

Olaf Büchel

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